Feuerwehr auf zwei Rädern: So kamen die “Red Knights” nach Vorarlberg

VN / 01.09.2026 • 12:55 Uhr
Die Mitglieder mit Präsident Michael Wild (Mitte)
Die Mitglieder mit Präsident Michael Wild (Mitte). Hans-Peter Schuler

Die Gründung erfolgte in den USA – seit zehn Jahren gibt es sie auch im Ländle.

Fußach Alles begann 1982 in Boylston, Massachusetts. Feuerwehrmann Ed Wright hatte 1982 die Idee eines Motorradclubs für Feuerwehrleute – inspiriert von den Blue Knights, die bereits Polizeibeamte vereinten. Am 19. Oktober 1982 wurde diese Idee mit der Gründung der “Red Knights” Realität. Gemeinsam mit zehn weiteren Feuerwehrleuten gründete Wright den Club. Heute zählen die “Roten Ritter” mehr als 9000 Mitglieder in über 300 Chaptern weltweit.

Von Amerika nach Vorarlberg

Auch in Vorarlberg entstand der Wunsch, Teil dieser internationalen Familie zu werden. Michael Wild, Roland Schmid und Robert Schuster hatten die Idee, die “Red Knights” nach Vorarlberg zu bringen. 2016 wurde das “Red Knights MC Austria IV” gegründet. Vom kleinen Start im Garten des Präsidenten in Fußach über Kennelbach, Höchst und Lustenau fand das Chapter schließlich zurück nach Fußach, wo es heute beim Kiesparkplatz des Autohauses Leitner sein Zuhause hat.

Geschenke werden ausgetauscht
Geschenke werden ausgetauscht. Hans-Peter Schuler

Freundschaft kennt keine Grenzen

Ein wesentlicher Bestandteil der “Red Knights” sind die internationalen Zusammenkünfte. Neben der International Convention (INTERCON) gibt es die European Convention (EUCON), bei denen sich Mitglieder aus zahlreichen Ländern treffen. Ein besonderer Höhepunkt für “Austria IV” war 2023 die International Convention in Fußach. Rund 650 Teilnehmer aus der ganzen Welt kamen nach Vorarlberg und verbrachten die Tage mit gemeinsamen Motorradausfahrten, Ausflügen und vielen Gesprächen. Ein besonderes Erlebnis: Menschen aus aller Welt zu treffen und sofort eine gemeinsame Verbindung zu spüren.

Dabei gehört auch das Gedenken zur Klub-Kultur. Bei den Conventions gibt es einen Gedenktisch für verstorbene Feuerwehrleute und Mitglieder. Im sogenannten “Heaven One” bleiben die Verstorbenen symbolisch weiter Teil der Gemeinschaft.

Wer kann Red Knight werden?

Die “Red Knights” unterscheiden sich deutlich von anderen Motorradclubs: Aktive Mitglieder müssen Feuerwehrleute sein – freiwillig, beruflich, betrieblich oder im Ruhestand – und einen Motorradführerschein besitzen. Auch Partner und nahe Familienangehörige können als “Social Member” dabei sein. Eine Besonderheit: Auch Frauen tragen als Member die Kutte.

Founding Father Ed Wright mit Michael Wild
“Founding Father” Ed Wright (links) mit Michael Wild. Hans-Peter Schuler

Wer in seiner Umgebung kein Chapter hat, kann sich als Member at Large (MAL) anschließen. Finden sich mindestens sieben geeignete Mitglieder, kann daraus ein eigenes Chapter entstehen.

Austria IV – international unterwegs

Das Chapter Austria IV zählt aktuell acht Mitglieder und ist dennoch international bestens vernetzt. Gemeinsame Veranstaltungen führten die Mitglieder unter anderem nach Italien, Holland, Amerika, Deutschland, Österreich, in die Schweiz, nach Frankreich, nach Kanada und nach Dänemark. Ein fester Bestandteil des Vereinslebens ist außerdem die jährliche Motorradsegnung in Fußach, die bereits seit sieben Jahren jeweils im Mai stattfindet. Die Veranstaltung ist öffentlich, und jeder ist willkommen. Seit Jahren helfen sie auch aktiv bei der Charity “drive2help” mit.

Pfarrer Alois bei der Segnung
Pfarrer Alois bei der Segnung. Hans-Peter Schuler

Nun steht bereits das nächste große Ereignis vor der Tür: Austria IV ist Gastgeber der europäischen Zusammenkunft, welche ausschließlich “Red Knights”-Mitgliedern offensteht. Wer alles näher kennenlernen und vielleicht selbst Teil der Geschichte werden möchte, ist herzlich eingeladen, jeden zweiten Freitag im Monat beim offenen Clubabend vorbeizuschauen – natürlich freuen sich die Mitglieder genauso über alle, die einfach ganz unverbindlich auf einen gemütlichen Abend vorbeikommen möchten.

bei der Intercon 2025
Bei der Intercon 2025. Hans-Peter Schuler