Neue Brauerei in Dornbirn geplant: Das steckt dahinter

Was Bierfans erwartet – von Biersorten bis hin zu einem überraschenden Verkaufsmodell.
Dornbirn In Dornbirn soll es schon bald eine neue Brauerei geben. “Andere kaufen sich in den 40ern vielleicht eine Harley oder ein Cabrio. Wir machen stattdessen Bier”, sagt Sascha Grabherr. Er, Reinhold Ortner und Sebastian Keiper-Knorr brauen seit über einem Jahrzehnt als Hobby. Jetzt soll ihr “Grüner-Affe-Bier” bald zu kaufen sein. Geplant ist ein Abomodell nach dem Vorbild einer Gemüsekiste: In regelmäßigen Abständen erhalten Kunden Bierkisten mit wechselnden Sorten.

Aktueller Stand
“Schon in unserer Jugendzeit haben wir ‚Bierverkostungen‘ gemacht”, scherzt Ortner (47). Vor zwölf Jahren begannen sie dann im Garten von Grabherrs Oma, selbst Bier herzustellen. Ihr aktueller Hobbystandort befindet sich im Keller von Keiper-Knorr. Dort brauen sie etwa alle zwei Monate mit einer 100-Liter-Anlage.


Aber sie hegten den Wunsch, ihr eigenes Bier auf den Markt zu bringen. “Weil wir nicht die Biere bekommen haben, die wir wollten”, sagt Grabherr (49). “Im Ausland gibt es viele Biersorten, die hier nicht erhältlich sind”, fügt Keiper-Knorr (48) hinzu.

Aktuell warten sie noch auf die gewerbebehördliche und baurechtliche Genehmigung. Doch die drei sind zuversichtlich. Eine 1000-Liter-Anlage ist schon bestellt. Unterkommen wollen sie künftig in der CampusVäre neben der Fachhochschule Vorarlberg. “Im Idealfall kann unser Bier schon als Weihnachtsgeschenk gekauft werden”, meint Keiper-Knorr.

In der Anfangsphase wird das Bierbrauen noch ein Nebenerwerb bleiben. Grabherr ist in der Werbebranche tätig, Ortner in der Wirtschaft, und Keiper-Knorr ist Jurist. Sollte das Konzept erfolgreich sein, möchten sie sich künftig ganz der Brauerei widmen.
Tradition und Moderne
Einerseits sollen in der Grüner-Affe-Brauerei klassische Biersorten wie Weiß- und Lagerbier hergestellt werden. Andererseits möchte das Gründertrio die Biervielfalt fördern, speziell mit hopfenbetonten Sorten. Nischenbiere wären zum Beispiel das Mexican Lager, ein leichtes Bier mit Mais, und das India Pale Ale (IPA). Es gibt zum Beispiel das “Full Moon IPA”, das bei Vollmond gebraut und abgefüllt wurde. “Keine Ahnung, ob das irgendeine Wirkung hat. Aber der Mond hat auf jeden Fall das Seinige zur Stärke beigetragen – es hat 6,4 Prozent Alkohol”, sagt Ortner schmunzelnd.


Auch das Session IPA “Riding Edge” gilt als Nischenbier. Dieses leichte, fruchtige Sommerbier hat erst vor Kurzem den ersten Platz bei der Austrian Beer Challenge in der Hobbykategorie Modern Style IPA gewonnen.

Verkauf
Als Konzept haben sich die drei Brauenthusiasten ein Abomodell überlegt, bei dem man alle zwei Monate eine Kiste mit Überraschungsbieren erhält. Bei der Auswahl wird unter anderem auf die Saison geachtet: etwa Weizenbock im Winter und leichte Biere im Sommer. “Wir wollen etwa sechs verschiedene Sorten anbieten, davon ein oder zwei ganz neue”, erklärt Keiper-Knorr. “Wir möchten Leute ansprechen, die neugierig sind und Neues entdecken wollen”, führt Grabherr aus.

Grundsätzlich werden die Biere nur in Dosen abgefüllt. “Unter anderem wegen des besseren UV-Schutzes und des geringeren Gewichts, was für Festivals oder das Baden vorteilhaft ist”, schildert Grabherr. Für Feste und die Gastronomie wird das Bier in Fässern abgefüllt. Kooperationen mit ausgewählten Läden und Bars seien bereits im Gespräch.
Erkennen lässt sich das Bier am grünen Affen mit Hopfenkrone. In den sozialen Medien und bei verschiedenen Veranstaltungen ist zudem häufig eine Person im Affenkostüm zu sehen. Wer darin steckt? “Man weiß auch nicht, wer Batman ist”, antwortet Keiper-Knorr grinsend.
