Gemeinsam aktiv für mehr Grün statt Asphalt

Der Verein Bodenfreiheit zeigt, wie Entsiegelung gelingen kann.
Satteins “Jede und jeder kann durch die Entsiegelung auch von kleinen Flächen einen Beitrag zu einem besseren Klima im Siedlungsgebiet leisten”, ist Kerstin Riedmann, Geschäftsführerin des Vereins Bodenfreiheit, überzeugt. Aus diesem Grund zeigt der Verein im Rahmen von kostenlosen Workshops, wie bei einer Entsiegelung Schritt für Schritt vorgegangen wird. Entsiegelt und begrünt werden dabei immer Gemeindeflächen, damit die Maßnahme allen zugutekommt. Am vergangenen Samstag fand auf dem Schulhof der Volksschule in Satteins ein solcher Workshop statt.


Fachkundige Anleitung
Auf rund 150 m2 wurde dort der Asphalt entfernt und die frei werdende Fläche mit Bäumen und einer Schotterrasenansaat begrünt. Simone König bringt als Landschaftsplanerin ihr Fachwissen ins Projektteam ein: “Ich bin im Rahmen der Workshops für die naturnahe Begrünung zuständig. Wir verwenden ausschließlich heimisches Pflanzgut aus dem Landesforstgarten in Rankweil und für die Region passende Saatmischungen. So haben auch die heimischen Insekten etwas davon.” Auf dem Schulhof in Satteins standen schon Bäume, die allerdings von Asphalt umgeben waren. “Ein Baum war bereits kaputt, wir haben zwei neue gesetzt und den Boden geöffnet. Durch die Entsiegelung kann das Regenwasser im Boden versickern und zu den Wurzeln der Bäume gelangen. Es kommt dadurch auch mehr Luft in den Boden. Unter solchen Bedingungen bleiben die Bäume länger vital”, erklärt die Fachexpertin. Für das aktuelle Projekt hatte sie einen Aufbau mit Flickschotter und keimfreiem Kompost gewählt.


Positive Wechselwirkungen
Neben der praktischen Anwendung erhielten die Teilnehmenden auch viele Erklärungen von den Fachpersonen. Mathias Hoch ist Erdbauer aus Wald am Arlberg und ebenfalls Teil des Projektteams. Er demonstriert das Vorgehen bei der Asphaltentfernung samt Einsatz von Geräten und Werkzeugen und erklärt die Wahl des richtigen Ersatzmaterials: “Ich habe Freude an dieser Arbeit, da unsere Workshops Verbesserungen schaffen.”

Asphaltierte Flächen zu entsiegeln ist eine effektive Maßnahme gegen brütende Hitze tagsüber sowie gegen tropische Verhältnisse in der Nacht, wie es auch in Vorarlberg in den letzten Monaten der Fall war. In stark versiegelten Gebieten bilden sich durch die intensive Sonneneinstrahlung Hitzeinseln, die auch nachts kaum abkühlen. Sowohl der menschliche Körper als auch Pflanzen benötigen jedoch Abkühlung, um gesund bleiben zu können. Ein weiterer Effekt des Klimawandels ist neben der Anhäufung von Hitzetagen auch die Bildung von Starkniederschlägen, die zu Überschwemmungen führen. Entsiegeln hilft, die Kanalisation zu entlasten und Schäden vorzubeugen. “Unser Verein will Lösungen im Bodenschutz aufzeigen und deren Umsetzung unterstützen. Deshalb haben wir das Projekt ‚Grün statt Asphalt‘ beim Biodiversitätsfonds Österreich eingereicht und Gemeinden eingeladen, mit Entsiegelungsflächen mitzumachen. Entsiegelt wird in Workshops zusammen mit der Bevölkerung. Die Teilnehmenden können anschließend selbst am eigenen Grundstück aktiv werden”, unterstreicht Kerstin Riedmann. Die Resonanz auf die Entsiegelungsangebote des Vereins Bodenfreiheit ist gut, sowohl bei den Gemeinden als auch bei den Teilnehmenden. “Unsere Workshops richten sich an alle, die mehr Grün im Siedlungsgebiet wollen – ob auf Gemeindeflächen oder am eigenen Grundstück”, lädt sie alle zum Mitmachen ein. Und schon bald finden weitere Workshops in Hohenems, Frastanz und Dornbirn statt.BI
Umfrage: Aus welchem Grund beteiligen Sie sich beim heutigen Workshop des Vereins Bodenfreiheit?




Kostenloser DIY Workshop Entsiegeln und Begrünen am 29.8. in Hohenems, Schweizerstraße von 9 bis 12 Uhr, am 2. Oktober 2026 beim Gemeindeamt Frastanz von 14 bis 17 Uhr sowie am 3. Oktober in Dornbirn bei der CampusVäre von 9 bis 12 Uhr. Weitere Informationen: www.bodenfreiheit.at