Radschnellverbindung kommt nicht vom Fleck: “Ohne Tunnel bringt es fast nichts”

Radfahrer sind verärgert: Die geplante Radschnellverbindung zwischen Sulz-Götzis und Klaus-Koblach ist ins Stocken geraten.
Klaus Armin Hartmann (81) erinnert sich noch genau. „Als der Autobahnvollanschluss Klaus besprochen wurde, gab es die Pläne bereits. Das ist gut 15 Jahre her“, sagt der Götzner und meint damit die Radverbindungen zwischen den Regionen „Am Kumma“ und „Vorderland-Feldkirch“ sowie zwischen Klaus und Koblach. Der Vollanschluss wurde im Juni 2013 eröffnet. Die Radverbindungen bestehen weiterhin nur auf dem Papier. „Das Land hat sich vorgenommen, den Radverkehrsanteil deutlich zu erhöhen. Mit den Entscheidungen, die in letzter Zeit getroffen wurden, wurde dieses Ziel vorerst leider zunichtegemacht“, stellt Hartmann fest. Sein Kollege Roland Frick (68) nickt.


Die Radschnellverbindung Vorderland/Am Kumma betrifft sechs Gemeinden. Geplant sind neun Radwegbrücken, ein rund 180 Meter langer Tunnel durch den Sattelberg und fünf Kilometer neue Radwege als Verbindung zwischen bestehenden Routen. Die Nord-Süd-Achse verläuft von der Bahnhaltestelle Sulz bis zum Feuerwehrhaus in Götzis parallel zur Bahn. Die „Ost-West-Achse“ wird entlang des Klausbachs geführt und verbindet die Bahnhaltestelle Klaus mit dem bestehenden Radwegenetz von Koblach.


„Man wäre völlig weg vom Hauptverkehr und müsste nicht auf der Bundesstraße durch Götzis fahren, wo extrem viel Verkehr herrscht und es zahlreiche Kreuzungen und Abzweigungen gibt“, erläutert Hartmann, der mit mittlerweile über 80 noch als Ersatzmitglied der Grünen in der Götzner Gemeindevertretung aktiv ist. Auch für Roland Frick wäre es „eine Riesenverbesserung“. „Die Verbindung Rankweil-Götzis ist für Radfahrer wirklich schlecht. Meine unliebsten Radstrecken in ganz Vorarlberg führen über Arbogast und von Klaus nach Götzis“, berichtet der Sulner.

Bislang ist lediglich die Unterführung bei der Bahnhaltestelle Klaus im Bau. Für dieses und das kommende Jahr sind laut Land zudem Gespräche über Grundablösen, der Bau der Verbindung zwischen der Bahnhaltestelle Klaus und der L190 sowie die Errichtung einer Querungshilfe an der L190 vorgesehen. Zentrales Element des Projekts ist der Tunnel, der Götzis mit Koblach und Klaus verbindet. „Wenn der Tunnel nicht kommt, dann bringt es fast nichts“, merkt Frick an.

Wegen der Sparmaßnahmen des Landes wurden große Fahrradwegprojekte verschoben und die Fördersätze gekürzt. „Für den Durchstich beim Sattelberg gibt es bereits einstimmige Gemeindevertretungsbeschlüsse und jetzt die Kürzungen, obwohl eigentlich alles schon versprochen war. Das geht einfach nicht“, ärgert sich Armin Hartmann. Roland Frick, der sich wie Hartmann in der Radlobby für eine fahrradfreundliche Verkehrsplanung einsetzt, ergänzt: „Wenn man bei der Radinfrastruktur spart, spart man zwar kurzfristig, langfristig verursacht es aber Kosten. Radfahren ist gesund, schadet der Umwelt kaum oder gar nicht und spart dem Staat, dem Land, der Gemeinde und auch dem Einzelnen Geld.“

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Einer Analyse zufolge könnten täglich rund 1500 Radfahrer auf der Strecke unterwegs sein. Auch die Betriebsgebiete in Klaus, Röthis und Koblach wären angebunden. Von dem Bau würden aber nicht nur Radfahrer profitieren, ist Frick überzeugt: „Wenn die Radfahrer auf den Radwegen fahren und nicht auf der Hauptstraße, ist es auch ein Vorteil für Autofahrer. Sie können dann zügiger durchfahren.“

In der Radverkehrsstrategie des Landes wurde festgehalten, dass das Projekt eine „überaus große regionale Bedeutung“ hat und daher „mit besonderem Engagement“ begleitet werden soll. Armin Hartmann und Roland Frick haben die Hoffnung noch nicht aufgegeben: „Es bräuchte Mut von den Politikern. Die Bürgermeister von Paris, Kopenhagen oder München haben es vorgezeigt. Sie sind mutig vorangegangen.”