Dämpfer für die Windkraft: Alpe Rauz ist Geschichte, jetzt rückt Egg ins Visier

VN / 27.08.2026 • 13:41 Uhr
Dämpfer für die Windkraft: Alpe Rauz ist Geschichte, jetzt rückt Egg ins Visier
Das Windpotenzial auf der Alpe Rauz ist zu gering. VN/Steurer

Auf der Alpe Rauz werden keine Windräder errichtet. Im Herbst beginnen Untersuchungen am Klaratsberg.

Klösterle, Egg Es hat sich bereits abgezeichnet, nun ist es fix: Auf der Alpe Rauz werden keine Windräder errichtet. Das Windpotenzial sei zu gering, um einen Windpark wirtschaftlich zu betreiben, teilten die illwerke vkw am Donnerstag mit. Nun wird das Gebiet Egg/Klaratsberg ins Auge gefasst.

Dämpfer für die Windkraft: Alpe Rauz ist Geschichte, jetzt rückt Egg ins Visier
Vorarlberg bleibt vorerst windkraftfrei. VN/Stiplovsek

Um herauszufinden, ob sich die Alpe Rauz für Windenergie eignet, wurde dort im Juni 2025 ein knapp 80 Meter hoher Messmast aufgestellt. Ein Jahr lang wurden Daten wie Windgeschwindigkeit, Windrichtung, Luftdruck und Temperatur gesammelt und die Flugbewegungen von Vögeln und Fledermäusen aufgezeichnet.

Dämpfer für die Windkraft: Alpe Rauz ist Geschichte, jetzt rückt Egg ins Visier
Der Messmast auf der Alpe Rauz war knapp 80 Meter hoch. Windräder werden dort aus wirtschaftlichen Gründen nicht errichtet. VN/Steurer

Die Ergebnisse der Messungen sowie die anschließende Simulation zeigen laut illwerke vkw ein eindeutiges Bild. “Das Windfeld auf der Alpe Rauz ist inhomogen und variiert im Projektgebiet”, erläutert der Projektbetreiber. Das beste Windpotenzial wurde demnach in höher gelegenen Bereichen gemessen, wo jedoch aufgrund der engen Talstruktur nicht ausreichend Platz für die geplanten fünf Anlagen vorhanden sei. Im Durchschnitt seien lediglich rund 1000 Volllaststunden erreicht worden. „Unsere Windparks in Deutschland weisen durchgehend Volllaststunden von deutlich über 2000 Stunden aus. Bei zudem höheren Investitionskosten aufgrund der alpinen Lage ist ein Projekt auf der Alpe Rauz unter diesen Randbedingungen nicht realisierbar“, hält Christof Germann, Vorstandsvorsitzender der illwerke vkw, fest.

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Der Vorarlberger Energieversorger will sich nun auf Deutschland fokussieren und sein Windkraft-Portfolio vor allem dort ausweiten. “Vorarlberg bleibt aufgrund seiner natürlichen Voraussetzungen in erster Linie ein Land der Wasserkraft und der Photovoltaik”, sagt Germann. Ein grundsätzliches Aus für die Windkraft im Land bedeute das aber nicht, wie Landeshauptmann Markus Wallner und Energielandesrat Markus Klien in einer Aussendung betonen.  

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Im neuen Gesetz zum beschleunigten Ausbau erneuerbarer Energien (EABG) ist vorgesehen, dass bis 2030 in jedem Bundesland Windkraftanlagen errichtet werden. „Die Messkampagne auf der Alpe Rauz zeigt, dass nicht jedes theoretische Potenzial auch praktisch sinnvoll nutzbar ist. Zugleich braucht Vorarlberg den Ausbau erneuerbarer Energien“, erklärt der Vorstandsvorsitzende der illwerke vkw.

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Der Messmast auf der Alpe Rauz wurde bereits abgebaut und abtransportiert. Als Nächstes ist ab Herbst eine Lasermessung am Klaratsberg in Egg geplant. Im Vorjahr haben die illwerke vkw insgesamt drei neue potenzielle Windkraftgebiete identifiziert. Sowohl am Klaratsberg als auch in Schuttannen und am Bödele sollten detailliertere Untersuchungen erfolgen. Mögliche Windkraftprojekte werden derzeit allerdings nicht überall begrüßt.

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