Bregenz holt sich Anregungen in Salzburg: Welche Ideen könnten auch am Bodensee funktionieren?

In Bregenz stehen mehrere große Bauvorhaben an. Salzburg liefert Beispiele.
Bregenz Bregenz schaut nach Salzburg: In dieser Woche hat eine Delegation aus Bregenz die Mozartstadt besucht. Mit dabei waren Bürgermeister Michael Ritsch, Vizebürgermeister Roland Frühstück, Eva Blum, Leiterin der Dienststelle Stadtraum und Klima, sowie Bregenz-Tourismus-Geschäftsführer Robert Salant. Was kann sich Bregenz von Salzburg abschauen?

Der Vorarlberger Projektentwickler Prisma hat in Salzburg seit 2009 drei innerstädtische Quartiere mit insgesamt rund 800 Wohnungen und 19.000 Quadratmetern Büro-, Arbeits- und Gewerbeflächen entwickelt. Auch in Bregenz stehen mehrere große Projekte an. Prisma plant Quartiere im Weiherviertel, an der Arlbergstraße und in der Seestadt. Hinzu kommen der Bahnhofsneubau sowie das Seequartier von Rhomberg Bau und i+R.


„Beim Weiherviertel geht es konkret um die Nutzung der Erdgeschoßzonen. Es stellt sich immer die Frage, ob dort nur Dienstleistungen wie Physiotherapiepraxis, Rechtsanwaltskanzlei oder Architekturbüro funktionieren – oder ob dort auch eine hochwertige Gastronomie, Handel oder andere Nutzungen möglich sind. Das haben wir uns in den Salzburger Quartieren angeschaut, die ebenfalls nicht unbedingt mitten im Zentrum liegen, aber mittlerweile mit dem Zentrum zusammengewachsen sind“, erläutert Bürgermeister Michael Ritsch.

Beim Prisma-Projekt im Weiherviertel steht der Baustart unmittelbar bevor: Für das Motel One ist der Spatenstich noch in diesem Jahr geplant. Mit dem Bau der Wohn- und Geschäftsgebäude, die Prisma gemeinsam mit der Vorarlberger Landesversicherung (VLV) im hinteren Bereich umsetzt, soll, wenn möglich, im ersten Quartal 2027 begonnen werden.

Bürgermeister Ritsch geht davon aus, dass sich mit dem Bahnhofsneubau und den Projekten Seequartier und Seestadt die Fußgängerströme verändern werden und sich damit auch viele Querungen durch das Weiherviertel ergeben werden. „Darum ist der Standort auch für andere Nutzungen, die eine gewisse Frequenz brauchen, interessant. Diese Erkenntnis haben wir gewonnen. Wir bleiben aber im Diskurs“, erläutert er.

In den nächsten Wochen sollen auch bei anderen Projekten wichtige Entscheidungen fallen. Laut Ritsch stehen die finalen Gespräche mit den ÖBB, dem Land und den Investoren an. „Es geht um die Finanzierung der Umlegung der Landesstraße und des neuen Bahnhofs mit ÖPNV-Knoten. Sobald die Entscheidungen getroffen sind, wollen die Eigentümer von Seestadt und Seequartier sehr zeitnah mit den Planungen und der Bebauung von Teilen dieser Gebiete beginnen. Den Bahnhof, so höre ich, wollen die ÖBB von 2031 bis 2034 umsetzen“, führt er aus.
