Vom Rheintal nach Italien: Junge Musikerinnen und Musiker auf Konzertreise

Das tonart-Jugendsinfonieorchester spielte in Cremona, Tortona und in Hohenems.
Hohenems Zwei Konzerte in Norditalien, ein Besuch im Geigenmuseum von Cremona und zum Abschluss ein Auftritt vor heimischem Publikum: Das Jugendsinfonieorchester der tonart Musikschule Mittleres Rheintal war kürzlich auf Konzertreise in Italien. Rund 50 Musikerinnen und Musiker waren mit dabei. Bei der Finanzierung der Fahrt war der Lions Club eingesprungen, denn das Land Vorarlberg hatte zuvor Fördergeld gestrichen.
Musikalisch unterwegs in Italien
Konzertreisen gehören seit vielen Jahren zum Programm des Orchesters. “Es ist eigentlich Tradition, dass wir mit dem Jugendsinfonieorchester immer wieder Konzertreisen machen, die auch ins Ausland führen können oder sogar sollen”, sagt der musikalische Leiter Markus Pferscher. Italien eigne sich dafür besonders gut: Das Land ist mit dem Bus gut erreichbar und musikalisch interessant.

Zunächst spielte das symphonisch besetzte Orchester in Cremona, das für seine Geigenbautradition bekannt ist. Ein zweites Konzert führte die jungen Musikerinnen und Musiker ins Teatro Civico in Tortona im Piemont. Das Programm war auf die Reise abgestimmt: Mit Werken der Strauss-Familie brachte das Orchester österreichische Musik nach Italien, gleichzeitig spielte es mit Kompositionen von Giuseppe Verdi auch Musik aus dem Gastland.

Zur Freude des italienischen Publikums war der Hohenemser Bariton Riccardo di Francesco mit dabei. Er begleitete die Gruppe als Sänger, Busfahrer und Moderator. Gemeinsam mit dem Orchester präsentierte er eine Arie aus Verdis “La Traviata” sowie sogenannte canzoni italiane – italienische Lieder aus der Zwischenkriegszeit.

Gemeinschaft über die Musik hinaus
Für Schlagzeuger Simon Rapp war vor allem das gemeinsame Unterwegssein wichtig. “Man lernt neue Leute kennen und alte besser kennen. Es entstehen nicht nur Freundschaften, sondern auch musikalische Verbindungen”, sagt der 20-Jährige. Besonders beeindruckte ihn das Teatro Civico in Tortona. Ein rundes, historisches Theater dieser Art habe das Orchester zuvor noch nicht erlebt.

Vor der Abreise hatte das Orchester drei Tage lang intensiv in Hohenems geprobt. Danach folgten die Fahrt nach Italien und zwei Konzerttage. Trotz des dichten Programms blieb Zeit, auch Eindrücke abseits der Bühne zu sammeln. In Cremona besuchte die Gruppe das Stradivari-Museum, auf der Rückreise legte sie einen Zwischenstopp in Mailand ein.


Schließlich fand die Konzertreise des Orchesters in Hohenems ihren Abschluss. Beim Sommernachtskonzert am Kirchplatz spielte es noch einmal vor heimischem Publikum. Gleichzeitig bildete der Abend den Abschluss der diesjährigen Hohenemser Sommernachtskonzerte.

Für Dirigent Pferscher stehen bei solchen Reisen zwei Dinge im Vordergrund: musikalisch überzeugende Konzerte und die gemeinsame Zeit als Gruppe. “Für mich persönlich ist das Schönste, dass man ein intensives Zusammenleben hat”, sagt er. Dass das Jugendsinfonieorchester bereits seit 47 Jahren besteht, zeigt sich auch am Generationenwechsel: Heute spielen bereits Kinder ehemaliger Musikerinnen und Musiker mit – eine Entwicklung, die Pferscher besonders schön findet.
Lions helfen
Möglich wurde die Reise auch durch die Unterstützung der Vorarlberger Lions Clubs, insbesondere des Lions Club Hohenems. Nachdem die Projektförderung des Landes Vorarlberg in diesem und im vergangenen Jahr weggefallen war, halfen die Lions bei der Finanzierung der Busreise. Die Zusammenarbeit mit der Musikschule reicht jedoch schon deutlich länger zurück: Seit rund 30 Jahren veranstalten der Lions Club Hohenems und die Musikschule gemeinsam Silvester- und Neujahrskonzerte. LEM