140 Autoren, 45 Lesungen: Dornbirns Buchmesse ist gewachsen

Die zweite Vorarlberger Buchmesse brachte Schreibende und Literaturfans zusammen.
Dornbirn: “Klick, klick” – der Besucherzähler am Eingang des Dornbirner Kulturhauses stand kurz vor 11 Uhr am Samstagvormittag bereits bei 416. “Das ist einfach unglaublich und jetzt schon so viel wie im vergangenen Jahr den ganzen Tag über”, zeigte sich Vera Fechtig begeistert. Die Organisatorin hatte ihren Stand gleich am Eingang und zeigte auf ihr erstes Buch “10 Wochen zu früh”, das sozusagen den Grundstein zu der Buchmesse, die vor einem Jahr noch ganz klein und sehr spontan angefangen hat, gelegt hat.

Vom Pfarrheim ins Kulturhaus
Heute ist aus der Idee ein sechsmal so großes Ereignis geworden. 140 Autorinnen und Autoren aus mehreren Ländern präsentierten ihre Bücher. Fechtig und ihre Mitorganisatorin Bianca Ender haben elf Monate geplant. Viele Aussteller vom Vorjahr sagten sofort wieder zu. Zwölf Buchbloggerinnen aus Österreich, Deutschland und der Schweiz unterstützten die Veranstaltung.
Die erste Ausgabe war 2025 im Pfarrheim St. Martin mit 25 Schreibenden gestartet. Der Umzug ins Kulturhaus zeigt, wie rasch die private Initiative gewachsen ist. “Wir denken groß, planen Schritt für Schritt”, sagt Fechtig.


Zwischen Krimi und Königshaus
Im Kulturhaus wurde geschmökert, diskutiert, signiert und geplaudert. Lisbeth Bischoff hatte Geschichten aus dem englischen Königshaus und ihr neues Buch “King Charles – Kein Mann der zweiten Reihe” mitgebracht. Marion Crone-Hofer präsentierte ihr Kinderbuch und erzählte von Wildschweinen im Wellenbad. Nebenan bot Guido Sawatzki Thriller und Short Storys an. Die Bandbreite bei der zweiten Buchmesse war groß, und für jeden Besucher war etwas dabei.


Insgesamt standen 45 Lesungen in drei Räumen auf dem Programm. Krimis trafen auf Fantasy und Liebesgeschichten, Kinder- und Jugendbücher auf Sachbücher. Auch Backen, Kochen, Lebensberatung und Esoterik fanden Platz. Zu den Höhepunkten zählten die Eröffnungsrede des Psychiaters und Bestsellerautors Reinhard Haller, die Lesung der Spiegel-Bestsellerautorin Stella Tack aus “Ever & After” sowie Linda Meixner vom Offline-Institut, die einen Vorgeschmack auf ihr erstes Buch “Das Offline-Manifest” gibt. Und natürlich der obligatorische Auftritt der “The First Leiblach Valley Pipes & Drums”, die mit ihren Dudelsäcken durchs Kulturhaus zogen.


Begegnungen im Mittelpunkt
Für Fechtig und Ender geht es nicht nur darum, bekannte Namen nach Dornbirn zu holen. Gerade Literatur-Neulinge sollen sichtbar werden und ihre Werke einem breiteren Publikum präsentieren können. Arrivierte Schreibende treffen auf Fans, signieren Bücher und kommen mit Leserinnen und Lesern ins Gespräch. “Genau diese Begegnungen machen den Charakter der Messe aus”, so Fechtig.

Auch das Rahmenprogramm lud zum Mitmachen ein. In der mobilen Druckwerkstatt konnten Besucher mit Setzkasten, Druckerschwärze und Buchpresse selbst Buchdruck ausprobieren. Der Autorenverband Literatur Vorarlberg war ebenso vertreten wie Fachleute aus dem Bereich Hörbuch und Tontechnik. Eine Podiumsdiskussion widmete sich der Mobbingprävention und brachte Betroffene sowie Fachleute miteinander ins Gespräch.
Für die beiden Organisatorinnen ist die starke Resonanz Bestätigung und Ansporn zugleich. Aus einer spontanen Idee ist innerhalb eines Jahres eine Buchmesse geworden, die Menschen aus mehreren Ländern zusammenbringt. Der nächste Termin steht bereits fest: Am 4. und 5. September 2027 soll die Veranstaltung wieder zwei Tage lang im Kulturhaus stattfinden. “Und 2028 haben wir bereits das Messegelände im Blick, dann wird unser großer Traum wahr”, so Fechtig. cth






