Schwere Vorwürfe gegen Kläranlage Vandans – Betriebsleiter ist schockiert

Eine Werkstatt, angeblich falsche Messwerte und der Vorwurf, die Kläranlage werde vernachlässigt: Gegen die ARA Montafon gibt es mehrere Anschuldigungen. Betriebsleiter Alexander Nöckl weist sie zurück.
Vandans Gegen die ARA (Abwasserverband) Montafon kursieren mehrere Behauptungen: von einer illegalen Werkstatt bis hin zu falschen Messwerten. Erhoben werden die Vorwürfe von informierten Kreisen, wie VN-Recherchen zeigen. Ihre Namen wollen die Kritiker nicht in der Zeitung lesen. Mit den Vorwürfen konfrontiert, zeigt sich Betriebsleiter Alexander Nöckl schockiert. Er widerspricht vehement. Es gilt die Unschuldsvermutung.

Auch der Obmann der ARA Montafon, Helmut Pechhacker, zeigt sich überrascht von den Vorwürfen. „Das kann ich mir nicht vorstellen“, sagt er. Die Werkstatt in der Kläranlage Vandans sei legal. Vor rund zehn Jahren musste der marode Pick-up der ARA repariert werden. Da eine Reparatur in einer Werkstatt zu teuer gewesen wäre, habe man stattdessen eine Hebebühne angeschafft. Seither werden dort die Fahrzeuge des Standes Montafon, des Forstfonds, der ARA und der Montafoner Gemeinden repariert und serviciert. Auch an privaten Fahrzeugen dürfen die ARA-Mitarbeiter schrauben, allerdings nur in ihrer Freizeit. Dass sich die Mitarbeiter mit Reparaturen eine „goldene Nase verdienen“, glaubt Pechhacker nicht.


Ein weiterer Vorwurf lautet, dass Nöckl und ein Mitarbeiter nur noch in der Werkstatt Fahrzeuge reparieren und die Kläranlage vernachlässigen würden. Zwei Mitarbeiter müssten den Betrieb allein stemmen und kämen nicht mehr dazu, die Messstationen wöchentlich zu reinigen, was zu ungenauen Messwerten führe. Auch das dementiert Nöckl.


Bürgermeister Gerhard Vonier bestätigt, dass die Gemeinde Tschagguns eine „relativ hohe Rechnung“ erhalten habe und der Wasserverbrauch nicht mit den Messwerten übereinstimme. Die hohen Abwasserwerte stammen weder vom Hotel Falkensteiner noch von einem Fremdwassereintritt, ist sich Vonier sicher. Vor zwei Jahren seien die Werte auf einmal „sprunghaft gestiegen“, sagt Vonier. „Wir haben einiges zu viel gezahlt. Doch es ist nicht so einfach, zu eruieren, wo der Fehler liegt. Es ist verzwickt.“

Messwerte werden mehrfach überprüft
Den Vorwurf, falsche Messwerte einzutragen, weist Nöckl zurück. Als Betriebsleiter könnte er dafür haftbar gemacht werden. Die Messwerte würden zudem kontrolliert: Ein externes Labor überprüfe sie einmal im Monat, das Land führe alle zwei Monate unangemeldete Kontrollen durch. Einmal im Jahr schickt das Land zudem eine chemische Lösung, die alle Mitarbeiter messen müssen. Den Mittelwert meldet Nöckl dem Land, das ihn mit den Ergebnissen anderer Kläranlagen vergleicht.

Täglich liest jener Mitarbeiter, der Bereitschaft hat, unter anderem den Kohlenstoffwert und den Phosphorgehalt ab. Alle fünf Tage werden sämtliche Sonden überprüft. „Du kannst das gar nicht fälschen“, meint Nöckl, denn das Fotometer speichere die Daten automatisch. „Das Land schreibt vor, wann wir das zu messen haben. Die Messdaten schicke ich denen“, erklärt der Betriebsleiter.


Erneuerung für 1,2 Millionen Euro
Die Kritiker beanstanden aber nicht nur die Messwerte, sondern halten auch die Erneuerung der Kläranlage um 1,2 Millionen Euro für unnötig. Bei korrekter Messung und ordnungsgemäßem Betrieb würde die Anlage nicht an ihre Grenzen stoßen, so ihr Vorwurf. Dabei wurden laut Nöckl die Umbaumaßnahmen von der TU Wien begleitet, die auch sämtliche Laborwerte erhalten hat.


Das Belüftungssystem im Belebungsbecken wird erneuert, wodurch der Stromverbrauch sinkt und die Bakterien im Wasser besser verteilt werden. Die Trübwasserbehandlung wird adaptiert und die Gebläse werden ausgetauscht. Bei der Schlammentwässerung kommt eine neue, kleinere Maschine zum Einsatz. Außerdem entsteht zwischen den Becken eine Lagerhalle.


Bei einer Vor-Ort-Begehung konnten keine Missstände festgestellt werden.




