Islam-Schulinspektor Tasdögen: “Wir halten uns an das Gesetz”

Doch der Chef der Islamlehrer in Vorarlberg verhehlt nicht, dass er das Kopftuchverbot abgeschafft sehen will.
Bregenz Wenige bis keine Beanstandungen – das ergab ein Rundruf der Vorarlberger Nachrichten in Sachen Kopftuchverbot für Schülerinnen bis vierzehn Jahren an diversen Schulen in Vorarlberg. “Mir wurden bisher keine Verstöße mitgeteilt”, berichtet etwa auch Reinhard Sepp (63), Direktor am BRG/BORG Dornbirn-Schoren. Dieselbe Meldung gibt es von Christian Höpperger, Schulleiter der MS Hard Mittelweiherburg.
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Bis zu 800 Euro Strafe
Ersten Informationen zufolge wird dieser Eindruck von der Vorarlberger Bildungsdirektion bestätigt. Monika Steurer (61), pädagogische Leiterin der Schulbehörde: “Mit Ausnahme des Protestes an der MS Bregenz-Schendlingen sind mir derzeit noch keine Verstöße bekannt.” Freilich kann sich das in den kommenden Tagen noch ändern. Denn: Wird das Kopftuchverbot an der Schule ignoriert, werden die Eltern von Schülerinnen am betroffenen Standort zuerst zu Gesprächen gebeten. Erst wenn das nichts fruchtet, muss die Bildungsdirektion im Dialog mit den Erziehungsberechtigten Überzeugungsarbeit zu leisten versuchen. In letzter Konsequenz setzt es eine Anzeige bei der Bezirkshauptmannschaft mit Geldstrafen bis zu 800 Euro.

“Es ist diskriminierend”
Abdi Tasdögen (46), Fachinspektor für den islamischen Religionsunterricht in Vorarlberg, hat nach eigenen Angaben die islamischen Religionslehrerinnen und -lehrer angewiesen, die rechtlichen Vorgaben zu erfüllen. “Unsere Handlungsanleitung ist klar: Das Gesetz ist zu befolgen”, hält er unmissverständlich fest. Ihm seien bis dato keine gesetzeswidrigen Vorfälle bekannt, betont auch er.
Tasdögen macht andererseits keinen Hehl aus seiner Gesinnung. “Das Gesetz ist diskriminierend. Es stellt eine Religion an den Pranger. Natürlich hoffe ich, dass es der Verfassungsgerichtshof zurückweist.”
Aus Protest gegen das Kopftuchverbot an Schulen für Mädchen bis 14 Jahren wollen die “Revolutionären Kommunisten” Vorarlbergs, gemeinsam mit der Aktion kritischer Schüler, der Sozialistischen Jugend und der Lehrerinitiative “Schule brennt” zu einem Schulstreik am 9. Oktober aufrufen.