Britischer Geist mit slawischem Zauber

Kultur / 03.08.2026 • 15:00 Uhr
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Stefan Pöchhacker, Nikolay Orininskiy, Roman Bernhart, Vera Reigersberg Zsófia Günther-Mészáraos und Michael Günther.Anja Köhler / BF

Sechs Wiener Symphoniker spielten ganz persönlich von Britannien nach Böhmen.

Bregenz Die Reihe „ganz persönlich“ gehört zu den besonderen Formaten der Bregenzer Festspiele. Im intimen Seestudio präsentieren sich die Musikerinnen und Musiker nicht nur mit ihren Instrumenten, sondern erzählen auch von ihrem Leben und ihrer künstlerischen Arbeit. Dadurch rückt neben der Musik der Mensch in den Mittelpunkt und es entsteht eine Nähe, wie sie in einem großen Konzertsaal nur selten möglich ist. Das Publikum sitzt den Ausführenden unmittelbar gegenüber, nimmt jede Nuance des Spiels wahr und erlebt aus nächster Nähe, mit welcher Aufmerksamkeit und Konzentration sie aufeinander reagieren.

Am Samstagabend war das Streichsextett der Wiener Symphoniker mit einem Programm zu Gast, das seinem Titel „Von Britannien nach Böhmen“ vollauf gerecht wurde. Zwischen den Werken gewährten die Musikerinnen und Musiker auch persönliche Einblicke. So erfuhr das Publikum etwa, dass die beiden Cellisten Zsófia Günther-Mészáros und Michael Günther seit zehn Jahren verheiratet sind.

Den Auftakt bildeten sieben Ausschnitte aus Edward Elgars insgesamt 14 „Enigma-Variationen“, die in einer Bearbeitung für Streichsextett erklangen. Was im Original die Klangfülle eines großen Orchesters entfaltet, gewann in der kammermusikalischen Verdichtung eine überraschende Intimität. Elgars besondere Kunst, Menschen mit wenigen musikalischen Gesten zu charakterisieren und dabei mehr anzudeuten als auszusprechen, trat in dieser reduzierten Besetzung besonders deutlich hervor.

Vor allem das berühmte „Nimrod“ entfaltete in den sechs Stimmen eine feierliche und zugleich konzentrierte Ruhe. Die für Elgar so charakteristische Verbindung von britischer Eleganz, vornehmer Zurückhaltung und tiefem Empfinden kam in den warmen, sorgfältig ausbalancierten Klangflächen eindrucksvoll zur Geltung.

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Anschließend führte die musikalische Reise weiter nach Osten. Antonín Dvořáks Streichsextett A-Dur op. 48 brachte slawisches Kolorit, melodischen Reichtum und rhythmische Lebendigkeit ins Seestudio. Vom weit ausschwingenden, gesanglich fließenden ersten Satz über die schwermütige Dumka bis zum temperamentvoll wirbelnden Furiant ließ das Ensemble die unterschiedlichen Stimmungen des Werks mit hörbarer Spielfreude und großer klanglicher Geschlossenheit hervortreten.