Späte Alarmierungen, mühsame Bergungen: So laufen die Einsätze der Bergrettung Bludenz-Bürs ab

VN / 17.09.2026 • 15:46 Uhr
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Die Bergrettung Bludenz-Bürs hat schon einige bewegende Einsätze in ihrer 80-jährigen Geschichte erlebt. Bilder: Bergrettung Bludenz-Bürs

Die Bergrettung Bludenz-Bürs feiert ihr 80-jähriges Bestehen und blickt auf ihre Geschichte und besondere Einsätze zurück.

Bludenz, Bürs Die Bergrettung Bludenz-Bürs feiert am Samstag, 19. September, ihr 80-jähriges Jubiläum am Eingang der Bürser Schlucht. Sie gehört zu den ältesten Bergrettungsortsstellen Vorarlbergs.

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15 bis 20 Einsätze hat die Bergrettung Bludenz-Bürs pro Jahr.

Beginn der Feier ist um 11 Uhr. Die Besucher erwartet ein Kletterturm, Bierkistenklettern sowie eine Ausstellung zur Geschichte der Ortsstelle Bludenz-Bürs mit alter Ausrüstung und Kleidung. Um 11.30 und 15 Uhr wird mit einer Seilbahn über den Fluss die Rettung einer Person aus dem Alvier simuliert. Christian Lutz, Ehrenmitglied der Bergrettung und Erstbegeher mehrerer Routen im Rätikon, spricht ab 14 Uhr über das Thema „Bergsteigen und Bergrettung“. Um 16.30 Uhr halten Beat Kammerlander und Wolfgang Loacker einen Vortrag über „Die Klettergeschichte Vorarlbergs“.

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Mit den Jahren entwickelten sich Ausrüstung und Technik enorm weiter.

Wir schreiben das Jahr 1946. Drei Kameraden machten eine Bergtour auf die Schesaplana über den Leibersteig. Einer rutschte auf dem Schnee aus und stürzte, wurde aber vom Seil gehalten. Doch sie fragten sich: Was wäre gewesen, wenn etwas Schlimmeres passiert wäre? So gründeten sie gemeinsam die Bergrettung Bludenz-Bürs. Zwei Jahre später erkannte die neu gegründete Bergrettung Vorarlberg die Ortsstelle an.

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53 Mitglieder hat die Bergrettung Bludenz-Bürs.

Technischer Fortschritt

„Damals waren sie mit sehr altem Material unterwegs. Man hat ja nach dem Krieg nichts mehr gehabt“, erzählt Daniel Tschol, der seit 20 Jahren bei der Bergrettung ist. Mit der Zeit wurde die Ausrüstung moderner und leichter. Früher nutzten die Kameraden ein altes Heuseil, bei dem man nie wusste, ob es hält oder reißt. Auch die Technik hat sich verändert. GPS und Funk erleichtern heute Suchaktionen. Bei Alarmierungen blieb früher oft nur das Telefon, weshalb man von Haus zu Haus fahren musste, um die Kameraden zu informieren.

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Im Skigebiet Brandnertal übernehmen sie zum Teil den Pistendienst.

Späte Alarmierung

31 Ortsstellen gibt es in Vorarlberg. Das Einsatzgebiet der Ortsstelle Bludenz-Bürs reicht vom Hohen Fraßen über die Gamsfreiheit, Davenna, Zimba und die Tschengla. Bei Einsätzen helfen auch die Nachbarortsstellen aus. Rund um die Zimba arbeiten beispielsweise Bludenz-Bürs und Vandans zusammen. Wenn der Patient nicht weiß, wo genau er liegt, rücken beide Ortsstellen gleichzeitig aus. „Leider werden wir oft erst spät abends alarmiert, weil die Leute immer zuerst versuchen, selbst zurechtzukommen“, sagt Tschol.

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Übungen gehören auch dazu.

Er erzählt von einem Eiskurs auf dem Gletscher bei der Wiesbadener Hütte. Beim Abstieg vom Piz Buin bekamen die Kameraden die Meldung über eine abgestürzte Person. Wegen des Nebels konnte kein Helikopter fliegen. „Das war eine mühsame Bergung“, erzählt Tschol. „Wir mussten ihn beim Gletscherbruch abseilen und dann bis zur Wiesbadener Hütte mit einer Gebirgstrage abtransportieren.“ Zehn bis zwölf Stunden waren die 25 Bergretter bei Kälte und Schlechtwetter unterwegs. „Wir waren alle durchnässt und freuten uns auf die warme Hütte.“

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Das Bergrettungsheim ist beim LKH Bludenz.

Viele Einsätze am Muttersberg und in der Bürser Schlucht

15 bis 20 Einsätze verzeichnet die Bergrettung Bludenz-Bürs pro Jahr. Die meisten Einsätze gibt es in der Bürser Schlucht. Meistens sind es leichte Verletzungen wie ein umgeknickter Fuß. Auch am Muttersberg gebe es häufiger Einsätze, wenn Wanderer oder Radfahrer gestürzt sind. Im Sarotlamassiv passieren dagegen kaum Unfälle. Der Grund: „Die, die dort gehen, kennen sich aus“, sagt Tschol. „Das sind erfahrene Leute.“

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Mit diesem Auto sind die Bergretter 1954 zum Lawinenunglück in Blons ausgerückt.

Die 53 Mitglieder leisteten vergangenes Jahr 5660 ehrenamtliche Stunden für Einsätze, Kurse, Übungen und Pistendienste. Nachwuchsprobleme gibt es nicht: „Wir bekommen jährlich drei bis vier Anfragen“, sagt Tschol.

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Auch am Muttersberg wurde schon der Ernstfall trainiert.

Im Rahmen des Jubiläums spricht am 6. November um 19 Uhr Lukas Furtenbach von der Expeditionsagentur „Furtenbach Adventures“ im Sonnenbergsaal Nüziders über die Besteigung des Mount Everest in sieben Tagen.