So rettete Florian Plangg (29) ein Kleinkind vor dem Ertrinkungstod

Es war ein Wettlauf mit Sekunden, als ein dreijähriger Bub nach einem Badeunfall im Waldbad Feldkirch ins Leben zurückgerufen wurde – dank einer hervorragenden Rettungskette.
Feldkirch Der Bludenzer Florian Plangg besuchte am Montagnachmittag das Waldbad Feldkirch. Mit dabei: seine Schwester und sein kleiner Neffe. Nicht mit dabei war die Ahnung, dass ein dramatisches Ereignis sogleich eine neue Seite im Buch seines Lebens aufschlagen sollte – als Lebensretter.
“Schon blau angelaufen”
Es war um 16:30 Uhr, als sich der 29-jährige von der blauen Rutsche ins Schwimmbecken hinabgleiten ließ. Anschließend im Wasser fiel ihm etwas Merkwürdiges auf, wie der Bludenzer den VN schilderte: “Im Wasser trieb ein kleiner Bub ohne Schwimmhilfen. Erst dachte ich, er würde nur tauchen. Dann aber fiel mir auf, dass etwas nicht stimmt. Das Kind gab keine Lebenszeichen von sich, sein Kopf befand sich halb im Wasser. Und es war schon blau angelaufen.”
Florian erkannte sofort, dass der Dreijährige bewusstlos war. “Ich zog ihn vorsichtig aus dem Becken und klatschte ihm auf den Rücken, um das Wasser aus seinen Lungen zu klopfen. Ich hoffte, dass es nicht schon zu spät war. Dann sagte ich meinem Neffen, dass er sofort die Bademeister alarmieren soll.”
Der 29-Jährige übergab den bewusstlosen Buben sofort dem Bademeister. Er schätzt im Nachhinein, dass sich das Kind bereits zwei bis drei Minuten in diesem Zustand im Wasser befunden hatte. “Später sagte mir ein Arzt, dass schon zwei, drei Sekunden später tödlich für das Kind ausgehen hätten können.”

Glückliche Umstände im Unglück
Dann zeigte sich, wie reibungslos die anschließende Rettungskette beim Feldkircher Waldbad ablief. Bademeisterin Sascha startete per Lautsprecher sofort einen Aufruf an anwesende Rettungskräfte und kümmerte sich um die verzweifelte Mutter. Auch Bademeister Christof Breuss alarmierte Ärzte, die zufällig als Gäste vor Ort waren und herbeieilten, während er den Defibrillator vorbereitete.

Inzwischen hatte ein weiterer Bademeister mit der Reanimation des Kindes begonnen, die anschließend von professionellen Medizinern übernommen wurde. Denn im Waldbad hatten sich zufällig zwei anwesende Ärztinnen des Landeskrankenhauses Feldkirch und eine Kinderkrankenschwester aufgehalten. Sie führten anschließend die Wiederbelebung fort.

Anwesend war auch Mario Roggenhofer, ein langjähriger Stammgast beim Waldbad, der schon selbst einmal ein Kind vor dem Ertrinken gerettet hatte, und seine Frau. “Sie ist Krankenschwester und hat mir gleich gesagt, ich soll die Leute fernhalten. Das tat ich dann auch, weil es notwendig war, damit der Rettungseinsatz nicht behindert wurde. Es war unglaublich, wie viele Gaffer sich da plötzlich versammelt hatten.”

Keine bleibenden Schäden
Der dreijährige Bub wurde nach seiner Wiederbelebung zur medizinischen Abklärung ins Landeskrankenhaus Feldkirch gebracht. Es gab glücklicherweise keine Hinweise auf erlittene, bleibende Gesundheitsschäden.
Doch wie war es dem Kleinen überhaupt gelungen, unbemerkt von seinen Eltern zur Rutsche zu gelangen? Laut Bericht der Polizei hatte sich der Junge in einem unbeobachteten Moment von seiner Mutter entfernt. Sie hatte sich zu diesem Zeitpunkt im Bereich des Kinderbeckens aufgehalten, wo sie auf einen weiteren, eineinhalbjährigen Spross aufpasste. Der Dreijährige rutschte dann eine Rutschbahn hinunter und ging im Wasser unter, da er keine Schwimmhilfen trug.