Bälle, Beats und Begegnungen: “Pong Pong” bringt Bewegung in die Bregenzer Innenstadt

In der Innenstadt eröffnet am Mittwoch ein Pingpong-Pop-up-Club. Das steckt dahinter.
Bregenz In der Bregenzer Innenstadt fliegen jetzt drei Wochen lang die Bälle: Evelyne Berlinger (50) aus Wolfurt verwandelt von 9. bis 29. September ein Geschäftslokal in der Jahnstraße 13–15 in den Pingpong-Pop-up-Club „Pong Pong”.

Warum Tischtennis? „Mein Mann arbeitet in einem amerikanischen Unternehmen. Er ist deshalb regelmäßig in den USA und immer, wenn sie in Seattle sind, haben sie ein Teamevent in der Pingponghalle. Er war immer total begeistert, die Bilder sehen fantastisch aus und ich dachte mir: Wieso gibt es so etwas nicht bei uns?“, erzählt Evelyne Berlinger.

Die Idee schwelte eine Weile. Gleichzeitig wuchs bei ihr der Wunsch, einen analogen Raum zu schaffen, in dem Menschen zusammenkommen können, Zeit miteinander verbringen und neue Bekanntschaften machen. „Ich habe viele Jahre digital gearbeitet und Webseiten gebaut. Natürlich ist das Digitale nicht mehr wegzudenken – und das ist auch gut so. Aber ich glaube, wir spüren alle, dass uns zu viele digitale Begegnungen nicht guttun und wir wieder mehr Raum für echte, analoge Begegnungen brauchen. Das war für mich die Triebfeder“, erläutert die gebürtige Deutsche.

Das Konzept von „Pong Pong“ ist denkbar einfach: reinkommen, einen Schläger nehmen und loslegen. Gespielt wird für 20, 40 oder 60 Minuten – an einem klassischen oder einem interaktiven Tischtennistisch. An letzterem werden die Punkte mithilfe von Sensoren gezählt. Außerdem können dort Mini-Turniere mit bis zu acht Teilnehmern veranstaltet und verschiedene Spiele wie „Tic-Tac-Toe“ oder „Bubbles“ ausprobiert werden. Wer gerade nicht spielen möchte, kann etwas trinken, Musik hören oder einfach nur zuschauen.


Mit „Pong Pong“ möchte die Wolfurterin herausfinden, ob ein niederschwelliges, urbanes Spielangebot mitten in der Bregenzer Innenstadt funktionieren kann. „Kommt es an? Gefällt es mir? Gefällt es den Menschen in Bregenz? Es ist ein Experiment“, sagt Evelyne Berlinger. Geglückt ist das Projekt für sie dann, wenn Menschen unterschiedlicher Generationen und Spielstärken miteinander Zeit verbringen – unabhängig davon, ob sie sich bereits kennen oder erst vor Ort kennenlernen. „Es geht nicht um Leistung und Können. Im Kern geht es darum, niederschwellige Begegnungen möglich zu machen“, ergänzt sie. Dazu gibt es Musik und verschiedene Veranstaltungen.


Bei „Pingpong und Vinyl“ trifft die Lieblingsplatte auf die Tischtennisplatte. Am Donnerstag (10. September) kommen bei „Tischtennis trifft Pingpong“ die beiden Tischtennisspieler Matthias Sutterlüty und Peter Koppány in der Jahnstraße vorbei. Evelyne Berlinger hat noch ein weiteres Argument für den Sport: Eine dänische Langzeitstudie hat gezeigt, dass Menschen, die regelmäßig gemeinsam mit einem Partner Sport treiben, länger leben. Man bewegt sich, motiviert sich gegenseitig und pflegt soziale Kontakte. Das reduziert Stress, Depressionen und Einsamkeit und damit auch das Risiko für zahlreiche Erkrankungen. „Tischtennis ist Longevity“, merkt die „Pong Pong“-Chefin lachend an.


Öffnungszeiten
PONG PONG Pop-up-Club
9. bis 29. September 2026
Jahnstraße 13–15, Bregenz
Dienstag bis Samstag, von 12.30 Uhr bis 20 Uhr