So nimmt Wolfgang Rhomberg sein erstes Jahr als Schuldirektor in Angriff

VN / 11.09.2026 • 17:00 Uhr
So nimmt Wolfgang Rhomberg sein erstes Jahr als Schuldirektor in Angriff
Wolfgang Rhomberg mit seiner vierbeinigen “Assistentin”, die bei ihm zu Hause auch als Familienhund tätig ist. VN/Roland Paulitsch

Ein bisschen Anspannung und vor allem Vorfreude. Im SPZ Dornbirn beginnt für den 45-Jährigen ein neues Kapitel.

Dornbirn Wie war das doch früher. Der Bürgermeister, der Pfarrer und der Schuldirektor bestimmten in einer Kommune, wo’s langgeht. Eine Schule zu leiten, bedeutete Ansehen, Identität und Macht. Entsprechend erstrebenswert war dieses Amt. Lang, lang ist’s her. Heutzutage suchen Schulbehörden oft händeringend nach Persönlichkeiten, die einer Bildungsstätte vorstehen wollen. Beim Sonderpädagogischen Zentrum in der Dornbirner Schulgasse war das nicht notwendig. Dort tritt ein Mann die Nachfolge der scheidenden Direktorin Elisabeth Erker an, den man nicht erst bitten musste, das Amt zu übernehmen: Wolfgang Rhomberg, Dornbirner, 45 Jahre jung und voll motiviert.

So nimmt Wolfgang Rhomberg sein erstes Jahr als Schuldirektor in Angriff
Wolfgang Rhomberg ist nicht nur der neue Direktor des Sonderpädagogischen Zentrums in Dornbirn. Er wird auch selber noch unterrichten.

Er kennt das Leben

“Ich mach’ das gerne. Für mich ist es eine neue Herausforderung. Ich hab’ ja schon vieles gemacht in meinem Leben. Jetzt freue ich mich auf diese Aufgabe”, sagt Rhomberg, während er seine entzückende Mischlingshündin Wanda krault, die ihn als tierische Assistentin durch den neuen Lebensabschnitt begleiten wird. “Wanda ist unsere Schulhündin, sie darf in jeder Klasse für einige Stunden sein”, beschreibt Rhomberg den Tätigkeitsbereich des Vierbeiners.

Für die Aufgabe des Direktors hat sich der gebürtige Dornbirner, der einst vis-à-vis am BG Dornbirn maturierte, unter anderem durch ein pralles Portfolio an beruflicher Erfahrung empfohlen. Rhomberg studierte Geschichte und Soziologie, war via Erasmus-Programm in Kopenhagen und dann drei Jahre in Neuseeland, wo er als Datenanalytiker an der Oakland University of Technology arbeitete.

Besondere Ansprüche

Zurück in Österreich verdingte sich der umtriebige junge Mann als Marktforscher und Unternehmensberater in Wien, ehe sich bei ihm der Wunsch nach einem radikalen beruflichen Paradigmenwechsel regte. “Ich begann ein Lehramtsstudium mit Schwerpunkt Inklusion.” Nach einigen Jahren Lehrtätigkeit am Jagdberg in Schlins kam Wolfgang Rhomberg 2020 zum Sonderpädagogischen Zentrum nach Dornbirn. Spätestens als er aus Neugier den Lehrgang für angehende Schulleiter an der Pädagogischen Hochschule in Feldkirch belegte, entstand die volle Lust auf Ausübung einer Führungsposition. Mit der Pensionierung seiner geschätzten Vorgängerin Elisabeth Erker bot sich dazu die Gelegenheit. Nun ist Rhomberg Direktor und als solcher mit der Unterstützung seiner Kolleginnen und Kollegen ausgestattet. An einer Schule, die ganz besondere Ansprüche stellt.

So nimmt Wolfgang Rhomberg sein erstes Jahr als Schuldirektor in Angriff
Ein letzter Check der Klassenzimmer vor Schulbeginn. Die Ausstattung am SPZ muss besonderen Herausforderungen gerecht werden.Roland Paulitsch

Ein toller Teamspirit

“Wir haben bei uns rund 100 Kinder und Jugendliche im Alter zwischen sechs und 18 Jahren mit unterschiedlichen Beeinträchtigungen und pädagogischem Sonderbedarf. Der Unterricht ist dementsprechend sehr individuell ausgerichtet. Wir arbeiten in kleinen Gruppen.” Freudig spricht Rhomberg vom tollen Teamspirit an der Schule. “Die Kollegen und die Eltern haben unter den gegebenen Umständen einen besonders engen Kontakt.” In ein paar Tagen wird Wolfgang Rhomberg seine erste Konferenz als Direktor leiten und die Richtlinien für das neue Schuljahr festlegen. Er möchte das als Gemeinschaftswerk erleben.

So nimmt Wolfgang Rhomberg sein erstes Jahr als Schuldirektor in Angriff
Natürlich gehört auch Büroarbeit zum Job eines Direktors. Selbst wenn es für Wolfgang Rhomberg dafür Unterstützung gibt. Roland Paulitsch

Denn sein Amt sieht der passionierte Bergsteiger als “primus inter pares”. Gerne nimmt er, der sich in der Eigenbeschreibung als ruhig und geduldig charakterisiert, auch die nun angebotene administrative Unterstützung in Anspruch. Dass der Job eines Direktors für viele Pädagoginnen und Pädagogen nicht mehr erstrebenswert erscheint, ist für Wolfgang Rhomberg nicht relevant. Er freut sich auf das bald beginnende Schuljahr. Und als ob er mit diesem Gefühl nicht allein dasteht, wedelt Schulhündin Wanda fröhlich mit dem Schwanz.