Hohenweiler feierte mit den Fußballern

Stimmungsvoller Frühschoppen mit Fischo’s Böhmischen zum Abschluss des Dorffest-Programms.
Hohenweiler Das typische Dorfwirtshaus mit seinem Stammtisch ist besonders im ländlichen Raum wichtigster Treffpunkt und Zentrum dörflichen Lebens. Immer mehr kleine Gemeinden kämpfen jedoch mit dem Gasthaussterben, auch in Hohenweiler fehlt dieser Treff seit mehr als zehn Jahren.

Beliebte Sommerfeste
Was also tun, um dem dörflichen Leben Impulse zu geben? In Hohenweiler bringen Vereine – wie man so schön sagt – “die Leute zusammen”, indem sie Sommerfeste organisieren, die sich großer Beliebtheit erfreuen – auch bei Gästen von auswärts.
Die Schützen machten den Anfang, die Feuerwehr setzte fort, und zum Abschluss der beliebten Sommerfeste boten die Fußballer nach dem Feldgottesdienst, den Dominikus Matt mit den Gläubigen feierte, mit Fischo’s Böhmischen eine originelle Musik auf, die das dritte sommerliche Hohenweiler Dorffest musikalisch gestaltete.

Für die ganze Familie
Der 1972 gegründete Hohenweiler Fußballverein versteht sich als Freizeitangebot für die ganze Familie – nicht nur hin und wieder bei solchen Veranstaltungen, betonen Reinhard Haltmayer, seit 2022 Vereinsobmann, und Ehrenobmann und Gründungsmitglied Werner Maurer, der in den 1980er- und 1990er-Jahren an der Spitze des Vereins stand. Nach ihm ist die Sportanlage benannt.

Fußball-Pionierleistungen
Dass sich der SC Hohenweiler als Sportverein für die ganze Familie versteht, hat weit zurückreichende Wurzeln: Schon vor der Vereinsgründung 1972 gab es in Hohenweiler eine Frauen-Mannschaft. Frauenfußball war damals im Verband noch lange kein Thema, dennoch gab es eine (inoffizielle) Meisterschaft, an der vorwiegend Frauen-Firmenmannschaften und eben auch das Hohenweiler Team teilnahmen. Es war nur ein kurzes Strohfeuer, und nach der Meisterschaft 1972/73 (Landesmeister wurde der SC Hatlerdorf) löste sich der landesweit organisierte Frauenfußball auf. Erst 20 Jahre später gab es wieder eine Frauen-Landesliga unter der Regie des Vorarlberger Fußballverbandes. Rankweil holte den ersten Titel, aktuelle Landesliga-Meisterinnen 2025/26 sind die Kickerinnen der SPG Leiblachtal, dem Zusammenschluss der Talschaftsgemeinden.

Frauen spielten beim SC Hohenweiler lange vor der Gründung dieser Spielgemeinschaft eine wichtige Rolle – nicht von ungefähr stammt mit Sonja Spieler eine der profiliertesten Fußballerinnen des Landes aus dem SC Hohenweiler. Mangels Mädchenteams durfte Sonja mit einer Sondergenehmigung länger als nach dem Reglement erlaubt in den Nachwuchsteams bei den “Jungs” mitspielen und holte sich dabei erstes Rüstzeug für eine eindrucksvolle Karriere, die sie bis zum FC Bayern München und in die österreichische Frauen-Nationalmannschaft führte. Als sie 2011 ihre aktive Karriere beendete, war sie Rekord-Nationalspielerin und engagiert sich seither im Vorarlberger – und natürlich auch Hohenweiler – Frauenfußball.

Wissen, wo wir hingehören
Tradition verpflichtet – Hohenweilers Fußballverein ist nicht nur stolz auf Sonja Spieler und die Rolle, die man auch heute noch in der Spielgemeinschaft spielt, man versteht sich auch als Freizeitangebot für die ganze Ortsbevölkerung. Die “Erste” ist seit Jahren Konstante in der ersten Landesklasse. “Das ist unsere Leistungsstufe, da gehören wir hin”, ist Obmann Haltmayer überzeugt und ergänzt, dass das Hauptaugenmerk der Nachwuchsarbeit gilt. “Erst dieser Tage waren wieder rund 50 fußballbegeisterte Jugendliche beim traditionellen Camp, und dieser Frühschoppen zeigt einmal mehr: Wir sind eine große Hohenweiler Fußballfamilie.” STP







