Neustart und Abschied: Was sich auf den Hütten der Bielerhöhe verändert

VN / 01.09.2026 • 07:00 Uhr
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180 Gäste können auf der Wiesbadener Hütte übernachten. Claudia Keck

Während sich die neuen Pächter der Wiesbadener Hütte eingearbeitet haben, steht auf der Saarbrücker Hütte ein Abschied an. Die gesperrte Silvretta-Hochalpenstraße spielt dabei ebenfalls eine Rolle.

Gaschurn Auf der Wiesbadener Hütte geht für die neuen Pächter bald die erste Sommersaison zu Ende, für Stefan Schöpf auf der Saarbrücker Hütte hingegen die letzte.

Erst kurz vor Saisonbeginn haben Petra Füruter und Marco Schiechtl die Bewirtschaftung der Wiesbadener Hütte übernommen. Ihnen blieb nur wenig Vorlaufzeit. „Nach einigen anfänglichen Herausforderungen hat sich das neue Team inzwischen bestens eingearbeitet. Auch bei voller Belegung mit bis zu 180 Gästen läuft der Hüttenbetrieb reibungslos“, sagt Claudia Keck von der Alpenvereinssektion Wiesbaden, die sich nach negativen Google-Rezensionen selbst ein Bild vom Hüttenbetrieb gemacht hat. Die Kritik konnte sie nicht nachvollziehen. Die Preise seien im Rahmen, das Frühstück stehe pünktlich um 6 Uhr bereit und mittlerweile gebe es auch eine Getränkekarte.

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Liebevolle Details zieren den Gastraum. Claudia Keck

Besonders hervorzuheben sei laut Keck die gute Küche und das abendliche Vier-Gänge-Menü. „Ich habe noch nie so gut gegessen“, schwärmt sie. Auch auf der Hütte selbst habe sich einiges getan. „Kleine, liebevolle Details verleihen den Räumen neuen Charme und sorgen für eine angenehme Atmosphäre“, so Keck. Unterstützung kommt zudem von der Sektion Wiesbaden: Die Mannschaft hat eine Hüttenwand in frischem Grün gestrichen. Auch Wege wurden neu markiert und Brücken errichtet. Die neuen Pächter wollten mit den Vorarlberger Nachrichten nicht sprechen.

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Die Gaststube wirkt mit der Dekoration gemütlicher. Claudia Keck

“Aufhören, wenn es am schönsten ist”

Emil Widmann hat die Wiesbadener Hütte zuvor fünf Jahre lang bewirtschaftet. Er wolle nicht alle Beweggründe für seinen Abschied öffentlich machen, da sie teils privater Natur seien und teils seine Geschäftsbeziehungen beträfen. „Ich sage immer, man soll aufhören, wenn es am schönsten ist.“ Widmanns Zeit als Hüttenwirt war turbulent: „Winterzustieg, Corona, die Sperre der Silvretta-Hochalpenstraße und einiges mehr. Das macht es nicht leichter.“ Vor allem durch die Sperre der Silvretta-Hochalpenstraße verzeichnete er mehr als halb so viele Tagesgäste wie zuvor. „Die Bahn ist besser als nichts, aber jedem, der ein wenig Ahnung von der Materie hat, ist klar, dass man die Straße so nicht ersetzen kann.“

Neuer Pächter für Saarbrücker Hütte gesucht

Auch für Stefan Schöpf, Hüttenwirt der Saarbrücker Hütte, ist die Sperre der Silvretta-Hochalpenstraße ein Grund, aufzuhören. „Es hat einige Gründe, die Straßensperre trägt natürlich ihren Teil bei“, sagt Schöpf. Eine andere Hütte werde er zum jetzigen Zeitpunkt nicht übernehmen. „Nach neun Jahren orientieren wir uns neu. Jedes Jahr entscheiden wir aufs Neue, ob wir die Hütte weiter pachten oder nicht.“ Die Kinder seien größer geworden und hätten inzwischen andere Interessen. Stefan Schöpf führt die Hütte als Familienbetrieb: Seine Frau, die Kinder und sein Schwager helfen mit. Ein Nepalese arbeitet seit 15 Jahren in der Küche, die Servicekraft wechselt jedes Jahr.

Neustart und Abschied: Was sich auf den Hütten der Bielerhöhe verändert
Für die Saarbrücker Hütte werden für nächstes Jahr neue Pächter gesucht. Andreas Haller

Die Nächtigungszahlen seien in den vergangenen Jahren stabil geblieben und steigen tendenziell. Die Zahl der Tagesgäste gehe hingegen zurück, auch infolge der Sperre der Silvretta-Hochalpenstraße. „Die Bahn ist die vernünftigste Lösung“, sagt Schöpf. Dadurch kämen die Tagesgäste jedoch erst später auf der Hütte an. „Früher kamen die ersten Mountainbiker bereits um 8 Uhr und man konnte direkt beim Vermuntsee parken.“ Von der Vorarlberger Seite werde es schwierig, einen Pächter zu finden, da Belieferung und Anfahrt durch die Straßensperre deutlich umständlicher seien. Die DAV-Sektion Saarbrücken informiert, dass sie noch auf der Suche sei und es „ganz sicher diesen Sommer noch dauern wird, bevor wir einen neuen Pächter für 2027 gefunden haben“.