Petrus verschob Mellauer Open-Air-Konzerte unters Dach

Der Stimmung tat dies an zwei vergnüglichen Abenden im Mellauer Dorfsaal keinen Abbruch.
Mellau Mellau bekommt ein modernes multifunktionales Gemeindehaus, das einen der stimmungsvollsten Dorfplätze der Region abrundet. Mit der Fertigstellung des Projekts dauert es zwar noch etwas, dessen ungeachtet wollte die Gemeinde ihr neues Schmuckstück schon mal vorab mit zwei Open-Air-Abenden vorstellen.

Natur macht die Regeln
Es war angerichtet für das zweitägige Sommerfest in der Mellauer Event-Arena: Wochenlang prächtiges Sommerwetter mit rekordverdächtiger Hitze auch nachts – doch als der Konzerttermin näher rückte, wurde die Natur zum Spielverderber, sodass Alexander Feurstein als Konzertorganisator Plan B aktivieren musste: “Es blieb uns gar nichts anderes übrig, als in den Saal zu wechseln – gut, dass Mellau diese Alternative bieten kann und diese vom Publikum auch angenommen wurde”, tröstet sich Feurstein darüber hinweg, “dass es Open Air natürlich ein ganz anderes Festerlebnis geworden wäre.” Dass die Stimmung beim zahlreichen Publikum großartig war, lag an der breit gefächerten Musikauswahl, die für jeden Geschmack etwas zu bieten hatte.

Spätberufene und Kultband
Den Auftakt besorgte eine originelle Formation aus dem Montafon – drei jung gebliebene spätberufene Musikanten, die sich erst 2018 zum gemeinsamen Musizieren zusammenfanden und inzwischen als “Pensionisten-Band” – alle drei sind über 60 – auftreten. “Nur ein paarmal im Jahr, denn am wichtigsten sind für uns das Zusammenkommen und Musizieren”, betont Christof Jäger, und seine Kollegen Thomas Piske und Stefan Fend nicken zustimmend. In Anspielung auf ihr “schützenswertes Alter” nennen sich die drei “Denkmalschutz”. Die Bandgründung entsprang einer Bierlaune: “Wir haben in einer Bar gefeiert, und irgendwann kam die Rede auf den Musikwettbewerb Schnabel. Das könnten wir auch, haben wir vorlaut behauptet und uns unter Zugzwang gesetzt. Wir haben uns selbst beim Wort genommen, eifrig geprobt und sind angetreten – und dann dabeigeblieben.”

30 Jahre – und besser denn je
Nachdem Denkmalschutz auf Montafoner Dialekt eingestimmt hatte, rockte die Kultband Krauthobel den Saal. Im Gepäck neben einer mitreißenden, auf Grün gestylten Bühnenshow auch ihr erst im Frühjahr zum 30-Jahr-Jubiläum vorgestelltes elftes Album “Universum”, aus dem sie natürlich Kostproben “zitierten”. Ihre Hits und Ohrwürmer – vom Weinenden Clown über Sayonara bis zu Jugadjohr – können längst auch ihre Wälder Fans mitsingen. Die Wurzeln von Krauthobel reichen eigentlich mehr als 40 Jahre zurück – 1984 spielten Jürgen Ganahl, Christoph Bitschnau und Bernd Schnetzer mit Bernd Tagwerker in der Band Impression. 1996 hieß die Formation dann Krauthobel, und heute sind statt Tagwerker Marc Spagolla, Johannes Ganahl und Andrea Tschuggmell-Plangg dabei.

Echtes Kontrastprogramm
Für den zweiten Abend hatte Alexander Feurstein ein echtes Kontrastprogramm vorbereitet. Lena Milewicz aus Aachen – im Ländle ein unbeschriebenes Blatt, in ihrer Heimat trotz ihrer Jugend längst ein Begriff. Für Musik hat sie sich schon im Vorschulalter begeistert – vor allem die “Steirische”, das Lieblingsinstrument von Mama Yvonne, hatte es ihr angetan. Jahrelang trat sie im Rheinischen Karneval auf, seit ein paar Jahren steht sie mit ihrem Soloprogramm auf der Bühne.

Den Abschluss besorgten alte Bekannte, die sich zuletzt im Wald rar gemacht hatten: Die Jungen Zillertaler, zuletzt 2019 im Bregenzerwald zu Gast, luden mit ihrer Mischung von Ballermann bis Après-Ski zum Mitsingen und Abfeiern ein. STP















