Nach 20 Jahren droht dem aha Bludenz das Aus: SPÖ will Standort dauerhaft sichern

VN / 09.09.2026 • 10:12 Uhr
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Die Geschäftsstelle des aha Bludenz befindet sich in der Mühlgasse. VN/JUN

Die Stadt Bludenz streicht ihre Förderung für das Jugendinformationszentrum in Höhe von 45.000 Euro – mit weitreichenden Folgen.

Bludenz Dem Jugendinformationszentrum aha in Bludenz droht die Schließung, da die Stadt die Förderung in Höhe von 45.000 Euro ab dem kommenden Jahr aus Kostengründen streicht. Diesen Beschluss fassten ÖVP und FPÖ in der Stadtvertretungssitzung im Juni. Die SPÖ Bludenz (Team für Bludenz) stellt nun einen Antrag für die Stadtvertretungssitzung am Donnerstag, 10. September, um sich zum dauerhaften Erhalt des Jugendinformationszentrums aha am Standort Bludenz zu bekennen und „sämtliche erforderlichen Schritte und Beschlüsse zu setzen, um die Weiterführung des Standorts und seiner Leistungen sicherzustellen“.

Mit dem Wegfall der Förderung nehme man nicht nur dem aha die Existenzgrundlage am Standort Bludenz, sondern auch den Angeboten femail und amazone, die Mädchen und junge Frauen wohnortnah beraten. „Damit würde ein wichtiger niederschwelliger Zugang zu geschlechtsspezifischer Beratung, Prävention und Unterstützung verloren gehen“, heißt es im Antrag der SPÖ Bludenz.

Das aha ist der Hauptmieter des Geschäftslokals in der Mühlgasse. Bei einer Schließung müssten auch femail und amazone ausziehen, da sie sich die Miete allein nicht leisten können. Die jährliche Miete von 11.000 Euro und die Personalkosten werden durch die Förderung finanziert. Neben der Stadt Bludenz steuern die Gemeinden im Bezirk jährlich 28.000 Euro bei, vom Land Vorarlberg kommen 48.000 Euro.

Im November des vergangenen Jahres feierte das aha in Bludenz noch sein 20-jähriges Jubiläum, obwohl dort schon bekannt gewesen sei, dass die Förderungen gestrichen werden. „Das war im Budget für 2026 schon vermerkt, dass es Einsparungen gibt“, sagt SPÖ-Stadtrat Andreas Fritz-Wachter.

Wichtige Anlaufstelle

Das aha ist eine wichtige Anlaufstelle für Jugendliche aus dem ganzen Bezirk und veranstaltet Kurse und Workshops an Schulen. Darüber hinaus berät es auch Vereine, wie sie am besten an EU-Fördergelder kommen. Weitere Beratungsschwerpunkte sind Bildung, Ausbildung, Beruf, Mobilität, Auslandsaufenthalte, Freiwilligenarbeit und gesellschaftliche Beteiligung.

2025 verzeichnete das aha 109 Einzelkontakte am Standort Bludenz, Tendenz steigend. Seit der Eröffnung wurden mehr als 46.500 individuelle Anfragen bearbeitet. Über 4000 Jugendliche nahmen am Format „Bludenz Inside“ teil und lernten Jugend-, Sozial- und Beratungseinrichtungen der Stadt kennen. Die seit fünf Jahren angebotenen Workshops zur Informations- und Medienkompetenz wurden von rund 2500 Teilnehmenden besucht. „Hinter diesen Zahlen stehen junge Menschen, die Orientierung, Unterstützung oder verlässliche Informationen gesucht haben“, so die SPÖ Bludenz.

Das Team für Bludenz fordert daher, dass der Stadtrat sowie die Stadtverwaltung „unverzüglich Gespräche mit dem Land Vorarlberg, dem aha, den Gemeinden des Bezirks sowie den beteiligten Beratungseinrichtungen“ aufnehmen. Ziel sei eine langfristige Finanzierungsvereinbarung für den Standort Bludenz. Die jährliche Förderung stehe in keinem Verhältnis zu den möglichen Folgen des Verlustes einer über Jahrzehnte aufgebauten Infrastruktur für Information, Beratung und Prävention.

In intensiven Gesprächen

Simon Kresser vom aha Bludenz zeigt sich optimistisch: „Wir passen unsere Angebote ständig an, um auf die sich verändernden Lebenswelten junger Menschen zu reagieren. In diesem Sinn entwickeln wir die Jugendinformation Vorarlberg Süd weiter. Aktuell sind wir dafür in intensiven Gesprächen mit der Stadt Bludenz, dem Land Vorarlberg und weiteren Partnerorganisationen.“ Jugendliche sollen auch künftig verlässliche Informationen und Unterstützung bekommen. Die persönliche Beratung werde durch mobile und digitale Formate ergänzt.