Großprojekt in Schruns nimmt Form an: Diese Betriebe ziehen ein

VN / 21.09.2026 • 15:19 Uhr
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Jäger-Bau-Geschäftsführer Thomas Lang gibt ein Update zum Großprojekt “Rätikon Eins”. Bilder: VN/JUN

Wohnungen, Geschäfte und eine neue Verkehrsführung: An der Rätikonkreuzung verändert sich einiges. Nun hat das 28-Millionen-Euro-Projekt einen wichtigen Bauabschnitt erreicht.

Schruns An der Rätikonkreuzung zwischen Schruns und Tschagguns entsteht ein neues Wohn- und Geschäftsensemble von Jäger Bau. 28 Millionen Euro kostet der Gebäudekomplex mit 60 Mitarbeiterwohnungen für die Silvretta Montafon, 21 Eigentumswohnungen und 1700 Quadratmetern Geschäftsfläche. Seit August vergangenen Jahres wird gebaut, die Fertigstellung ist für Sommer 2027 geplant. Nun fand die Firstfeier statt.

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Der Gebäudekomplex wird direkt beim Ill-Litz-Spitz gebaut.
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Bauleiter Dominik Bickel gibt einen Einblick in die Bautätigkeiten.

150 Quadratmeter Gewerbefläche, aufgeteilt auf zwei Einheiten, sind noch verfügbar, ebenso wenige Eigentumswohnungen. „75 Prozent der Eigentumswohnungen sind verkauft“, sagt Thomas Lang, Geschäftsführer von Jäger Bau. Eine mit Photovoltaik betriebene Grundwasserwärmepumpe heizt und kühlt die Räume.

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Hier entsteht die neue Radwegunterführung.
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Der jetzige Lagerplatz für das Baumaterial weicht nächstes Jahr einem Gastgarten.

„Wir hatten einige Termine mit dem Gestaltungsbeirat Schruns und haben verschiedenste Versionen durchdiskutiert“, erzählt Thomas Lang. Auch niedrigere Varianten wurden besprochen, diese hätten jedoch eine größere Grundfläche erfordert. Der alte Bauhof von Jäger Bau lag im Hochwassergebiet HQ30. Nun wurde das Gelände an die Straßenhöhe angepasst, sodass das neue Gebäude sogar einem hundertjährlichen Hochwasser standhält.

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Der Radweg verläuft künftig direkt an der Ill entlang.
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Dominik Bickel zeigt bei einem Rundgang die künftigen Wohnungen und Geschäftsflächen.

Im Erdgeschoss sind die Gewerbeeinheiten bereits verkauft. Im kommenden Jahr ziehen dort die Sparkasse, Apotheke und die Bäckerei Ruetz ein, im ersten Obergeschoss Arztpraxen und Physiotherapie.

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Bei dieser Wohnung wird schon mit dem Trockenbau begonnen.
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Jede Wohnung verfügt über eine Loggia.

Bäckerei Ruetz bespielt den Ill-Litz-Spitz

Die Bäckerei Ruetz bespielt mit ihrem Gastgarten samt Spielplatz den Ill-Litz-Spitz. Auch für die Allgemeinheit gibt es dort Sitzgelegenheiten. Schruns wird die achte Ruetz-Filiale in Vorarlberg. „Wir nutzen Chancen, wo man sie bekommt“, sagt Geschäftsführer Benedikt Ruetz. Man sei stets auf Standortsuche. Die Bäckerei Ruetz wird über einen ähnlich großen Gastraum „mit Wohlfühlcharakter“ verfügen wie die Filiale in Bürs, allerdings ohne Drive-in. Auch innen ist ein Kinderspielbereich geplant.

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Aussicht von einer Wohnung auf das Haus A.
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Geschäftsführer der Bäckerei Ruetz, Benedikt Ruetz, und Martina Fagschlunger (Marketing) zeigen, wie die neue Filiale aussehen soll.

Mit dem Bau von Rätikon Eins wird auch die Kreuzung umgebaut. Rechtsabbiege- und Geradeausspur werden erweitert, sodass künftig sieben Autos nebeneinander stehen können. Zusätzlich wird ein Gehsteig errichtet und die älteste Ampelanlage Vorarlbergs durch eine neue ersetzt. Derzeit wird außerdem eine neue Radwegunterführung unter der L84 gebaut. Der Radweg wird künftig direkt an der Ill entlangführen. Radfahrer müssen dann nicht mehr über die Rätikonkreuzung fahren.

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Der Schrunser Bürgermeister Jürgen Haller (l.) und Vizebürgermeister Martin Sadjak sind ebenfalls zur Firstfeier gekommen.
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Nächstes Jahr im Sommer soll Rätikon Eins fertiggestellt werden.

Die drei Gebäudeteile Haus A, B1 und B2 sind unterschiedlich hoch und werden taleinwärts jeweils um ein Stockwerk höher. Haus A, das Mitarbeiterhaus der Silvretta Montafon, ist mit dem Erdgeschoss und fünf weiteren Geschossen das höchste. „Wir haben eine zeitlich optimierte Bauweise“, erklärt Bauleiter Dominik Bickel bei einer Führung durch Haus B. „Es herrscht eine gute Zusammenarbeit zwischen den Gewerken. Im ersten Stock haben wir bereits mit dem Trockenbau begonnen.“

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Nur noch wenige Eigentumswohnungen sind verfügbar.
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Traditionell wurde ein Bäumchen auf das Dach des höchsten Hauses, Haus A, gezogen und aufgestellt.

Als das Holz geflößt wurde

Geplant wurde der Gebäudekomplex von Projektleiter Hannes Ganahl. Bei der Fassadengestaltung unterstützte die Zaffignani Architektur ZT GmbH. „Wir haben versucht, Rücksicht zu nehmen und so ortsverträglich wie möglich zu bauen“, sagt Architekt Michelangelo Zaffignani. Die Sichtachsen zur Tschaggunser Kirche werden bewahrt, sodass diese nicht vollständig verdeckt wird.

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Architekt Michelangelo Zaffignani hat die Fassade gestaltet.
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Hier sieht man gut die unterschiedlichen Höhen der Gebäude.

Die Fassade ist an die Geschichte dieses Platzes angelehnt. Früher, noch bevor der Bauhof von Jäger Bau errichtet wurde, befand sich hier ein Holzlagerplatz, auf dem das Holz zum Flößen zwischengelagert wurde. Dieses Thema diente als Inspiration für die Fassadengestaltung: Helle Holzlamellen sollen die einzelnen Baumstämme widerspiegeln und heben sich vom dunklen Hintergrund ab. Diese kleinteilige Gestaltung „verwässert die Geschossigkeit“, so Zaffignani.

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Der Baum wurde von den Handwerkern aufgestellt, die es sich nicht nehmen ließen, auch eine Bierkiste hochzuziehen. Philipp Schilcher/Jäger Bau
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Die Geschosszahl verschwimmt dank der Holzlamellen. Philipp Schilcher/Jäger Bau
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Blick ins Grüne hat man von dieser kleineren Wohnung.