“Bares für Rares”-Flair in Bludenz – diese Schätze sind in Vorarlbergs Kellern und Dachböden zu finden

Dem aus “Bares für Rares Österreich” bekannten Händler Markus Schwindsackl wurden viele interessante Stücke vorgelegt.
Bludenz Beim ersten “antiKKunst”-Markt in der Bludenzer Altstadt konnten Besucher am Samstag nicht nur durch allerlei alte Schätze stöbern. Es wurden auch 25 kostenlose Beratungslose vergeben, mit denen sie private Gegenstände durch Markus Schwindsackl einordnen lassen konnten. Der aus der Fernsehsendung “Bares für Rares Österreich” bekannte Händler nahm an diesem Tag einige interessante Stücke unter die Lupe.

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Alte Fenster mit neuem Wert
Zu den interessantesten Gegenständen des Tages zählten für Schwindsackl die mehrfarbigen Jugendstilfenster von Karl Wachter. Der 79-jährige Bludenzer spazierte im Jahr 1970 an einer kurz vor dem Abriss stehenden Villa vorbei: “Ich fragte den Eigentümer und den Bauherrn, ob ich die Fenster haben kann, und sie stimmten zu.”

Vier Stück ließ er restaurieren und baute sie als Innentür in seinem Haus ein. Die restlichen 20 verstaute er auf dem Dachboden. Bei einer Sanierung vor zwei Jahren kamen sie wieder zum Vorschein. Nun will er sie verkaufen. Schwindsackl datierte sie auf die Zeit zwischen 1900 und 1910. Obwohl sie teilweise Sprünge und ausgebrochene Glasstücke haben, stufte sie der 61-jährige Dornbirner mit 150 bis 300 Euro pro Stück ein. Ein Preis, mit dem Wachter sehr zufrieden wäre. In der kommenden Woche will Schwindsackl alle 20 Fenster begutachten.

Interessantes und Rares
Die Dornbirnerin Carmen Schett (49) brachte ein Erbstück ihres Vaters mit. Sie wollte es nicht verkaufen, sondern nur ein paar Informationen dazu einholen. Allen voran: Was ist es eigentlich?

Hierbei musste auch Schwindsackl kurz das Internet zu Rate ziehen. “Händler können nicht alles wissen”, schilderte der Altwarenhändler, der in Kennelbach den Laden “Dachboden Pirat” führt. “Auch beim Auktionshaus Dorotheum in Wien gibt es Experten für die unterschiedlichsten Teilbereiche.” Seine Spezialgebiete sind industrielle Gegenstände, Blechspielzeug, alte Emaille- und Werbeschilder sowie alles, was mit Benzin und Öl zu tun hat, etwa Öldosen oder alte Zapfsäulen.

Während Carmen Schett dachte, dass ihr geerbter Gegenstand zum Bleikugelgießen verwendet wurde, handelt es sich laut Schwindsackl um ein Trinkgefäß für Wein aus dem 19. oder 20. Jahrhundert. “Ich habe es immer in der Küche stehen. Als Weinglas passt es dort nun noch besser hin”, sagte Schett lachend. Einer offiziellen preislichen Einordnung enthielt sich Schwindsackl. Verkauft hätte Schett es aufgrund des emotionalen Werts ohnehin nicht.

Auch Albin und Ortrud Arzberger erhielten ein Beratungslos. Sie zeigten Schwindsackl eine alte Rechenmaschine. “Sie ist ein Erbstück vom Großvater meines Mannes”, erzählte die 82-jährige Bludenzerin. “Er hatte 170 Forstarbeiter, die damals noch in ‚Lohn und Brot‘ bezahlt wurden.” Mit der Rechenmaschine seien die Löhne ausgerechnet worden. Schwindsackl geht davon aus, dass sie um das Jahr 1920 herum hergestellt worden sei, und ordnete sie preislich im dreistelligen Bereich ein.


Generell findet er – auch in der Sendung “Bares für Rares Österreich” –, dass interessante und schöne Stücke nicht immer die teuersten sein müssen. Er ist bis heute immer wieder überrascht, welche Schätze Vorarlberger in ihren Dachböden und Kellern aufbewahren.

Menschen zusammenbringen
Insgesamt waren 19 Antiquitätenhändler aus Vorarlberg und Deutschland vor Ort, wodurch sie das Angebot des wöchentlichen Frischmarkts ergänzten. Vonseiten der Stadt heißt es, dass Themenmärkte wie der “antiKKunst”-Markt Menschen zusammenbringen und für eine besondere Atmosphäre sorgen sollen. Für das kommende Jahr sei er wieder geplant.
