“Urige Kärra” und große Hilfsbereitschaft auf Fraxerns Straßen

Oldtimertraktoren und eine Benefizaktion zogen mehrere hundert Menschen in das Bergdorf.
Fraxern Über 120 historische Traktoren, bestes Wetter und ein guter Zweck: Beim Oldtimertraktorentreffen in Fraxern kamen hunderte Besucherinnen und Besucher zusammen, um die alten Maschinen zu bestaunen und gleichzeitig Gutes zu tun. 20 Anhänger Brennholz wurden versteigert, um Bernd Ranninger und seine Familie zu unterstützen. Der 34-jährige Forstunternehmer erlitt im vergangenen Winter einen Herz-Kreislauf-Stillstand und fiel anschließend ins Koma. Rund 20.000 Euro kamen bei der Versteigerung zusammen.

Große Holzspaltaktion
Der Verein “Urige Kärra Fraxern” um Obmann Daniel Nachbaur begann bereits im Mai mit den Vorbereitungen für die Versteigerung und organisierte eine große Holzspaltaktion. Rund 40 Helferinnen und Helfer, darunter vor allem Kollegen Ranningers und Vereinsmitglieder, arbeiteten etwa 60 Meter Holz auf, spalteten, frästen und trockneten es. Das Holz wurde großteils von den Agrargemeinschaften Weiler und Rankweil zur Verfügung gestellt. “Es ist echt unglaublich, was zusammengebracht wird, wenn einige Leute zusammenhelfen. Das ist wirklich toll”, sagt Peter Ranninger, Vater von Bernd. Das Brennholz wurde in 20 Pakete aufgeteilt und jeweils mit Sachpreisen und Dienstleistungen wie beispielsweise einer Feuerschale, einem Gasgrill oder einer Schnapsverkostung kombiniert und versteigert.

“A Gaude ha und zemmheba”
Den Auftakt der Veranstaltung machte am Freitagabend der “Gaude-Cup”, bei dem Viererteams in verschiedenen Geschicklichkeitsspielen gegeneinander antraten. Am Samstag standen neben der Versteigerung die Traktoren im Vordergrund. Über 120 Teilnehmerinnen und Teilnehmer nahmen an der großen Rundfahrt in Fraxern teil. Außerdem gab es ein Traktorenpulling, bei dem ein Traktor um die Wette gezogen wurde. Zum Kinderprogramm gehörten eine Hüpfburg, ein Spielplatz und ein Malwettbewerb. Trotz der heißen Temperaturen zog die Veranstaltung ein großes Publikum an. Für einen reibungslosen Ablauf sorgten die 25 Vereinsmitglieder gemeinsam mit externen Helferinnen und Helfern. Das Wichtigste am Verein ist für Obmann Daniel Nachbaur “Mitnand a Gaude ha und zemmheba”.


Erfolge im Alltag
Während der Verein mit der Aktion Unterstützung leistet, macht Bernd Ranninger in seinem Alltag Fortschritte. Vor etwa zwei Monaten wurde er aus dem Krankenhaus entlassen und wird nun von seinen Eltern gepflegt. Physio-, Logo- und Ergotherapie gehören weiterhin zu seinem Alltag. Zusätzlich wird die Familie regelmäßig durch den Krankenpflegeverein unterstützt. Für die Pflege zu Hause haben die Eltern einige Anpassungen im Wohn- und Badezimmer gemacht, damit sie ihren Sohn bestmöglich versorgen können. Der 34-Jährige muss viele Bewegungsabläufe neu lernen, wie beispielsweise das Aufstehen, Gehen, Greifen oder Essen. Obwohl die Ärztinnen und Ärzte anfangs skeptisch waren, macht er stetig Fortschritte. Ein großer Vorteil ist wahrscheinlich sein junges Alter. “Vor knapp zwei Wochen konnte er sogar sein erstes Schnitzel essen”, erzählt Peter Ranninger stolz. LEM






