Massive Vorwürfe gegen Vorarlberger Tierarzt: “Völlig absurde Ausflüchte”

VN / 13.08.2026 • 15:18 Uhr
Massive Vorwürfe gegen Vorarlberger Tierarzt: "Völlig absurde Ausflüchte"
Die Anschuldigungen wiegen schwer und werden aktuell sogar zum Politikum. VGT-Aktivistin Sandy P. Peng verfolgt den Fall mit Akribie. © Parlamentsdirektion (Symbol), VGT

Ein Tierarzt, der gleichzeitig Landwirt ist, soll eine Kuh schwer misshandelt haben. Sandy P. Peng vom Verein gegen Tierfabriken (VGT) zu den weiteren Hintergründen in der Causa.

Schwarzach Die Anschuldigungen wiegen schwer und werden aktuell sogar zum Politikum. Videoaufnahmen zeigen einen Vorarlberger Landwirt, der in der Nacht im Stall offensichtlich eine Kuh misshandelt, indem er sie anbrüllt und auf das Tier einschlägt. Heikles Detail dabei: Der betreffende Landwirt ist von Beruf Tierarzt.

Massive Vorwürfe gegen Vorarlberger Tierarzt: "Völlig absurde Ausflüchte"
In einem Stall soll ein Tierarzt einen schweren Fall von Misshandlung eines Tieres begangen haben. © Parlamentsdirektion (Symbol)

“Mehrere Informanten”

Die Aufzeichnungen wurden unter anderem an den Verein gegen Tierfabriken (VGT) übermittelt. Dessen Aktivistin Sandy P. Peng bestätigte gegenüber den VN, dass die Videoaufnahmen “über mehrere Informanten mehrfach an den VGT zugeschickt wurden”. Über die Identität der Informanten schweigt sich Peng zur Wahrung der Anonymität aus, nur so viel: “Es handelt sich um Personen aus der betreffenden Ortschaft.”

In einer Stellungnahme gegenüber der “NEUEN Vorarlberger Tageszeitung” bestritt der Tierarzt den Vorwurf der Tierquälerei und erklärte, er habe in jener Nacht nur Ungeziefer vertrieben. Das laute Geräusch sei entstanden, als er eine Kuh aus einem Futtertrog rettete.

Massive Vorwürfe gegen Vorarlberger Tierarzt: "Völlig absurde Ausflüchte"
Sandy P. Peng ist überzeugt, dass es sich um einen Fall von Tierquälerei handelt. VGT

Die in Sachen Tierhaltung erfahrene VGT-Aktivistin bezeichnet diese Aussagen als “völlig absurde Ausflüchte”. Denn ihrer Meinung nach sei es nicht nachvollziehbar, dass man sich um 1 Uhr in der Nacht in einen Stall begebe, um dort Ungeziefer zu bekämpfen. “Und wieso mit einer Stirnlampe? Laut unseren Informanten ging er öfters nachts in den Stall und brüllte vulgär und lautstark mit den Tieren. Außerdem kann ich mir nicht vorstellen, dass jedes Mal eine Kuh in den Futtertrog gefallen ist. Und auch das gäbe dem Mann nicht das Recht, so mit einem Lebewesen umzugehen”, ergänzt sie.

Polizei ermittelt

Nach mehrfacher Überprüfung der zugesandten Videos sei Peng überzeugt, dass hier eine schwere Misshandlung einer Kuh vonstattengegangen sei. Übrigens seien noch zwei weitere Videoaufzeichnungen beim VGT eingegangen, in denen der Tierarzt auch untertags “fluchend und brüllend” im Stall zu hören sei.

Auch die Polizei hat sich indes der Angelegenheit angenommen. “Aufgrund einer bei der Polizei eingebrachten Meldung wurden erste Erhebungen zur Sachverhaltsfeststellung getätigt. Die polizeilichen Erhebungen zur Prüfung des Sachverhalts dauern derzeit noch an”, hieß es offiziell seitens der Landespolizeidirektion auf Anfrage der VN.

Polit-Reaktionen

Inzwischen haben sich auch mehrere politische Fraktionen zum angeblichen Vorfall geäußert. Die Grünen zeigen sich entsetzt und fordern vollständige Aufklärung. Dasselbe wünscht sich auch die SPÖ, deren Landwirtschafts- und Tierschutzsprecher Reinhold Einwallner gleichzeitig auf die Unschuldsvermutung hinweist. Neos-Tierschutzsprecherin Fabienne Lackner verlangt eine unabhängige Prüfung der Situation und eine sofortige Sicherung des Tierwohls.