Goldene Einhörner für Bludenz

1800 Besucherinnen und Besucher sahen bei der Alpinale 70 Kurzfilme aus 22 Ländern.
Bludenz Die 41. Alpinale ist zu Ende. Fünf Tage lang stand Bludenz im Zeichen des Kurzfilms: Mehr als 1.800 Besucherinnen und Besucher verfolgten ein Programm, das von Kurzspielfilmen und Animationen über v-shorts und VR-Arbeiten bis zum Kinderkurzfilmprogramm und den Horror-Nächten reichte. 70 Kurzfilme aus 22 Ländern gingen ins Rennen, ausgewählt aus mehr als 1.300 Einreichungen. Insgesamt 809 Minuten Film kamen zur Aufführung.
Das Wetter spielte weitgehend mit, die Festivalabende fanden unter freiem Himmel statt. Auch Wind und Regen am Samstag änderten daran nichts: Die Preisverleihung ging wie geplant vor der Remise über die Bühne.
Über die Auszeichnungen entschieden zwei unabhängige Jurys, den Publikumspreis vergaben die Besucherinnen und Besucher selbst. Er ging an den französischen Animationsfilm „Une Guitare a la mer“ von Sophie Roze; die halbstündige Arbeit aus dem Jahr 2024 wurde mit dem Goldenen Einhorn für den Publikumspreis ausgezeichnet. Das junge Publikum wählte „Vor meiner Tür auf einer Matte“ von Antje Heyn (Deutschland) zum besten Kinderkurzfilm.
Das Goldene Einhorn für den besten Kurzspielfilm erhielt „Found & Lost“ von Reza Rasouli (Österreich). Die Jury hob hervor, wie subtil und authentisch der Film den Zusammenprall zweier Welten inszeniere; man habe dem verletzlichen Protagonisten dabei zugesehen, wie er in fremder Umgebung seinen inneren Kompass zu bewahren versucht.
Faszinierende Optik
Als bester Animationsfilm wurde „Ostrich“ von Marie Kenov (Schweiz) ausgezeichnet – eine Arbeit über den Druck des Schönheitswahns, in der ein Spatz in die Welt der Selbstoptimierung gerät und am Ende erfährt, dass Individualität fliegen lässt.
Die mit 500 Euro dotierte Filmklappe in der Kategorie v-shorts ging an Jan Schenk für „Zwischen Linien“. Das Preisgeld stellten die Fachvertretung der Film- und Musikwirtschaft der Wirtschaftskammer Vorarlberg und das Filmwerk Vorarlberg zur Verfügung. Die Jury sah darin ein Beispiel für das filmische Potenzial der Region und lobte die Kombination aus Bildsprache und Montage ebenso wie die Entscheidung, Informationen gezielt zurückzuhalten, um die größtmögliche Wirkung zu erzielen. Sie hofft, dass der Filmemacher weiter im Dokumentarfilm arbeitet.
In der Kategorie Horror setzte sich „Blossom needs a ride home“ von Tim Schwagel (USA) durch, laut Jury ein präzise inszenierter Film mit origineller Grundidee und starker Hauptdarstellerin. Er halte die Spannung durchgehend aufrecht und lasse das Publikum dank skurriler Nebenfiguren bis zuletzt im Ungewissen. Eine Lobende Erwähnung erhielt „Glory Hole“ von Andoni Fernandez (Spanien).
Das Goldene Einhorn für den besten VR-short ging an „Lichtung“ von Aria Wolf (Deutschland). Der Beitrag verbindet interaktive Spielelemente mit Animation und immersivem Sounddesign: Mit dem Strahl einer Taschenlampe erweckt man eine zunächst im Dunkeln liegende Waldlandschaft nach und nach zum Leben. Eine lobende Erwähnung ging an „Oranova: Night Market“ von Merel Barends (Niederlande), der mit seiner faszinierenden Optik die Grenzen gängiger VR-Ästhetik auslotet.