Aus Feurstein wird Lumpis: „Wir sehen das Potenzial auch in Dornbirn“

Neben Schreibwaren und Schulartikeln sollen auch Trendprodukte Kunden in die Marktstraße locken.
Dornbirn Noch wird in den ehemaligen Räumlichkeiten des Schreibwarengeschäfts „Daniel Feurstein“ ausgepackt, sortiert und eingeräumt. Eines steht aber bereits fest: Wenn die behördlichen Formalitäten rechtzeitig erledigt sind, eröffnet „Lumpis Papeterie“ nächste Woche, spätestens jedoch übernächste Woche in der Marktstraße 20 in Dornbirn. „Es sind schon Leute hereingekommen, die einkaufen wollten, obwohl das Geschäft noch komplett leer war“, erzählt Irmgard Stromberger (52) sichtlich erfreut.

Irmgard Strombergers Mann Wolfgang (54) und dessen Geschäftspartner Cenek Pekar (56) betreiben seit 20 Jahren „Lumpis Spielzeugparadies“ im GWL in Bregenz. 2019 kam direkt daneben eine Papeterie dazu. „Weil es in Bregenz recht gut funktioniert, haben wir gesagt: Wir sehen das Potenzial auch in Dornbirn“, erklärt die Papeterie-Chefin.


Das Schreibwarengeschäft „Daniel Feurstein“ hat Ende März nach 155 Jahren und vier Generationen seine Türen geschlossen. Mit dem Standort verbinden die Strombergers auch ganz persönliche Erinnerungen. „Mein Mann und ich sind beide aus Dornbirn und haben als Kinder selbst in diesem Geschäft Schulsachen gekauft“, erinnert sich die 52-Jährige. „Das Geschäft ist so schön. Es hat einfach einen gewissen Charme. Es wäre schade gewesen, wenn hier nicht wieder eine Papeterie eingezogen wäre.“

Beim Sortiment konzentriert sich Irmgard Stromberger auf Schreibwaren, Schulartikel und aktuelle Trendprodukte wie von Legami oder Diddl-Maus. Einer ihrer persönlichen Favoriten ist bereits eingetroffen: The Living Card. „Das sind Lieblingskarten von mir. Es war das Erste, was ich bestellt habe“, ergänzt sie. Mit „Lumpis Papeterie“ will die Dornbirnerin zur Belebung der Innenstadt beitragen. „Es ist immer schade, wenn ein Geschäft zusperrt. Je mehr Geschäfte leer stehen, desto mehr geht ringsum kaputt, weil der Nächste gleich weniger Frequenz hat.“


In „Lumpis Papeterie“ wird in den nächsten Tagen weiter angepackt. „Am Sonntag hat mir zum Glück die ganze Familie geholfen. Eigentlich müssen alle, die hereinkommen, mit anpacken“, sagt Irmgard Stromberger und blickt mit einem Augenzwinkern hinüber zu Vermieterin Annette Bohle. Die 62-Jährige hat 43 Jahre lang in dem Geschäft gearbeitet und hilft nun auch beim Neustart mit. „Ich freue mich erstens, dass es so unkomplizierte, bodenständige und nette Menschen sind, und zweitens, dass es eine ähnliche Branche ist wie unsere. Ich hoffe, dass viele alte Kunden wieder hierherfinden und auch viele neue Kunden“, unterstreicht die Neu-Pensionistin, die generell bedauert, dass den Menschen nicht mehr bewusst ist, was es bedeutet, wenn man nicht mehr im stationären Handel einkauft. „Dann gibt es keine Geschäfte mehr.“

Das große Geschäft erwarten sich die Lumpis-Chefs in Dornbirn nicht. „Wir hoffen halt auf schwarze Zahlen“, merkt Irmgard Stromberger an. „Es macht einfach Spaß in der Schreibwaren- und Spielwarenbranche zu arbeiten. Man wird hier wieder zum Kind und kommt jeden Tag gerne in das Geschäft.“


