KI-Kiosk sperrt zu: So geht es in der Belruptstraße weiter

Es sollte ein neuer Treffpunkt in Bregenz werden, doch ein Anrainer hatte etwas dagegen.
Bregenz Das Aus kommt plötzlich: Nach nur vier Monaten ist für den KI Kiosk International in der Belruptstraße in Bregenz schon wieder Schluss. Ein Anrainer, der im selben Haus wohnt, hat den Eigentümer geklagt. Die Betreiber Roland Lang (52) und Rahel Schoenthal (43) ziehen die Reißleine und schließen den Kiosk Ende August. In einem Statement in den sozialen Medien rechnen die beiden mit ihrem Widersacher ab: „Nachdem unsere Gäste über Wochen von Balkonen, Dächern und aus Autos fotografiert wurden, gönnen wir unserem Nachbarn und seiner Bande nun die wohlverdiente Ruhe bis zum nächsten Pächter. Somit ist sein ,Garten‘ (O-Ton Nachbar) vor dem Kiosk wieder frei und der ,Belagerungszustand‘ vor seinem Haus beendet“, schreiben sie.

Der Kiosk ist in den Sommermonaten bis 20 Uhr geöffnet, in den übrigen Monaten gelten kürzere Öffnungszeiten. Auslöser des Konflikts sind laut Eigentümer Manuel Hehle (39) ein paar Tische, die die Betreiber vor dem Kiosk aufgestellt haben. „Warum hat ein Einzelner so viel Macht, Sachen kaputtzumachen?”, fragt sich Hehle. “Auf der anderen Seite gibt es Hunderte Leute, die das super finden. Der Kiosk und seine Betreiber sind aus meiner Sicht ein echter Mehrwert für das Quartier und für Bregenz. Es ist viel besser und ordentlicher als davor“, ergänzt er.

Viele Unterstützer sehen das ähnlich und nehmen dabei auch die Stadt Bregenz in die Pflicht. Bürgermeister Michael Ritsch seinerseits verweist auf die rechtlichen Grenzen. „Es handelt sich um Nachbarschaftsrecht“, sagt er. „Wir waren im Austausch mit den Betroffenen. Wir können aber nur im Rahmen unserer Möglichkeiten helfen, die in diesem Fall leider sehr begrenzt beziehungsweise rechtlich gar nicht vorhanden waren.“

Gemeinsam mit den Miteigentümern will Manuel Hehle nun nach einer „guten und nachhaltigen Lösung“ suchen. Er habe die Hausverwaltung bereits ersucht, die entsprechende Willensbildung innerhalb der Eigentümergemeinschaft einzuleiten. Da ein Mietvertrag für das Lokal besteht, suchen die Betreiber derzeit nach einem Nachfolger mit einem Konzept, das sich möglichst gut in das Haus und die Nachbarschaft einfügt. „Es ist ein Gewerbe, darum muss man ein anderes Konzept finden“, erläutert Hehle. Roland Lang und Rahel Schoenthal wollen an der Idee des Kiosks als sozialem Treffpunkt festhalten. „Nur an dieser Stelle geht es für uns nicht weiter”, betonen sie.
