Große Himmelsshow über Vorarlberg: Am Mittwoch wird es plötzlich finster

VN / 07.08.2026 • 15:30 Uhr
Große Himmelsshow über Vorarlberg: Am Mittwoch wird es plötzlich finster
Udo Peter, Obmann der Vorarlberger Amateur Astronomen, und Robert Seeberger sind schon in den Startlöchern. Canva, VN

Am Mittwochabend schiebt sich der Neumond vor die Sonne. Was Experten unbedingt empfehlen.

Schwarzach Am kommenden Mittwochabend (12. August) werden viele Menschen in Europa gebannt zum Himmel blicken. Auf einem schmalen Streifen, der sich von der Arktis über Teile Grönlands, die Westküste Islands und Spanien bis zu den Balearen erstreckt, ist an diesem Tag eine totale Sonnenfinsternis zu sehen. Von Vorarlberg aus betrachtet, wird die Sonne zu knapp 90 Prozent verdeckt sein.

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Bei der Sonnenfinsternis am 20. März 2015 waren in Vorarlberg rund 63 Prozent der Sonne vom Mond bedeckt. VN/Steurer
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Auch am Mittwoch richten sich wieder viele Blicke zum Himmel.

Der Vorhang für das Spektakel fällt kurz vor Sonnenuntergang. „Um 19.24 Uhr schiebt sich der Neumond vor die tief im Westen stehende Sonnenscheibe“, erläutert der Bludenzer Astronom Robert Seeberger (66). Die maximale Verdunkelung findet zur Hauptsendezeit um 20.17 Uhr statt. „Zu diesem Zeitpunkt stehen Sonne und Mond nur 2,5 Grad über dem Horizont. 20 Minuten später geht die großteils verfinsterte Sonne unter“, ergänzt Seeberger, der sich am selben Abend auf ein weiteres Highlight am Himmel freut – den Höhepunkt der Perseidenschauer. Zwischen 22 und 4 Uhr fliegt durchschnittlich eine Sternschnuppe pro Minute vorbei.

Große Himmelsshow über Vorarlberg: Am Mittwoch wird es plötzlich finster
Robert Seeberger ist am Mittwoch als Experte in Lech zu Gast. “Eine 90-prozentige SoFi ist wunderschön”, schwärmt er.

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In Teilen Spaniens herrscht wegen der Sonnenfinsternis bereits Ausnahmezustand. Entlang der sogenannten Totalitätszone sind die Hotels vielerorts ausgebucht. Reiseveranstalter sprechen von einer Nachfrage, wie sie sonst nur bei internationalen Großereignissen zu beobachten ist. Das ist kein Zufall. Sonnenfinsternisse, vor allem totale, sind laut Seeberger extrem selten. Die letzte totale Sonnenfinsternis in Österreich fand 1999 statt, die nächste wird es 2081 geben.

Amateur-Astronom Philipp Salzgeber hält die Sonnenfinsternis auf Fotos fest. Fotos: VN/Paulitsch
Die Wahl des Aussichtspunkts ist entscheidend.

Für besonders begehrte Balkone werden in Spanien deswegen bis zu 700 Euro verlangt, berichten Medien. Da die Sonnenfinsternis kurz vor Sonnenuntergang stattfindet, ist die Wahl des Aussichtspunkts auch in Vorarlberg entscheidend. Schon ein kleiner Hügel, ein Baum oder ein Gebäude kann die Sicht in den entscheidenden Sekunden verdecken. Gleichzeitig muss die Richtung stimmen: West-Nordwest.

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Zum Schutz der Augen ist eine Sonnenfinsternisbrille unbedingt erforderlich. VN/Paulitsch

Robert Seeberger rät, den Beobachtungsplatz schon ein oder zwei Abende davor zu testen. „Denn sogar zu Beginn der Finsternis steht die Sonne nur elf Grad hoch“, merkt er an. Er selbst ist am Mittwoch bei einer Veranstaltung auf dem Rüfikopf in Lech anzutreffen. In der Arche Bodensee auf dem Pfänder schenkt die Berger Zunft während des Schauspiels Getränke aus. Die Pfänderbahn ist bis 21.30 Uhr in Betrieb.

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In der Arche Bodensee auf dem Pfänder schenkt die Berger Zunft während des Schauspiels Getränke aus. VN/Paulitsch
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Vom Pfänder hat man freie Sicht.

Die Vorarlberger Amateur Astronomen (VAA) schlagen ihre Zelte ab 19 Uhr auf der Wiese vor der Basilika Bildstein auf. Besucher haben die Möglichkeit, die partielle Sonnenfinsternis mit einem Teleskop zu bewundern. „Was man unter keinen Umständen machen sollte, ist ungeschützt ohne Filter in die Sonne zu schauen. Das ist sehr schlecht für die Augen“, unterstreicht VAA-Obmann Udo Peter. „Ein Teleskop oder Fernglas wirkt wie ein Brennglas, wenn man es gegen die Sonne hält. Damit könnte man eine Zigarette anzünden. Auch eine Sonnenfinsternisbrille ist unbedingt zu empfehlen.“

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Die Vorarlberger Amateur Astronomen schlagen ihre Zelte diesmal in Bildstein auf. “Der Sonnenuntergang ist Richtung der Schweizer Berge. Von Bildstein aus hat man freie Sicht”, sagt Obmann Udo Peter. VAA

Die nächste partielle Sonnenfinsternis über Vorarlberg findet in gut einem Jahr, am 2. August 2027, statt. Der Bedeckungsgrad liegt dann bei knapp 55 Prozent.

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Die Perseiden, auch Tränen des Laurentius genannt, gehören zu den verlässlichsten Sternschnuppenströmen des Jahres. Der Höhepunkt wird in der Nacht auf Donnerstag erwartet. Mit den Sternschnuppen ist noch bis zum 24. August zu rechnen.  VAA