60 Jahre im Dienst des Glaubens

Herbert Böhler und Schwester Rosa sind auch im hohen Alter mit der Pfarre eng verbunden.
Buch Ein nicht alltägliches Jubiläum feierte Pfarrer i. R. Herbert Böhler am vergangenen Sonntag in seinem Geburtsort Buch. Vor 60 Jahren, 1966, hatte er hier seine Primiz gefeiert. Zum diamantenen Priesterjubiläum bereitete ihm die Pfarrgemeinde ein großes Fest mit feierlichem Einzug unter Mitwirkung der Ortsvereine, Festgottesdienst und anschließendem Festakt im Gemeindesaal. Besonders groß war die Freude über die vielen Gäste aus Schruns, die eigens mit einem Bus aus dem Montafon ins Unterland anreisten.
Mit der Marktgemeinde im Süden Vorarlbergs verbindet den Geistlichen eine besondere Geschichte: Ursprünglich sollte er als junger Erwachsener dort nur für kurze Zeit als Aushilfe einspringen. Daraus entwickelte sich allerdings nachfolgend ein halbes Jahrhundert seelsorgerischen Wirkens. In seine Amtszeit fielen u. a. die Einführung des Pfarrgemeinderates, die Kirchenrenovierung und die Anschaffung einer neuen Orgel.

Schwester Rosa
Hauptzelebrant Offizial Walter Juen überbrachte die Glückwünsche der Diözese. Für ihn war die Feier mit persönlichen Erinnerungen verbunden, war er doch einst selbst Ministrant bei Böhler. Monsignore Juen würdigte das seltene Dienstjubiläum und dankte für die vielen Jahre des Wirkens, der Begegnung und der Treue im Dienst des Glaubens und der Menschen. In seinen Dank schloss er auch Schwester Rosa ein, die ihrem Bruder seit Jahrzehnten zur Seite steht und auch für den gemeinsamen Haushalt sorgt. Dekan Marius Dumea, Seelsorger von Buch und Leiter des Pfarrverbandes Buch-Kennelbach-Wolfurt, zollte dem Geschwisterpaar ebenfalls Respekt. Trotz eines dichten Sonntagsprogramms – weiterer Gottesdienst und eine Taufe in Wolfurt – feierte er gemeinsam mit Diakon Christoph Lang mit.

Unruhestand
“Ich bin vor zehn Jahren hier Seelsorger geworden, ein Neuling, und du warst der Erfahrene, der in den Ruhestand treten sollte”, erinnerte Dumea und dankte seinem priesterlichen Kollegen für die verlässliche Unterstützung. Denn mit dem Ruhestand war es nie so weit her. 2016 kehrte der 1941 in Buch Geborene gemeinsam mit seiner Schwester nach fünf Jahrzehnten in Schruns in die Heimat zurück. Auch mit 85 Jahren unterstützt Böhler die Pfarre, wo immer seine Hilfe gebraucht wird. “O mein Gott!”, entfuhr es dem jubilierenden Pfarrer beim Anblick der vielen Gratulanten aus Buch und dem Montafon. “Schön, dass ich diesen Tag erleben darf.”

Kein Formel-1-Rennen
In seinen bewegten und humorvollen Dankesworten galt sein Dank Gott, augenzwinkernd seinem “Chef” und besonders seiner Schwester Rosa, die ihn durch die Jahrzehnte begleitet. Als bekennender Motorsportfan freute er sich zudem, dass an seinem persönlichen Festtag kein Formel-1-Rennen im Fernsehen lief. Beim anschließenden Frühschoppen mit dem Musikverein Buch wurde im Gemeindesaal weitergefeiert. Zu den Gratulanten zählten auch Buchs Bürgermeister Franz Martin sowie Altbürgermeister und Ehrenbürger Ewald Hopfner. MST









