Dorfbahn Schröcken: Gemeinde setzt den nächsten Schritt

Die Bahn soll das Zentrum von Schröcken direkt mit dem Skigebiet verbinden. Gemeinde will den geplanten Anteil verdoppeln.
Schröcken Der Naturschutzbescheid ist rechtskräftig. Die Projektkosten sind neu bewertet. Auch ein Verkehrskonzept und eine Prognoserechnung liegen mittlerweile vor. Nun hat die Gemeinde den nächsten Schritt gesetzt: In der jüngsten Gemeindevertretungssitzung wurde beschlossen, dass sich die Gemeinde mit 26 Prozent am Projekt Dorfbahn beteiligt. Die ursprünglich geplante Beteiligung von zehn Prozent war der Lecher Bergbahnen AG, dem Hauptgesellschafter der Skilifte Schröcken, laut Gemeinde zu wenig.

Mit der Dorfbahn bekäme Schröcken eine direkte Anbindung an das Skigebiet. Derzeit gibt es lediglich eine Talabfahrt ins Dorf; der Einstieg in das Skigebiet ist erst am Saloberkopf möglich. Das Projekt wird seit gut 50 Jahren diskutiert. Im Vorjahr haben die Skilifte Schröcken einen erneuten Anlauf unternommen und bei der Bezirkshauptmannschaft (BH) die naturschutzrechtliche Bewilligung beantragt. Geplant ist eine knapp 1700 Meter lange 10er-Kabinen-Umlaufbahn vom Schröckener Zentrum bis auf den Falkenkopf. An der Berg- und Talstation soll jeweils ein Restaurant entstehen.


Die Kosten für die Dorfbahn werden mit rund 21 Millionen Euro beziffert. Noch ist die Finanzierung nicht gesichert. „Wir sind mit den weiteren potenziellen Gesellschaftern in Verhandlungen“, sagt Bürgermeister Stephan Schwarzmann. Die Aktionäre der Skiliftgesellschaft hätten sich noch nicht entschieden. Auch die größeren Hotels im Dorf sollen einen Beitrag leisten.

Fest steht: Die Gemeinde will ihren Anteil über künftige touristische Mehreinnahmen wie Gästetaxe und Tourismusbeiträge finanzieren. Ein wirtschaftlicher Betrieb der Dorfbahn ist daher nur möglich, wenn die geplanten Hotels in Nesslegg und Mohnenfluh auch tatsächlich gebaut werden. Bei beiden Projekten gibt es inzwischen Fortschritte. Für das Hotelprojekt Mohnenfluh wurde laut Bürgermeister ein Projektsicherungsvertrag verhandelt und freigegeben. „Die vertraglichen Grundlagen mit der Gemeinde sind geklärt. Die raumplanerischen Themen sind noch nicht besprochen“, führt der Gemeindechef aus.

Beim Projekt „The Heimat“ in Nesslegg ist der Projektsicherungsvertrag bereits unterschrieben. Der Spatenstich fand im September 2018 statt. Tatsächlich fertiggestellt ist bislang aber nur ein Apartmentgebäude. Ende April wurden die Bauarbeiten auf dem Areal nach jahrelangem Stillstand wieder aufgenommen. Zunächst sollen die Apartments im ehemaligen Hotel Widderstein fertiggestellt werden. Beim geplanten 5-Sterne-Hotel mit 130 Zimmern soll es gemäß den Informationen, die Stephan Schwarzmann von den Investoren bekommen hat, im kommenden Frühjahr weitergehen. Die Investorengesellschaft hatte im April gegenüber den VN erklärt: „Nach aktuellem Stand gehen wir davon aus, dass die Fertigstellung des Gesamtprojekts bis spätestens Ende 2028 erfolgen wird.“