Kreisverkehrsbaustelle in Rankweil: Das sagen die umliegenden Geschäftsinhaber

Weniger Umsatz, fehlende Kundschaft und erschwerte Zufahrten treffen manche Betriebe.
Rankweil Seit Anfang Juli wird bei der Kreuzung Stiegstraße, Alemannenstraße und Ringstraße ein neuer Kreisverkehr gebaut. Die Umleitungen treffen nicht nur die Verkehrsteilnehmer, sondern machen sich auch bei den umliegenden Geschäften bemerkbar. Kundschaft meidet den Bereich oder findet sich mit den Umleitungen nicht zurecht. Die Gemeinde ist mit den Anrainern im Austausch, entspannen wird sich die Situation aber wohl erst in drei Wochen, wenn der Kreisverkehr fertiggestellt ist.
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Fehlende Kundschaft
Bei Bäck Breuss und der Vinomna-Apotheke sind die Folgen der Umleitungen deutlich spürbar. “Von den Stammkunden fehlen nicht viele, aber die Laufkundschaft fehlt fast zur Gänze”, erzählt Johannes Breuss. Insgesamt fehle der Bäckerei aktuell 30 Prozent des Umsatzes. Manche Kundinnen und Kunden kämen gar nicht, andere selten und kauften dafür umso mehr auf einmal. Besonders die Kundschaft aus Muntlix, Batschuns und Laterns bleibt aus, da sie auf dem Heimweg über andere Straßen geleitet wird. Breuss musste deshalb auch die Produktion reduzieren, damit möglichst wenig Ware übrig bleibt.

Auch Andrea Gächter, Inhaberin der Vinomna-Apotheke, berichtet von über einem Drittel weniger Kundschaft und Umsatz, da die Menschen nicht vorbeifahren. Sie hofft, dass die Bauarbeiten zeitgerecht abgeschlossen werden. Zudem hätte sie sich gewünscht, dass einige Nebenstraßen offen geblieben wären. Ein paar hundert Meter weiter, beim Sutterlüty in der Stiegstraße, sind die Umsätze zu Beginn der Baustelle gravierend zurückgegangen, schildert Marktmanagerin Fabienne Haid. Mittlerweile habe sich die Situation wieder etwas eingependelt.

Unklarheiten bei der Zufahrt
Beim Schuhgeschäft GEA gehen oft Anrufe ein, weil Kundinnen und Kunden nicht wissen, wie sie zufahren können, berichtet Mitarbeiterin Renate Kaufmann. Um das Geschäft zu erreichen, müssen sie an einem Fahrverbotsschild mit der Zusatztafel “Ausgenommen Anrainerverkehr” vorbei. Möglicherweise ist vielen nicht klar, dass unter Anrainerverkehr auch die Zufahrt zu den Geschäften fällt. Ähnliche Rückmeldungen bekommt die Vinomna-Apotheke. Stammkunden erzählen Gächter, dass die Zufahrt umständlich sei. Auch bei Sutterlüty war die Verunsicherung am Anfang groß. Viele wussten nicht, wie sie den Markt erreichen können. Einige Kundinnen und Kunden weichen auch weiterhin auf den Sutterlüty am Bahnhof aus, um die Umleitungen zu vermeiden, berichtet Haid.

Nicht alle gleich stark betroffen
Während Bäck Breuss und die Vinomna-Apotheke starke Rückgänge bei der Kundenfrequenz verzeichnen, sind bei anderen Betrieben die Auswirkungen geringer. Sport Lehninger, Expert Tschanett, GEA und das Tabakgeschäft Friedrich bemerken zwar weniger Kundschaft, sie führen den Rückgang aber nicht nur auf die Umleitungen zurück, sondern auch auf die Urlaubszeit.


Das sagt das Rathaus
Der Gemeinde Rankweil sind die Beschwerden und Anliegen der Anrainerinnen und Anrainer bewusst. Fleur Weiland von der Pressestelle Rankweil erklärt, dass sich die Bürgermeisterin Katharina Wöß-Krall und das zuständige Fachpersonal mit den Betroffenen im Austausch befinden. Die Verkehrsführung sei durchdacht, aber sehr komplex und nicht für alle auf Anhieb nachvollziehbar. Da es sich um eine Landesstraße handelt, liege die Zuständigkeit beim Land Vorarlberg. Die Gemeinde werde die Rückmeldungen der Betroffenen an das Land weiterleiten. Bei zukünftigen Bauarbeiten, wie beispielsweise dem weiteren Kreisverkehr im kommenden Sommer, sollen die Anliegen beachtet werden, sagt Weiland. LEM