Große Himmelsshow über Vorarlberg: Am Mittwoch wird es plötzlich finster

Am Mittwochabend schiebt sich der Neumond vor die Sonne. Was Experten unbedingt empfehlen.
Schwarzach Am kommenden Mittwochabend (12. August) werden viele Menschen in Europa gebannt zum Himmel blicken. Auf einem schmalen Streifen, der sich von der Arktis über Teile Grönlands, die Westküste Islands und Spanien bis zu den Balearen erstreckt, ist an diesem Tag eine totale Sonnenfinsternis zu sehen. Von Vorarlberg aus betrachtet, wird die Sonne zu knapp 90 Prozent verdeckt sein.


Der Vorhang für das Spektakel fällt kurz vor Sonnenuntergang. „Um 19.24 Uhr schiebt sich der Neumond vor die tief im Westen stehende Sonnenscheibe“, erläutert der Bludenzer Astronom Robert Seeberger (66). Die maximale Verdunkelung findet zur Hauptsendezeit um 20.17 Uhr statt. „Zu diesem Zeitpunkt stehen Sonne und Mond nur 2,5 Grad über dem Horizont. 20 Minuten später geht die großteils verfinsterte Sonne unter“, ergänzt Seeberger, der sich am selben Abend auf ein weiteres Highlight am Himmel freut – den Höhepunkt der Perseidenschauer. Zwischen 22 und 4 Uhr fliegt durchschnittlich eine Sternschnuppe pro Minute vorbei.

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In Teilen Spaniens herrscht wegen der Sonnenfinsternis bereits Ausnahmezustand. Entlang der sogenannten Totalitätszone sind die Hotels vielerorts ausgebucht. Reiseveranstalter sprechen von einer Nachfrage, wie sie sonst nur bei internationalen Großereignissen zu beobachten ist. Das ist kein Zufall. Sonnenfinsternisse, vor allem totale, sind laut Seeberger extrem selten. Die letzte totale Sonnenfinsternis in Österreich fand 1999 statt, die nächste wird es 2081 geben.

Für besonders begehrte Balkone werden in Spanien deswegen bis zu 700 Euro verlangt, berichten Medien. Da die Sonnenfinsternis kurz vor Sonnenuntergang stattfindet, ist die Wahl des Aussichtspunkts auch in Vorarlberg entscheidend. Schon ein kleiner Hügel, ein Baum oder ein Gebäude kann die Sicht in den entscheidenden Sekunden verdecken. Gleichzeitig muss die Richtung stimmen: West-Nordwest.

Robert Seeberger rät, den Beobachtungsplatz schon ein oder zwei Abende davor zu testen. „Denn sogar zu Beginn der Finsternis steht die Sonne nur elf Grad hoch“, merkt er an. Er selbst ist am Mittwoch bei einer Veranstaltung auf dem Rüfikopf in Lech anzutreffen. In der Arche Bodensee auf dem Pfänder schenkt die Berger Zunft während des Schauspiels Getränke aus. Die Pfänderbahn ist bis 21.30 Uhr in Betrieb.


Die Vorarlberger Amateur Astronomen (VAA) schlagen ihre Zelte ab 19 Uhr auf der Wiese vor der Basilika Bildstein auf. Besucher haben die Möglichkeit, die partielle Sonnenfinsternis mit einem Teleskop zu bewundern. „Was man unter keinen Umständen machen sollte, ist ungeschützt ohne Filter in die Sonne zu schauen. Das ist sehr schlecht für die Augen“, unterstreicht VAA-Obmann Udo Peter. „Ein Teleskop oder Fernglas wirkt wie ein Brennglas, wenn man es gegen die Sonne hält. Damit könnte man eine Zigarette anzünden. Auch eine Sonnenfinsternisbrille ist unbedingt zu empfehlen.“

Die nächste partielle Sonnenfinsternis über Vorarlberg findet in gut einem Jahr, am 2. August 2027, statt. Der Bedeckungsgrad liegt dann bei knapp 55 Prozent.
