Wieder illegal entsorgter Plastikmüll im Ried? Was wirklich hinter dem vermeintlichen “Umweltskandal” steckt

VN / 09.09.2026 • 14:13 Uhr
Wieder illegal entsorgter Plastikmüll im Ried? Was wirklich hinter dem vermeintlichen "Umweltskandal" steckt
Den VN übermitteltes Foto: Dieser Heuhaufen, durchspickt mit Kunststoffresten, schockierte vor wenigen Tagen mehrere Radfahrer.

Was für Radfahrer wie ein spätes “Relikt” vom Häusle-Müllskandal aussah, hat einen weit harmloseren Hintergrund. Und wurde zu einem rasch beseitigten Problem.

Schwarzach Ein anonymer Brief erreichte die VN-Redaktion. Mit Begleittext und Fotos. Die unbekannten Verfasser bezeichnen sich selbst als “begeisterte Radfahrer, die regelmäßig im Wolfurter bzw. Lauteracher Ried unterwegs sind und dieses wertvolle Natur- und Erholungsgebiet sehr schätzen.” Umso mehr würde sie aber beschäftigen, was “sie dort immer wieder beobachten”, wie sie weiter schreiben.

Kontaminierter Misthaufen

So stach ihnen am Samstag, den 29. August 2026, in diesem ökologisch sensiblen Gebiet ein aufgebrachter Misthaufen auf, in dem sich deutlich erkennbare Reste von Kunststoff-Silofolien befanden. Ihre Bedenken brachten sie anschließend wie folgt zum Ausdruck: “Sollte es durch Niederschlag oder andere Einwirkungen zu einer Verfrachtung von Kunststoffbestandteilen kommen, stellt sich unweigerlich die Frage nach möglichen Auswirkungen auf das Gewässer und dessen unmittelbares Umfeld.”

Erinnerung an große Umweltsünde

Ebenso unweigerlich erinnert die Entdeckung an die “Causa Häusle”, jenen Umweltskandal, der im Jahr 2016 nach einem anonymen Hinweis eines Spaziergängers an die VN zu einem Prozessmarathon von überregionalem Interesse führte.

Damals wurden riesige Mengen illegal vergrabener Abfälle des Entsorgungsunternehmens Häusle in Lustenau entdeckt. Insgesamt mussten rund 15.000 Tonnen Müll nachträglich fachgerecht entsorgt werden.

Wieder illegal entsorgter Plastikmüll im Ried? Was wirklich hinter dem vermeintlichen "Umweltskandal" steckt
Mit Kunststoffmüll kontaminierter Pferdemist, aufgefunden im Emser Ried. VN/GS

Strafverfahren wurden auch gegen Landwirte eingeleitet, die im Hohenemser Ried mit Plastikmüll kontaminierten Pferdemist ausgebracht hatten. Es handelte sich hier um Fräsreste aus der Skiproduktion, die von Häusle an die Bauern abgegeben wurden. Auch hier führte ein anonymer Hinweis an die VN zur Aufdeckung.

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Das Prozedere im aktuellen Fall war dasselbe. Die VN übermittelten die Informationen der Radfahrer am Dienstag in Wort und Bild an die Umweltabteilung der zuständigen Bezirkshauptmannschaft Bregenz.

Unmittelbar reagiert

Und die reagierte sofort, wie der Leiter der Abteilung und Stellvertreter der Bezirkshauptmannschaft Bregenz, Ingomar Wetzlinger, der Redaktion am Mittwoch bestätigte: “Wir haben noch am selben Tag Leute zum betreffenden Standort hinausgeschickt. Wie sich dort herausstellte, waren die Plastikteile bereits in Eigenregie vom zuständigen Landwirt entfernt worden.”

Eine Bedrohung des nahe gelegenen Fließgewässers der Schwarzach sei damit ausgeräumt worden. Der Landwirt habe seiner Aussage nach die in Silofolien verpackten Heuballen ausgebracht. Vermutlich durch die anhaltende Trockenheit sollen die Folien ihre Reißfestigkeit verloren haben. Das Malheur wurde von dem Bauern jedoch selbst ins Reine gebracht, indem er die Kunststoffreste entfernte.

Keine Häusle-Relikte mehr

Darauf angesprochen, ob nach dem Häusle-Umweltskandal inzwischen weitere illegale Müllablagerungen in Vorarlberger Naturschutzgebieten aufgefunden wurden, antwortete Wetzlinger, dass diesbezüglich keine Entdeckungen mehr gemacht worden seien.