Weniger Betriebstage bei der Palüdbahn: Melkboden-Wirt hofft, dass “das Konzept nochmals überdacht wird”

VN / 25.08.2026 • 13:38 Uhr
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Werner und Margret Nekola führen seit 36 Jahren den Melkboden. Seit 17 Jahren arbeitet der Nepalese Lila schon bei ihnen in der Küche. Bilder: VN/JUN

Seit 36 Jahren führen Margret und Werner Nekola den Melkboden. Zwei Jahre vor der geplanten Pension beschäftigt sie nicht nur die Zukunft ihres Gasthauses.

Brand Werner Nekola und seine Frau Margret führen seit 36 Jahren das Gasthaus Melkboden bei der Bergstation der Palüdbahn. Diese fährt heuer im Sommer jedoch nicht mehr täglich, sondern nur noch von Freitag bis Sonntag. Grund dafür seien Kosteneinsparungen und die zu geringe Frequenz, wie Werner Nekola meint.

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Der Melkboden hat im Sommer wie Winter auf.
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Werner und Margret Nekola wollen in zwei Jahren in Pension gehen.

Dabei hat der Melkboden von Mittwoch bis Sonntag geöffnet, also an zwei Tagen mehr, als die Bahn fährt. Die fehlenden Fahrgäste spürt das Paar am Umsatz. Zusperren können sie an den übrigen Tagen jedoch nicht, da die nepalesischen Mitarbeiter in Vollzeit angestellt sind. “Sie können nicht nur drei Tage pro Woche arbeiten”, moniert Werner Nekola. Gute Mitarbeiter zu finden, sei kein Selbstläufer, sondern harte Arbeit. Deshalb bietet der Melkboden seinen Mitarbeitern eine eigene Unterkunft im selben Gebäude an. Der Küchenchef Lila stammt aus Nepal und arbeitet bereits seit 17 Jahren im Betrieb. “Ich habe ihn in der Küche ausgebildet”, sagt Nekola. Heute bereitet Lila Wildgerichte, gutbürgerliche Küche und nepalesische Spezialitäten zu. Übernachtungen und private Feiern bilden das zweite Standbein des Gasthauses.

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Am Abend wird es musikalisch.

Werner Nekola findet es schade, dass es im direkten Umfeld der Hütte keine touristischen Attraktionen wie bei der Dorfbahn gibt. Um den Weg zum Melkboden attraktiver zu gestalten, hat er einen neuen Wanderweg angelegt. Dieser führt über den Glingaweg ins Zalimtal und von dort über die Skipiste und den Forstweg zum Melkboden. Als die Blockhütte 1989 mit Holzstämmen aus Finnland errichtet wurde, benötigte man den Forstweg, um das Baumaterial hinaufzubringen. Der ursprüngliche Melkboden war 1988 abgebrannt. Im Dezember 1989 übernahmen Margret und Werner Nekola das Gasthaus.

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Das zweite Standbein ihres Betriebes sind private Feiern.
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Im Winter hat der Melkboden keinen Ruhetag.

Die Pension rückt näher

Vor allem der Winter sei hart. Dann arbeite das Paar sieben Tage die Woche. Werner und Margret Nekola sind beide 60 Jahre alt. In zwei Jahren wollen sie in Pension gehen. Von ihren drei Söhnen werde hoffentlich einer den Melkboden übernehmen, sagen sie. Einer von ihnen ist gelernter Koch und Barista, ein anderer Kellner. “Wir möchten aber keinen Druck ausüben”, betont Werner Nekola, der außerdem Jäger, Jagdaufseher und Notfallsanitäter bei der Bergrettung ist.

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Lila ist mittlerweile der Küchenchef.
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Im Melkboden kann man auch übernachten.

Im Sommer leben Margret und Werner Nekola hier oben. “Der Sommer hat Potenzial”, sagt der Wirt. Biketrails gibt es hier jedoch nicht, weil die Grundbesitzer das nicht wollen. So bleibt das Gebiet vor allem Wanderern vorbehalten. Von Freitag bis Sonntag gebe es viel zu tun, dafür lassen sie es am Mittwoch und Donnerstag etwas ruhiger angehen. Vor dem Haus hat Werner Nekola einen Spielplatz mit Trampolin errichtet. “Das wird sehr gut angenommen”, sagt er. “Wir profitieren von der Bahn und hoffen, dass das Konzept nochmals überdacht wird.”

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Das Blockhaus wurde aus finnischem Holz gebaut.

Das sagen die Bergbahnen Brandnertal

Viviane Seils, Vertriebsleiterin der Bergbahnen Brandnertal, teilt auf VN-Anfrage mit, dass in den vergangenen Jahren die Öffnungszeiten der Palüdbahn mehrfach angepasst und verschiedene Modelle ausprobiert wurden. “Da die Frequenzen bei dieser Bahn insbesondere Mittwoch und Donnerstag sehr überschaubar waren, haben wir uns für die reduzierten Öffnungszeiten von Freitag bis Sonntag statt wie bisher von Mittwoch bis Sonntag entschieden. Somit konnten wir das Angebot im Palüd für unsere Gäste aufrechterhalten und die Bahn kostendeckend betreiben.” Die Bergbahnen Brandnertal werden die Besucherzahlen nach Ablauf der Sommersaison genau evaluieren und datenbasiert entscheiden, wie die Öffnungszeiten im nächsten Sommer gestaltet werden. “Hierfür müssen wir noch den Herbst abwarten”, so Seils.

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Die Palüdbahn fährt in diesem Sommer nur von Freitag bis Sonntag. Marius Holler