“Jeds Johr das Glich” heißt es bei den Süosslarn

VN / 09.09.2026 • 11:25 Uhr
Auf der Bühne wird bereits fleißig an der nächsten komischen Bescherung gefeilt.
Auf der Bühne wird bereits fleißig an der nächsten komischen Bescherung gefeilt. cth

Süosslar bringen mit einer chaotischen Bescherung den Weihnachtswahnsinn auf die Bühne.

Dornbirn Noch ist es relativ still in der Hatler Turnhalle, doch hinter den Kulissen wächst bereits die Vorfreude. Zweimal pro Woche verwandelt sich der ehemalige Sportort in eine Theaterwerkstatt. Auf der Bühne wird gesprochen, gestikuliert und gelacht, davor werden Einsätze besprochen, Texte verbessert und letzte Details geklärt. Bei den Süosslarn laufen die Vorbereitungen für die Herbstpremiere auf Hochtouren. Am Freitag, 16. Oktober, soll sich der Vorhang heben.

Noch ist es eine Probe, doch bei d’Süosslar nimmt das Weihnachtschaos schon Gestalt an.
Noch ist es eine Probe, doch bei d’Süosslar nimmt das Weihnachtschaos schon Gestalt an. cth
Auch Hugo Nussbaumer und Ernst Klocker gehören wieder zum Ensemble und
Auch Hugo Nussbaumer und Ernst Klocker gehören wieder zum Ensemble und “proben” Text & Wein. cth

Ganz gleich, wie turbulent die Proben verlaufen – ein wenig Gemütlichkeit gehört bei der Dornbirner Theatergruppe dazu. So auch an diesem Montagabend, an dem sich die  Truppe mit Kuchen und Naschereien stärkt, bevor es auf die Bühne geht. Dazu wird ein Gläschen Wein verkostet. Auch das ist eine Art Probe. “Wir testen nämlich, welchen Wein wir bei den Vorstellungen anbieten wollen”, klärt Ur-Süosslar Ernst Klocker lachend auf. Kollege Hugo Nussbaumer ergänzt: “Und der Wein macht natürlich auch die Zunge etwas lockerer.” Langjährige Theaterweisheiten à la Süosslar.

Zwischen Textarbeit und Bühnenaufbau wächst die Vorfreude auf die Premiere.
Zwischen Textarbeit und Bühnenaufbau wächst die Vorfreude auf die Premiere. cth
Ernst Klocker lernt seinen Text für seine Rolle als Eberhard Maier.
Ernst Klocker lernt seinen Text für seine Rolle als Eberhard Maier. cth

Neuzugänge willkommen

Ein ganz frischer “Süosslar-Schnitz” ist heuer Abel Schmidt. Der 16-Jährige steht erstmals auf der Süosslar-Bühne. Als Sohn Klausi hat er gleich eine größere Rolle übernommen. “Ich habe erfahren, dass bei den Süosslarn Nachwuchs immer willkommen ist. Da ich gerne schauspielere, war ich hier genau richtig”, erzählt der  Jugendliche. Auch Ingrid Achorner schaut an diesem Abend als Schnupperin bei einer Probe vorbei. “Interessierte können jederzeit zuschauen und so das Ensemble kennenlernen”, erklärt Obfrau und Regieassistentin Evelyn Seifert. Im ersten Jahr sei auch ein Einsatz hinter den Kulissen möglich – oder, wie bei Abel, gleich der Sprung ins Rampenlicht.

Ingrid Achorner (re.) war am Montag zum Schnuppern dabei.
Ingrid Achorner (re.) war am Montag zum Schnuppern dabei. cth

Weihnachten mit Hindernissen

Gespielt wird dieses Jahr eine Komödie nach Monika Hirschles “Eine schöne Bescherung”. Unter dem Süosslar-Motto “Jeds Johr das glich” geht es um den ganz normalen Wahnsinn eines Weihnachtsfestes. Die Familie Wohlgenannt möchte eigentlich harmonische und friedliche Feiertage im engen Kreis verbringen. Doch unterschiedliche Erwartungen, Generationenkonflikte und alte Gewohnheiten bringen die Feier Schritt für Schritt aus dem Gleichgewicht. Aus der geplanten Besinnlichkeit wird ein chaotisches Weihnachtsfest, in dem jeder seine eigenen Vorstellungen durchsetzen möchte. “Die Situationen sind überspitzt, die Konflikte aber durchaus vertraut. Das Publikum darf sich auf Verwechslungen, pointierte Dialoge und jene Mischung aus Chaos und Herzlichkeit freuen, die das Theater der Süosslar seit über 40 Jahren ausmacht”, so Seifert.

Abel Schmidt gehört seit heuer neu zur Theatergruppe der Süosslar.
Abel Schmidt gehört seit heuer neu zur Theatergruppe der Süosslar. cth

Auch hinter der Bühne ist einiges los. Für die Aufführung wird eine komplette Küche aufgebaut. Das Bühnenbild ist entsprechend aufwendig. Seifert kümmert sich zudem um die Maske und muss unter anderem Ernst Klocker jünger und Hugo Nussbaumer älter schminken. “Beides ziemliche Herausforderungen”, lacht sie. Regie führt Angelika Kratzer, unterstützt von Seifert.

Regie-Assistentin Evelyn Seifert hat alles im Blick.
Regieassistentin Evelyn Seifert hat alles im Blick. cth

Alte Halle, neue Bühne

Die Hatler Turnhalle hat sich bereits im vergangenen Jahr als Spielstätte bewährt. Die Vorstellungen waren restlos ausverkauft, viele Karten für die neue Saison wurden schon vorbestellt. Rund 400 Tickets sind bereits verkauft. Die alte Halle bietet mit ihren alten Holzbalken und ihrer Architektur einen besonderen Rahmen und eine besondere Atmosphäre. Wer dabei sein möchte, sollte sich rechtzeitig Karten sichern, denn bei den Süosslarn heißt es in doppeltem Sinn: Jedes Johr das glich – nämlich a groß Gaude. cth

Noch sind es Proben, doch die komischen Momente lassen bereits auf einen unterhaltsamen Abend hoffen.
Noch sind es Proben, doch die komischen Momente lassen bereits auf einen unterhaltsamen Abend hoffen. cth
In der Hatler Turnhalle wird aus vielen einzelnen Szenen langsam ein großes Ganzes.
In der Hatler Turnhalle wird aus vielen einzelnen Szenen langsam ein großes Ganzes. cth
Vorhang auf für die Probenarbeit, bei der die Süosslar schon jetzt für beste Unterhaltung sorgen.
Vorhang auf für die Probenarbeit, bei der die Süosslar schon jetzt für beste Unterhaltung sorgen. cth