Helle Räume, viel Platz und einige besondere Details: So sieht Thüringens neues Kinderhaus aus

Das neue Kinderhaus in Thüringen wird am Samstag offiziell eröffnet – und bleibt unter den geplanten Kosten.
Thüringen Nach zwei Jahren Bauzeit wird das neue Kinderhaus in Thüringen am Samstag, 19. September, um 10 Uhr feierlich eröffnet. Besucher können sich bei Führungen selbst ein Bild von den neuen Räumlichkeiten machen. Für das leibliche Wohl und die musikalische Unterhaltung sorgen “Ässa & Tschässa” mit John Goldner.



Im neuen Kinderhaus sind die Kleinkindbetreuung samt Waldspielgruppe, der Kindergarten, die Elternberatung, die Nachmittagsbetreuung für Volksschüler sowie Lagerräume für den Obst- und Gartenbauverein und den Musikverein untergebracht. “Es ist ein geniales Projekt”, freut sich Bürgermeister Harald Witwer über die Fertigstellung des Kinderhauses.



20 Mitarbeiterinnen und ein Zivildiener arbeiten im neuen Kinderhaus, das vom Architekten Rainer Köberl entworfen wurde. Der Gemeinde und den Pädagoginnen waren gute Sichtbeziehungen wichtig, um die Kinder stets im Blick zu haben, denn der breite Gang bietet sich als zusätzliche Spielfläche an.



Wünsche berücksichtigt
Jede Kindergartengruppe verfügt über einen Nebenraum zum Spielen. In der Kleinkindbetreuung mit zwei Regelgruppen sowie der Waldspielgruppe gibt es zudem einen Schlafraum. Die Pädagoginnen brachten ihre Wünsche in die Planung ein. Für Angelika Summer-Dünser, Leiterin der Kleinkindbetreuung, waren ein Indoor-Planschbecken sowie ein Teamraum für Pausen und Elterngespräche wichtig. “Wir haben uns ganz viele Einrichtungen angeschaut”, sagt Harald Witwer. “Die Vorbereitungszeit war länger als die Bauzeit.”



Das Kinderhaus in Thüringen wurde so gebaut, dass grundsätzlich die Möglichkeit besteht, es als offenes Haus zu führen. Dabei können die Kinder selbst wählen, in welchen Räumen sie sich aufhalten möchten. Derzeit ist dies jedoch nicht geplant.



Zwei Bewegungsräume bieten nicht nur den Kindern viel Platz zum Toben. Auch Vereine und externe Personen können die jeweils 120 Quadratmeter großen Räume nutzen. Jeder Bewegungsraum ist von außen erreichbar und lässt sich in zwei Einheiten mit je eigenem Eingang unterteilen. Umkleidekabinen, Duschen und Toiletten stehen ebenfalls zur Verfügung.



Vorausschauend geplant
Der Kindergarten wurde vorausschauend mit vier Gruppen geplant. Aktuell gibt es jedoch nur drei Gruppen mit jeweils 24 Kindern. Der Raum für die vierte Gruppe wird derzeit für die Sommer- und Nachmittagsbetreuung genutzt. Anne Schmechel leitet den Kindergarten. “Wir wollten ein Haus für die Kinder, wo sie ankommen und in Ruhe spielen können. Es herrscht ein ganz anderes Raumklima, als wir es vorher hatten.” Helles Holz, Oberlichter, Lichtschächte und ein Innenhof sorgen für eine helle Atmosphäre.



Großer Außenbereich
Der Außenbereich ist in Kindergarten und Kleinkindbetreuung unterteilt. Ein Bobbycar-tauglicher Weg schlängelt sich vorbei an Schaukel, Rutsche, Wasserspiel und Labyrinth. Ein Hochbeet sowie der vom Obst- und Gartenbauverein betreute Gemüseanbau machen Gartenarbeit für die Kinder erlebbar. Den Zaun bauten Hilti-Lehrlinge. Das Kinderhaus ist ein Gemeinschaftsprojekt der Gemeinde und von Hilti. Das Unternehmen steuerte eine Million Euro zum Bau bei und beteiligt sich am laufenden Betrieb. Im Gegenzug werden Kinder von Hilti-Mitarbeitern dort betreut.



Das Kinderhaus wurde mit 15,7 Millionen Euro budgetiert. “Wir können aber erheblich unter der Kalkulation abrechnen”, betont Witwer. Das Kinderhaus kostet eine Million Euro weniger als kalkuliert. “Wir sind stolz auf das Projekt. Da steckt viel Arbeit drin. Jede Vergabe war einstimmig.”



Da Kindergarten und Kleinkindbetreuung bisher getrennt waren, lernt sich das neue Team derzeit in einem moderierten Prozess besser kennen. Der alte Kindergarten wird nun abgerissen.





























