“Wir lernen die Zukunft” – Eintauchen in KI statt ins Schwimmbad beim Code Base Camp

VN / 04.08.2026 • 12:47 Uhr
"Wir lernen die Zukunft" - Eintauchen in KI statt ins Schwimmbad beim Code Base Camp
Linus Feurle (14) und Eduard Cofalka (14) beim Code Base Camp im Medienhaus. VN/DJSOHM

Programmieren statt Ferienlangeweile: Beim Code-Base Camp von Russmedia und der Fachhochschule Vorarlberg entdecken Jugendliche die Welt der Softwareentwicklung.

Schwarzach Webseiten gestalten, Spiele programmieren, künstliche Intelligenz verstehen – und dabei ganz nebenbei die Arbeitswelt von morgen entdecken. Genau das erleben Jugendliche derzeit beim Code-Base Camp von Russmedia in Kooperation mit der Fachhochschule Vorarlberg. Das Ferienangebot richtet sich an 13- bis 16-Jährige und ist Teil der Initiative Code Base, die junge Menschen frühzeitig für Ausbildungen und Berufe im Bereich Softwareentwicklung begeistern möchte.

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Sebastian Rangger (36) und Phuc Le (43) sind die Dozenten am Code Base Camp. VN/DJSOHM

An zwei jeweils zweiwöchigen Camps tauchen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer an den Vormittagen in die Welt des Codens ein. Auf dem Programm stehen Webentwicklung, Programmiersprachen, Spielentwicklung und der sinnvolle Umgang mit künstlicher Intelligenz. Zum Abschluss erhalten alle ein Zertifikat.

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Die jungen Teilnehmer werden hier sehr anwenderfreundlich in die Welt des Codens eingeführt. VN/DJSOHM

Spielentwicklung und Programmieren

Für Sebastian Rangger, selbstständiger Spielentwickler und Forscher an der Fachhochschule Vorarlberg, geht es dabei um weit mehr als das Schreiben von Code. „Mir ist wichtig, dass die Jugendlichen ein Grundverständnis entwickeln. Wenn man einmal versteht, wie Programmieren grundsätzlich funktioniert, fällt es viel leichter, neue Technologien oder Programmiersprachen zu lernen“, sagt der 36-Jährige.

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Sebastian Rangger (36) und Phuc Le (43) vermitteln ihr Wissen praktisch. VN/DJSOHM

Konzentration bei Jungen lässt nach

Besonders beliebt sei die Spieleentwicklung. Viele könnten sich anfangs kaum vorstellen, innerhalb von zwei Wochen ein eigenes kleines Spiel zu programmieren. Gleichzeitig beobachtet Rangger aber auch Veränderungen bei jungen Menschen. Die Aufmerksamkeitsspanne werde tendenziell kürzer, umso wichtiger seien breit gefächerte Grundkompetenzen. „Niemand weiß genau, wie die Berufe der Zukunft aussehen werden”, so Rangger.

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Praxisorientiertes Lernen funktioniert am Besten. VN/DJSOHM

Den Einstieg in die Webentwicklung vermittelt Phuc Le. Der selbstständige Webentwickler zeigt den Jugendlichen die Grundlagen von HTML und CSS. Der Vorteil: Erste Ergebnisse seien schnell sichtbar. „KI hilft dabei, Fehler schneller zu finden, Ideen zu entwickeln oder Bilder zu erstellen. Trotzdem muss man die Grundlagen verstehen, um Änderungen vornehmen und der KI überhaupt erklären zu können, was man möchte”, weiß Phuc Le.

Berufswünsche sehr unterschiedlich

Dass dieses Konzept funktioniert, zeigt der Blick auf die Teilnehmerinnen und Teilnehmer. Die 15-jährige Jule Müller von der HAK Feldkirch hat bereits einen früheren Workshop zur Spieleentwicklung besucht und nun den Webkurs gewählt. „Ich habe schon viel gelernt und finde es richtig interessant“, erzählt sie. Welchen Beruf sie später ergreifen möchte, weiß sie noch nicht – wirtschaftliche Themen interessieren sie ebenso wie die digitale Welt.

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Juler Müller (15) und Greta Luisa Schäfer Grießer (13) finden das Camp genial. VN/DJSOHM

Auch Greta Luisa Schäfer (13) vom Institut St. Josef in Feldkirch nutzt die Ferien, um ihre IT-Kenntnisse auszubauen. Auf das Camp aufmerksam wurde sie durch ihre Lehrerin. „Ich interessiere mich sehr für Technik und möchte das Gelernte zu Hause weiter ausprobieren“, sagt sie. Ob sie später eine HTL besucht oder doch einen sozialen Beruf wählt, lässt sie bewusst offen.

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Linus Feurle (14) und Eduard Cofalka (14) sind voll dabei. VN/DJSOHM

Linus Feurle (14) vom BG Bregenz möchte vor allem verstehen, wie Programmieren funktioniert. Sein Vater hat das Smart Home der Familie selbst programmiert. „Ich finde es spannend, das jetzt selbst zu lernen“, erzählt er. Beruflich interessiert er sich zwar eher für Psychologie, sieht Programmierkenntnisse aber auch dort als wertvolle Ergänzung.

Für Eduard Cofalka (14), ebenfalls vom BG Bregenz, ist die Richtung dagegen bereits klar. Computer gehören seit Jahren zu seinem Alltag. Besonders gerne beschäftigt er sich mit Hardware und baut Computer selbst zusammen. Sein Berufsziel: Programmierer oder IT-Techniker.