Fünf Orte erinnern an Kinder, die viel zu früh gehen mussten

Heimat / 24.08.2026 • 13:28 Uhr
Karin Erath auf dem „Sternenkinder-Bänkle“ beim Spielplatz im Tannenfeld. GEMEINDE MEININGEN
Karin Erath auf dem “Sternenkinder-Bänkle” beim Spielplatz im Tannenfeld. GEMEINDE MEININGENThomas Knobel

Plätze erinnern an Sternenkinder, geben Raum für Trauer, Trost und Momente.

Meiningen Manche Kinder bleiben für immer im Herzen, auch wenn ihre Zeit viel zu kurz war. In Meiningen gibt es dafür nun fünf besondere Orte: Seit Kurzem erinnern im Gemeindegebiet montierte Plaketten an sogenannte Sternenkinder. Sie sollen Raum für Erinnerung, Trost und stille Trauer schaffen und zugleich sichtbar machen, dass diese Kinder auch in der Gemeinschaft ihren Platz haben.

Gemeint sind Kinder, die während der Schwangerschaft, bei der Geburt oder kurz danach verstorben sind. Für Eltern und Angehörige kann ein solcher Verlust lange nachwirken. Ein Ort, an dem innegehalten und erinnert werden kann, soll dabei helfen, der eigenen Trauer Raum zu geben. Die fünf Standorte in Meiningen setzen deshalb ein bewusstes Zeichen: Die Erinnerung an ein Kind endet nicht damit, dass sein Leben nur von kurzer Dauer war.

Bürgermeister Gerd Fleisch beschreibt die Bedeutung der Initiative so: “Manche Kinder bleiben für immer im Herzen, ohne je in unseren Armen gewesen zu sein – in Meiningen geben wir ihnen einen Namen, einen Ort und ihren Platz in unserer Gemeinschaft.” Die Plaketten wurden an fünf Orten angebracht: im Schlatt, vor dem Kindergarten, bei der St.-Agatha-Kirche, im Tannenfeld beim Kinderspielplatz sowie im Zauberwald.

Hinter der Initiative steht der ehrenamtliche Verein “VergissMichNicht – Sternenkinder Fotografie”. Der Verein will betroffenen Eltern und Angehörigen Unterstützung bieten und einen schnellen Überblick über Hilfsangebote in der Region ermöglichen. Gleichzeitig soll das Bewusstsein für Sternenkinder in der Gesellschaft gestärkt werden. Denn auch wenn über solche Schicksale oft nur leise gesprochen wird, gehören sie zur Lebensrealität betroffener Familien.

Das „Sternenkinder-Bänkle“ im Schlatt in Meiningen. GEMEINDE MEININGEN
Das “Sternenkinder-Bänkle” im Schlatt in Meiningen. GEMEINDE MEININGENThomas Knobel

Mit den fünf “Sternenkinder-Bänkle” schafft Meiningen keine gewöhnlichen Sitzplätze, sondern symbolische Orte des Gedenkens. Sie können ein stiller Anlaufpunkt sein, um sich zurückzuziehen, Erinnerungen zuzulassen oder einfach einen Moment lang innezuhalten. Vor allem aber senden sie eine klare Botschaft: Sternenkinder sollen nicht vergessen werden. Auch ein kurzes Leben kann tiefe Spuren hinterlassen – und auch stille Trauer braucht einen Platz.

Damit wird ein Thema öffentlich sichtbar, das für viele Familien von großer Bedeutung ist und dennoch häufig wenig Raum bekommt. VN-TK