Fünf-Millionen-Investition: Was sich in der CampusVäre in Dornbirn alles verändert hat

Die Halle 4 wurde seit 2025 umfassend umgebaut. Nun hat sie für Unternehmer und Privatpersonen einiges zu bieten.
Dornbirn Fünf Millionen Euro wurden in den letzten eineinhalb Jahren in die Halle 4 der “CampusVäre – Creative Institute Vorarlberg” in Dornbirn investiert. Entstanden sind Büros, Verkaufsflächen und Veranstaltungsräume – egal, ob für Unternehmer, Institutionen oder Privatpersonen. Während manche hier arbeiten oder einkaufen, nehmen andere Yogastunden oder besuchen eine Ausstellung.


Vielfältiges Angebot
Die CampusVäre umfasst 12.000 Quadratmeter beziehungsweise sechs Hallen. Seit März 2025 wurde die großflächige Halle 4 umgebaut. Darin wurden einzelne Räume aus regionalem Holz errichtet, die schon jetzt teilweise bezogen sind: Unter anderem hat dort der Filmemacher Bastian Innfeld für seine Firma Blinkhaus ein Büro gemietet, und in einem anderen hat sich das Schachstudio “64 Felder” angesiedelt.


Darüber hinaus bietet das “Living Museum Vorarlberg” Raum für künstlerisches Arbeiten, und im “Casette” gibt es kuratierte Vintage-Mode und -Accessoires zu kaufen. “In der CampusVäre besuchen sich die Mieter gegenseitig, und man unterstützt sich”, sagt Casette-Mieterin Margot Prax (67) aus Dornbirn. Dies ist einer der Gründe, warum Geschäftsführerin und Kuratorin Bettina Steindl (46) die CampusVäre als eine Art “kollaborativen Konzern” bezeichnet.



Der erste Mietvertrag für Halle 4 wurde von Martin Walch (35) aus Hohenems unterschrieben. Vor Jahren war er als Statiker in die Tragwerksplanung des Gebäudes eingebunden, und schon damals sagte er: “Wenn ich mich selbstständig mache, will ich in die CampusVäre.”


Seit Juli ist er nun mit seinem Team mit der Firma Tragwerk vor Ort und zahlt dafür 13,50 Euro pro Quadratmeter. “Da das Gebäude der Stadt gehört und die Mietverträge über sie laufen, dauert der Prozess schon etwas länger”, meint er. Außerdem sei die Parksituation nicht ideal. “Davon abgesehen ist die Lage sehr gut, das Gebäude ist cool umgebaut und hat einen tollen Charme.” Als weiteren Vorteil nennt Walch die Leckeria, die sich ebenfalls in Halle 4 angesiedelt hat und seit zwei Wochen einen Mittagstisch anbietet. Von den 22 Büroeinheiten sollen bis jetzt zwei Drittel belegt sein.


Aber auch in anderen Hallen gibt es Neuerungen: Ende September soll in Halle 1 eine Padel-Tennisanlage eröffnen. Für Ende des Jahres ist in Halle 2 die Inbetriebnahme der Bierbrauerei “Grüner Affe” geplant.


Aufgrund Ihrer Datenschutzeinstellungen wird an dieser Stelle kein Inhalt von Iframely angezeigt.
Hintergründe
Beim Umbau der Halle 4 wurde auf Nachhaltigkeit und eine kostensparende Umsetzung Wert gelegt. Es wurden gewisse Ziegel nicht verputzt, manche ungenutzte Abluftrohre drinnen gelassen und die Industriehallenböden nicht bearbeitet. Das sorgt für einen modernen industriellen Stil. Wobei das nicht der Hauptgrund dafür gewesen sein soll. “Je mehr wir ausgegeben hätten, desto höher wären die Mietpreise hier”, erklärt Geschäftsführerin Steindl. Geheizt wird nur in den Räumen, aber nicht in der großen Halle, sodass es hier speziell im Winter kühl werden kann.


In der CampusVäre werden außerdem viele gebrauchte Einrichtungsgegenstände wiederverwendet: etwa aussortierte Leinwände und Tische von externen Einrichtungen. Auch die Fenster für den Innenhof, der sich inmitten der Halle 4 befindet, sind aus zweiter Hand. Einen genaueren Einblick hinter die Kulissen erhalten Interessierte von 1. bis 4. Oktober bei den “Tagen der offenen Tore”.
“Tage der offenen Tore”
Was? Festival zur Eröffnung der Zukunft mit vielen kostenlosen Programmpunkten
Wann? Von 1. bis 4. Oktober 2026
Wo? CampusVäre, Spinnergasse 1, 6850 Dornbirn


Kosten
Die fünf Millionen Euro des Umbaus der Halle 4 wurden von der Stadt Dornbirn investiert. Laut Steindl soll diese Summe nach 30 Jahren durch die Mieteinnahmen abbezahlt sein. Die Vorgabe der CampusVäre sei, wirtschaftlich zu arbeiten und sich selbst zu erhalten.
Hintergründe:
Die ehemaligen Textilindustriehallen neben der Fachhochschule wurden im Jahr 2000 durch die Stadt Dornbirn erworben. Ein Jahr später wurde die CampusVäre gegründet. Der Name ist ein Wortspiel aus “Campus V” und dem Wort Atmosphäre.


