„Es liegt uns sehr am Herzen“: Zwei Freundinnen sichern die Nahversorgung in St. Gerold

VN / 16.09.2026 • 13:57 Uhr
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Nikola Jenny (l.) und Angela Dobler führen seit August den Dorfladen in St. Gerold. Bilder: VN/JUN

Angela Dobler und Nikola Jenny führen seit August gemeinsam den Dorfladen in St. Gerold.

St. Gerold Nachdem der Dorfladen in St. Gerold einen Monat lang geschlossen gewesen war, hat er im August unter neuer Führung wiedereröffnet. Angela Dobler und Nikola Jenny haben den Dorfladen übernommen und damit die Nahversorgung im Ort gesichert.

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Die beiden Freundinnen teilen sich die Arbeitstage auf.

Früher war der Dorfladen im Schulhaus untergebracht. Mit dem Neubau des Gemeindeamtes vor rund 15 Jahren übersiedelte er jedoch in das neue Gebäude. Lange Zeit führten Ida Müller und Judith Burtscher den Dorfladen. Vor eineinhalb Jahren gingen beide in Pension. Danach übernahm eine Deutsche das Geschäft. Aufgrund von Personalproblemen hatte sie jedoch keine Unterstützung, weshalb ihr die alleinige Führung zu viel wurde. Wenn sie krank war oder Urlaub hatte, blieb der Laden geschlossen. „Alleine geht das nicht“, sagt Bürgermeister Alwin Müller. Immerhin sei es eine Sechs-Tage-Woche. Doch er weiß auch: „Wenn du keine Leute hast, dann hast du keine.“

Gesucht und gefunden

Angela Dobler arbeitete in der Kinderbetreuung, die sich im selben Gebäude wie der Dorfladen befindet. So erfuhr sie, dass eine Geschäftsführung für den Dorfladen gesucht wurde. Bürgermeister Alwin Müller fragte sie, ob sie sich vorstellen könne, dort zu arbeiten. Da sie jedoch drei kleine Kinder hat, konnte sie diese Aufgabe nicht alleine übernehmen. Etwa zur gleichen Zeit fragte Nikola Jenny beim Adeg in Sonntag nach, ob eine Verkäuferin gesucht werde. Da St. Gerold eine Zweigstelle des Adeg in Sonntag ist, wurde ihr mitgeteilt, dass in St. Gerold noch jemand gesucht werde. So ergab sich für die beiden Freundinnen die Möglichkeit, den Dorfladen gemeinsam zu übernehmen.

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Auch Alwin Müller ist glücklich über die neue Führung. Der Dorfladen werde von der Bevölkerung gut angenommen.

Die beiden Frauen sind seit Langem befreundet und wohnen in Blons. Nikola Jenny pendelte sechseinhalb Jahre lang zur Arbeit nach Bludenz. Da sie sich nun verstärkt um ihre Mutter kümmern muss, wollte sie eine wohnortnahe Arbeitsstelle und ihre Arbeitszeit reduzieren. Deshalb einigten sich die beiden darauf, dass Nikola Jenny vier Tage und Angela Dobler zwei Tage pro Woche im Dorfladen arbeitet. Geöffnet ist der Dorfladen von Montag bis Samstag von 7.15 bis 11 Uhr.

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Frischwurst, Käse, Gemüse und Backwaren: Im Dorfladen bekommt man alles für den täglichen Bedarf.

Erweitertes Sortiment

„Ich bin in die Fußstapfen meiner Ziehmama Judith getreten“, sagt Angela Dobler stolz. „Es liegt uns sehr am Herzen, dass der Dorfladen weitergeführt wird.“ Seit Angela Dobler und Nikola Jenny den Dorfladen führen, wurde das Sortiment erweitert. Ist ein gewünschtes Produkt nicht erhältlich, können sich Kunden in eine Liste eintragen und das Produkt wird bestellt. „Wir kaufen alles über die Konsumgenossenschaft Sonntag ein“, erklärt Nikola Jenny. Brot und Brötchen werden täglich frisch von der Bäckerei Mangold geliefert. Auch die Frischwurst „läuft wirklich gut“, sagt Nikola Jenny zufrieden. Mittlerweile gibt es auch eine WhatsApp-Gruppe, in der Neuigkeiten und Angebote geteilt werden. Dort wird beispielsweise Bescheid gegeben, wenn Brot übrig geblieben ist. Bereits 60 Mitglieder sind in der WhatsApp-Gruppe vertreten. Viele St. Gerolder kaufen dort ein, aber auch Urlauber, die in der Propstei St. Gerold übernachten.

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Der Dorfladen befindet sich im Gemeindeamt.

Von der Bevölkerung gut angenommen

Alwin Müller sei „überglücklich, dass die zwei Frauen den Dorfladen übernommen haben“. Sie würden den Laden „bravourös“ führen und einen „gewaltigen Einsatz“ zeigen. Von der Bevölkerung werde der Dorfladen sehr gut angenommen. „So wie er jetzt genutzt wird, soll es bleiben.“ Die Gemeinde erhalte vom Land „eine gute Förderung“, um den Dorfladen zu betreiben, müsse jedoch natürlich einen Teil selbst finanzieren. „Ich bin froh, dass der Dorfladen wirtschaftlich tragbar ist und die Bevölkerung ihn nutzt“, sagt er.

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Holz dominiert im kleinen Dorfladen.