Elektrotechnik-Lehrlinge ließen ihrer Kreativität freien Lauf

Workshop von “double check” begeisterte Lehrlinge bei Heiz Bösch in Lustenau.
Lustenau Alles begann mit einer leeren Holzwand zwischen Produktion und Ausbildungsbereich der Walter Bösch GmbH in Lustenau. “Unser Ausbildner Thomas Felder hatte die Idee, dass sich dort ein Graffiti von unseren Lehrlingen sehr gut machen könnte”, erzählt Ausbildungsleiterin Laura-Sophie Haid. Die Verantwortlichen wollten allerdings nicht irgendein Graffiti oder Sprüche darauf gesprayt haben, sondern eines, das von den Elektrotechnik-Lehrlingen selbst gestaltet wird und ihre Persönlichkeiten widerspiegelt. Dabei waren ihrer Kreativität keine Grenzen gesetzt.

Da die Firma bereits in der Vergangenheit mit double check, dem Netzwerk für Kultur und Bildung in Vorarlberg, einen Workshop gemacht hatte, fragte Laura-Sophie Haid dort nach, ob es Künstler gäbe, die diese Idee mit ihnen umsetzen. Gemeinsam mit den Workshopleitern – dem Schauspieler Sascha Jähnert und dem Street-Art-Künstler Domingo Mattle – erlebten die Jugendlichen drei abwechslungsreiche und kreative Tage.

Gemeinsame Motivsuche
“In ihrem Beruf gibt es nur ein Richtig und ein Falsch. Sie müssen genau arbeiten”, erklärt Schauspieler Sascha Jähnert. Seine Aufgabe war es zunächst, die Jugendlichen aufzulockern und sie für die kommenden Tage zu begeistern. Dafür setzte er auf eine besondere Schauspieltechnik: das sogenannte “Animal Movement”. Die Jugendlichen suchten sich jeweils ein Tier aus und bewegten und verhielten sich wie dieses. So konnten sie ihre gewohnten Bewegungsmuster verlassen und neue Perspektiven einnehmen.

“Das hat viel Spaß gemacht. Ich habe mich bei dieser Übung in eine Anakonda hineinversetzt”, erzählt der 16-jährige Max Ropele aus Höchst. Anschließend brachte Street-Art-Künstler Domingo Mattle die Jugendlichen mit Hip-Hop- und Breakdance-Moves in Bewegung. “Erst wenn der Körper ruhig ist und alle Energien raus sind, kann der Kopf arbeiten, und wir können kreativ werden”, sagt Mattle.

Danach ging es an die gemeinsame Motivsuche. Schnell war klar, dass mehrere Motive die Holzwand zieren sollten – Elemente, die ihre Arbeit als Elektrotechnik-Lehrlinge ebenso widerspiegeln wie ihre Kreativität.

An die Spraydosen
Der Höhepunkt des Workshops war schließlich das gemeinsame Sprayen. Mit Unterstützung von Domingo Mattle und Sascha Jähnert brachten die zehn Lehrlinge ihre Entwürfe auf die Holzwand und hatten dabei sichtlich Freude. “Ich spraye auch zu Hause. Durch den Kurs habe ich sogar neue Sachen beim Sprayen gelernt”, erzählt Max Ropele.

Auch Sascha Jähnert zeigt sich begeistert: “Die Jugendlichen haben super mitgemacht und ihre Kreativität voll ausgelebt. Sie haben einen Perspektivenwechsel erlebt.” Und genau dieser Perspektivenwechsel kann ihnen auch in ihrem Berufsalltag zugutekommen. Wer weiß: Vielleicht hilft er ihnen künftig dabei, auch bei kniffligen Situationen neue Lösungswege zu finden. Die fertige Graffiti-Wand wird künftig nicht nur am Standort von Bösch zu sehen sein, sondern das Unternehmen auch auf Messen begleiten. Die Ausbildner zeigten sich stolz auf das, was ihre Lehrlinge innerhalb weniger Tage gemeinsam geschaffen haben. BVS


