Ihre Bühne ist hinter der Bühne

Christiane Eberle steckt hinter den Kulissen der Philharmonie-Werkstatt “Quarta”.
Hittisau „Musik hat in meinem Leben schon immer eine Rolle gespielt“, erzählte Christiane Eberle. Das Leben der 54-Jährigen dreht sich derzeit hauptsächlich um Musik. Vor zehn Jahren hat sie zusammen mit ihrem Mann Christoph Eberle den Verein „Quarta“, eine Philharmonie-Werkstatt für junge Musiker und Musikerinnen, gegründet, der bald Jubiläumskonzerte geben wird. Doch schon davor war Musik ein fester Bestandteil der sechsköpfigen Familie Eberle. „Dass Musik zu unserem Alltag gehört, war immer klar und ist es auch jetzt noch. Wenn die Kinder zu Weihnachten nach Hause kommen, musizieren wir, auch wenn wir davor gestritten haben. Danach findet man wieder zusammen, denn Musik verbindet einfach“, erzählt Christiane Eberle.

Die Grundidee für den Verein „Quarta“ kam von ihrem Mann. Der Dirigent Christoph Eberle wollte jungen musikbegeisterten Menschen eine Gelegenheit bieten, auf Konzertbühnen zu spielen. Und das in einem Umfeld ohne Wettbewerbsdruck, wie es ihn beispielsweise im Sport gibt. „Sport kann man messen, in Hundertstel, in Sekunden, aber bei der Musik schwingt zwischen den Tönen noch etwas Anderes mit. Musik ist etwas für die Seele“, meint die Hittisauerin. Der Verein hatte erst mit Startschwierigkeiten zu kämpfen, mittlerweile spielten allerdings schon 745 Musiker und Musikerinnen auf Quartas Bühnen.

Christiane Eberle engagiert sich ehrenamtlich in dem Verein und übernimmt verschiedene Aufgaben. Sie hilft den Musikern und Musikerinnen bei Problemen und ist zusammen mit zwei weiteren Vereinsmitgliedern für die Organisation zuständig. Außerdem gestaltet die selbstständige Grafikerin die Plakate für die Quarta-Konzerte selbst. Gelernt hat Christiane Eberle zunächst Kindergärtnerin, ehe sie sich für ein Grafikdesign-Studium in Wien entschied. Heute arbeitet sie in ihrem Studio Bach 201 in Langenegg.

Anlässlich des zehnjährigen Jubiläums hat sich Christiane Eberle ein aufwendiges Projekt überlegt: Ein Buch, in dem Musiker und Musikerinnen, Mitglieder, Eltern und Fördergeber ihre persönlichen Quarta-Geschichten erzählen. „Die Geschichten, die für das Buch geschrieben wurden, sind einfach berührend“, erzählt Eberle. Ein besonderes Detail sind die Namen aller 745 Musiker und Musikerinnen, die in dem Buchumschlag verewigt sind.
Ein Verein für Junge Talente
In dem Verein „Quarta“ spielen bei jeder Produktion zwischen 60 und 70 Musiker und Musikerinnen im Alter von 15 bis 28 Jahren aus dem gesamten Bodenseeraum mit. Dabei ist es egal, ob man angehender Profimusiker ist, oder einfach gerne Musik macht, ein gewisses Niveau ist aber Voraussetzung. Zweimal im Jahr treten die Quarter-Musiker auf die Bühne. Die kleinere der beiden Produktionen nennt sich, passend zu ihrer Größe, die „Ein-Viertel-Produktion“. Im Herbst findet dann ein großes Konzert statt, bei dem sinfonische Orchesterliteratur gespielt wird. Heuer geben sie zum Jubiläum Beethovens 9. Sinfonie zum Besten. Im letzten Satz der Sinfonie stimmt ein Chor „Freude, schöner Götterfunken“, die Europahymne, an. Deshalb stehen dieses Jahr 80 bis 90 Musiker, Musikerinnen, Sänger und Sängerinnen auf der Bühne. „Die muss man zuerst einmal alle koordinieren und organisieren“, sagt Christiane Eberle.

Zusätzlich zu ihrem Beruf, Quarta und ihrer Familie mit vier Kindern engagiert sich Eberle in ihrer Heimatgemeinde Hittisau. Sie ist Mitglied der Gemeindevertretung und Vorsitzende des Ausschusses für Kultur und Zusammenleben. Wenn die Wälderin noch etwas freie Zeit übrig hat, findet man sie in ihrem Garten.
ZUR PERSON
Christiane Eberle
Alter: 54
Beruf: selbständige Grafikdesignerin
Familie: Verheiratet, vier Kinder
Hobbys: Garten