900 Kilometer und 38.000 Höhenmeter in 17 Tagen: Alexander Kluckner läuft quer durch Österreich

VN / 20.08.2026 • 16:00 Uhr
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Alexander Kluckner startet am 31. August sein bisher größtes Projekt. VN/JUN

Drei Jahre hat er darauf hingearbeitet. Nun startet Alexander Kluckner ein extremes Projekt – und läuft für Herzkinder Österreich von einem Ende des Landes zum anderen.

Bartholomäberg Einmal quer durch Österreich. Zu Fuß. 17 Tage lang. 38.000 Höhenmeter. 900 Kilometer. Darauf hat Alexander Kluckner, der in Bartholomäberg wohnt, drei Jahre lang intensiv hingearbeitet. Der 40-Jährige startet am 31. August in Deutsch-Jahrndorf im Dreiländereck Österreich–Ungarn–Slowakei.

In Bangs im Dreiländereck Österreich–Schweiz–Liechtenstein endet sein Lauf. “Das sind dann die am weitesten voneinander entfernten Punkte Österreichs.” Luftlinie liegen die Orte rund 570 Kilometer auseinander, seine Route durchs Gebirge misst jedoch rund 900 Kilometer. “Das hat mich zunächst erschreckt, aber nicht abgeschreckt”, sagt er. Gemeinsam mit seinem Physiotherapeuten und Trainer hat er die Strecke geplant.

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Seit drei Jahren trainiert er auf sein Projekt hin. Kluckner

In 17 Tagen geht es rauf und runter, durchschnittlich neun Stunden täglich. Die härteste Etappe wird die Durchquerung des Tennengebirges. Dort muss Kluckner 68 Kilometer und 4500 Höhenmeter bewältigen. Die kürzeste Etappe führt ihn über 46,4 Kilometer und 2500 Höhenmeter von Berwang nach Elbigenalp. Auf seiner 14. Etappe kommt er durch seine Heimatgemeinde Leutasch.

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Marathons laufen wurde ihm schnell zu langweilig. Kluckner

Die Route führt möglichst abseits der Hauptstraßen. Am Ende jeder Etappe warten seine beiden Onkel mit dem Wohnmobil auf ihn. Sie fahren zum nächsten Campingplatz und bringen ihn morgens wieder zum Ausgangspunkt. So braucht er keine Hütten und muss weniger Gepäck tragen.

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Auch Schlechtwetter hält ihn nicht davon ab, laufen zu gehen. Kluckner

“Meine größte Angst ist, dass ich umknicke”, sagt Kluckner, der als Geotechniker bei den illwerke vkw arbeitet. “Dann ist das Band ab und das Projekt aus.” Wenn man den ganzen Tag läuft, “musst du aufmerksam sein, obwohl du müde bist”. Ein Testwochenende mit 124 Kilometern liegt bereits hinter ihm. Ausgerechnet auf dem einfachsten Abschnitt knickte er mit dem Fuß um – zum Glück ohne Folgen.

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Sein Training absolviert er vor allem morgens, noch vor der Arbeit. Kluckner

Mit dem Laufen begann er während seines Zivildienstes an der Landesfeuerwehrschule. Anfangs lief er in der Turnhalle, doch das wurde ihm rasch zu eintönig. “Das Laufen geht einfach”, sagt er. Man brauche dafür nicht viel und könne direkt von zu Hause aus starten.

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17 Tage einmal quer durch Österreich: Am 31. August geht es los. Kluckner

Nach Marathons in Moskau und Prag wagte er sich schließlich an Ultraläufe. Zum Trailrunning fand er, weil er die Berge liebt. “Die allerschönsten Momente, bei denen mir das Herz aufgegangen ist, waren am Gipfel. Das relativiert alles.”

Vielfältiges Training

Der Bauingenieur hat schon immer viel gearbeitet. “Ich hocke nur vor dem Computer, 50 Stunden die Woche.” Zwischen 4 und 5 Uhr steht er auf, um vor der Arbeit Sport zu treiben. “Du brauchst Disziplin und Geduld, um durchzuhalten. Dann kann man es wirklich schaffen.” Durchschnittlich trainiert er täglich 2:13 Stunden. Dazu gehören Yoga, Rudern, Radfahren, Schwimmen und Langlaufen. Sein Erfolgsrezept sei das Grundlagentraining. Erst Anfang dieses Jahres begann er zusätzlich mit Krafttraining. “Das war ein Gamechanger”, sagt Kluckner.

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Er trainiert strikt nach einem Trainingsplan. Kluckner

Für die Österreich-Durchquerung benötigt er täglich rund 8000 Kalorien. Drei Liter Wasser mit Maltodextrin trägt er mit sich. Alle 15 Minuten muss er trinken, alle 45 Minuten etwas von seinem Milchreis essen. Weil die drei Liter Wasser nicht ausreichen, hat er Trinkbrunnen entlang der Strecke markiert.

Für den guten Zweck

Mit dem Charity-Lauf sammelt Kluckner Spenden für Herzkinder Österreich. Sein Freund hat ein herzkrankes Kind, das direkt nach der Geburt wegen eines Herzfehlers notoperiert werden musste. “Wir können uns unglaublich dankbar schätzen, gesund auf die Welt zu kommen und gesund zu sein”, sagt Kluckner. Das Spendenziel liegt bei 10.000 Euro.

“Ein bisschen größenwahnsinnig bin ich schon”, gesteht er. 2023 entstand die Idee, jedes Land der Welt zu durchlaufen. “Jetzt fange ich erst einmal mit Österreich an.”