Familienvater krankenhausreif geprügelt: Was wirklich am “Blauen Platz” geschah

Die Details und Hintergründe zur Gewalteskalation in Lustenau. Und was örtliche Gastronomen zur Problematik am “Blauen Platz” sagen.
Lustenau Es geschah vor den Augen seiner Frau, seines dreijährigen Kindes und entsetzter Restaurantbesucher: Am Montagabend waren der Vater und seine Familie bei der Pizzeria “Azurra” am “Blauen Platz” zu Gast, ehe der Mann zum Opfer einer Gewaltattacke wurde. Wie Recherchen der VN vor Ort ergaben, tauchte plötzlich eine Gruppe von Jugendlichen am Platz auf, lautstark randalierend und pöbelnd.
Als der Gast die Gruppe zurechtweisen wollte (“Benehmt euch, es sind Kinder hier”), sollte die Situation eskalieren. Er wurde von den Jugendlichen angegriffen und schritt schließlich selbst ein. Als er auf die Gruppe zuging, hielt er noch seine Frau, die das weinende Kind in den Armen trug, zurück. Daraufhin wurde der Familienvater brutal attackiert. Ein auch den VN zugespieltes Video hielt die erschütternden Szenen fest.
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Der Angegriffene fiel drei Mal zu Boden. Schlussendlich wurde der Mann von mehreren Angreifern mit Fußtritten und Faustschlägen traktiert, während seine Frau die Angreifer fluchend anschrie. Das Opfer erlitt Rippenbrüche und musste anschließend im Krankenhaus behandelt werden.
Aus dem Oberland?
Marcel Lerch, Besitzer der Pizzeria, traf erst nach dem Vorfall vor Ort ein. “Als ich ankam, war bereits die Polizei vor Ort. Zu der Tätergruppe kann ich noch nicht viel sagen. Ich vermute, dass sie aus dem Oberland kam, wie ich aus den Kennzeichen ihrer Fahrzeuge schloss”, schilderte Lerch den VN. Er vermutet, dass es sich um dieselbe Gruppe handelt, die sich oft und gern vor einem benachbarten Shop versammelt.
Sandro Wölfl, Betreiber des Lokals “Lausbuob” am “Blauen Platz”, ist das Problem bekannt. Aus eigener Erfahrung, wie er gegenüber den VN sagt. “Hier am Blauen Platz kam es schon des Öfteren zu Ausschreitungen. Ich schätze, so alle zwei bis drei Monate. Und die Gewaltbereitschaft steigt merklich.”

Die Gründe seien bekannt. Da würden unter anderem immer wieder auch Jugendliche mit Mopeds rücksichtslos über den Platz brausen. Als einen “Hotspot” in diesem Bereich bezeichnet Wölfl den benachbarten Sutterlüty-Parkplatz, der immer wieder zum Schauplatz der Tuning-Szene werde. “Der Parkplatz ist über Nacht offen, obwohl schon mal eine Schranke angebracht worden war. Doch die wurde demoliert. Und immer wieder dringt der Lärm quietschender Reifen zu uns rüber.” Auch dieses Klientel zähle zu den Unruhestiftern am “Blauen Platz”.
“Sicherheitskonzept überlegen”
Wölfl kritisiert einiges an der derzeitigen Situation. “Zunächst sollte die Polizei dringend mehr Präsenz an diesem Ort zeigen. Dann müsste der Blaue Platz in der Nacht beleuchtet werden. Und außerdem wären Überwachungskameras angebracht, die fehlen hier nämlich.”
Er selbst habe zwar Überwachungskameras in seinem eigenen Lokal installiert. Draußen – abgesehen vom Außenbereich seiner Bistro-Bar – sei das allerdings aus Datenschutzgründen nicht möglich. “Aus all diesen Gründen bin ich der Meinung, dass wir Gastronomen uns hier ein spezielles Sicherheitskonzept überlegen sollten”, so Wölfl zu den VN.
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Gewalttäter inzwischen identifiziert
Wie die Landespolizeidirektion Vorarlberg auf Anfrage der VN am Donnerstag bestätigte, konnten mittlerweile sämtliche Angreifer aufgrund des Videos identifiziert werden. Nach dem Abschluss der Ermittlungen werde Anzeige an die Staatsanwaltschaft erstattet.