„Das ist ein Zeichen“: So kam Kerstin Mock zu ihrem eigenen Bioladen

VN / 27.08.2026 • 10:44 Uhr
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Kerstin Mock eröffnet am 1. September ihren eigenen Bioladen. Bilder: VN/JUN

Eigentlich wollte Kerstin Mock nur einkaufen. Dann hörte sie ein Gespräch mit – und fasste kurz darauf einen Entschluss, der ihr Leben beruflich verändert.

Bludenz Der Boden knarzt unter den Füßen, wenn man den Bioladen in der Wichnerstraße 36 in Bludenz betritt. Der Laden in dem 300 Jahre alten Haus strahlt eine heimelige Atmosphäre aus. Die Decken sind niedrig, Holzregale und Holzkisten stehen an den Wänden, am Eingang steht eine alte Werkbank. Kerstin Mock (49) hat den Bioladen von ihrer Vorgängerin Nicole Vierhauser übernommen und eröffnet ihn am 1. September unter neuem Namen.

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Die Regale werden sich noch bis zur Eröffnung mit den verschiedensten Produkten füllen.
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Im hinteren Bereich des Ladens findet man Naturkosmetik.

Den Bioladen gibt es seit 30 Jahren. Mittlerweile zählen vor allem Stammkunden aus dem Raum Bludenz zur Kundschaft. Dass Mock von der Neuverpachtung erfuhr, war Zufall. Als sie selbst einkaufen war, hörte sie ein Gespräch zwischen Nicole Vierhauser und einem Kunden mit. Darin erklärte Vierhauser, dass sie das Geschäft aufgeben werde, sich aber eine Nachfolgerin oder einen Nachfolger wünsche.

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Kerstin Mock hat ihren Bioladen nach ihrer Oma benannt.
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Auch Kaffee, Schokolade und Tee aus Hanf werden angeboten.

Ein Traum erfüllt sich

Kerstin Mock setzte sich in den Zug und dachte: „Das ist ein Zeichen.“ Der Gedanke ließ sie nicht mehr los. Deshalb fuhr sie bereits am nächsten Tag gemeinsam mit ihrem Lebensgefährten erneut zum Bioladen und bot sich als Nachfolgerin an. „Es war immer ein Traum von mir, ein eigenes Geschäft zu haben, aber ich habe mich nicht getraut.“ Die Ludescherin arbeitete zuvor jahrelang im Sozialbereich, kommt aber ursprünglich aus dem Gastgewerbe. „Ein eigenes Café wäre auch toll“, sagt sie. Das finanzielle Risiko sei ihr bisher jedoch immer zu groß gewesen.

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Die Ludescherin muss noch ein paar Regale bis zur Eröffnung einräumen.
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Der knarzige Holzboden macht den Charme des Ladens aus.

Kerstin Mock arbeitet mit mehreren regionalen Partnern zusammen. Naturkosmetik kommt von Himmelgrün aus Egg, Hanfprodukte wie Samen, Tee oder Schokolade von Hanafsan aus Götzis. Kolumbianischen Kaffee bezieht Mock von einer kleinen Kaffeerösterei aus Satteins. Das Brot kommt von Back Kultur in Göfis, der Käse vom Biohof Hilkater in Bizau, der großen Wert auf artgerechte Tierhaltung legt. Auch Zotter-Schokolade, Bioweine und Montafoner Bier von muntabrew finden sich im Sortiment. Das bisherige Angebot hat sie nur teilweise übernommen und um zahlreiche Produkte ergänzt.

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Ein regionaler Partner ist die Naturkosmetik von Himmelgrün in Egg.

Gelebte Nachhaltigkeit

Auch privat achtet sie auf Nachhaltigkeit. Bei ihrer Kleidung ist ihr wichtig, dass sie entweder Secondhand ist oder nachhaltig produziert wurde. Ihr T-Shirt beispielsweise wurde aus PET-Flaschen aus dem Meer recycelt, ihre Schuhe sind vegan. „Fast Fashion interessiert mich nicht.“ Auf Flugreisen verzichtet sie vollständig und reist ausschließlich mit dem Wohnmobil oder öffentlichen Verkehrsmitteln. Mit dem Wohnmobil fahren sie durch Europa und halten dort an, wo es ihnen gerade gefällt. Das Reisen dauert zwar länger, dafür können sie ihren Hund mitnehmen. Mock lebt zudem seit sieben Jahren vegan. Deshalb wird es auch einige vegane Produkte in ihrem Bioladen geben.

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Das Sortiment hat sie nur teilweise von ihrer Vorgängerin übernommen.
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Aus Ida Bioladen wird Anni Bioladen. Mocks ehemalige Arbeitskollegen haben ihr zum Abschied dieses Türschild geschenkt.

Der Bioladen hat künftig von Dienstag bis Samstag von 8.30 bis 13 Uhr geöffnet, zusätzlich am Dienstag- und Freitagnachmittag von 14 bis 18 Uhr. Aus Ida Bioladen wird nun Anni Bioladen. „So hieß meine Oma“, sagt Mock. Und bei der Oma herrschte genauso eine Wohlfühlatmosphäre wie in dem kleinen Laden mit seinem knarzenden Holzboden.

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Vegane und vegetarische Aufstriche stammen von der Firma Zwergenwiese.
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Noch ist einiges zu tun.