Beim Hannes geht’s jetzt um die Wurst

Schlachtpartien im ganzen Land bedeuten Hochbetrieb in den Fleischereibetrieben. Auch in der Bärenmetzg Lustenau.
Lustenau Es ist was los in der traditionellen Bärenmetzgerei Lustenau. Im Verarbeitungsraum wird zerlegt, portioniert und gewurstet. Mitten drinnen: Hannes Bösch, der Chef. “Es ist die Zeit der Schlachtpartien. Da gibt es für uns besonders viel zu tun”, teilt der Metzgermeister mit, ehe er sich für die neugierigen Besucher Zeit nimmt.
In vierter Generation
“Hunderte Kilo Blut- und Leberwürste produzieren wir derzeit”, sagt der 33-Jährige nicht ganz ohne Stolz. Es sind Waren von besonderer Qualität, die er mit seinen vier Mitarbeitern herstellt. Besonders die Blutwürste, einige davon als auffallend geformte dicke “Poprtänz”, erfreuen sich nicht nur in Lustenau großer Beliebtheit.
Hannes Bösch ist ein Glücksfall für die Familie. “Er führt die Metzgerei in vierter Generation weiter. Wir sind wirklich stolz auf ihn”, sagt Mutter Angelika. Dabei war es für den so Gelobten fast eine Selbstverständlichkeit, in die großen Fußstapfen von Papa Hermann und Opa Otto zu treten. “Ich wollte eigentlich immer Metzger werden. Auch wenn ich auch einmal in eine Schlosserei hineingeschnuppert habe. Aber als der Papa vor 16 Jahren ohne Personal dastand, war für mich der berufliche Weg vorgezeichnet.”

Traumjob Metzger
Hannes bezeichnet seinen Beruf als Traumjob. “Wenn man sein Hobby zum Beruf machen kann, ist das doch immer schön”, lacht der Jung-Metzger. Von klein auf haben ihn Papa und Opa in das Gewerbe eingeführt. Mit dem Schlachten von Tieren hatte er auch keine Probleme. “Mit dem wurde ich ja schon sehr früh konfrontiert.” Genugtuung und Freude holt er sich von den Kundschaften, wenn die seine Produkte loben. “Das ist das Schönste für mich.”
Das werden sie auch jetzt wieder tun, wenn Blut- und Leberwürste von der Bärenmetzgerei auf den Tischen der diversen Schlachtpartien landen und mit Hochgenuss zum Verzehr gelangen.

Wobei die Qualität der kredenzten Blutwürste sehr viel vom richtigen Kochen abhängt. “Das Wasser darf nicht sieden. Du musst vom Timing her alles richtig machen. Die Würste dürfen ja nicht austrocknen”, weiß der Experte. Von der Rezeptur her ist die Mischung vorgegeben: Blut, Milch und Gewürze im richtigen Verhältnis. “Ich mach’ das mit Gefühl”, schmunzelt Hannes Bösch.
Begeisterter Skifahrer
Die Arbeitswoche des jungen Unternehmers hat es in sich. An den Schlachttagen am Montag und Donnerstag fängt sein Tag um 3 Uhr in der Früh an und endet oft erst gegen 18 Uhr. Auch an Samstagen und vor allem Sonntagen gibt es immer was zu tun. Von September bis Weihnachten gibt es für ihn und sein kleines Team kaum Verschnaufpausen. “Erst im Jänner wird’s dann ein bisschen lockerer”, freut sich der leidenschaftliche Skifahrer auf eine Zeit, in der er seinem Hobby etwas öfter frönen kann.

Doch bis dahin wird Hannes Bösch jedoch noch viele Blut-, Leber- und andere Würste sowie andere Fleischdelikatessen produzieren. Auf die ersten Würste freut sich dabei vor allem Schwester Kathi, bei der im neben der Metzgerei gelegenen “Bärenstadel” die Schlachtpartie-Saison kurz vor dem Start steht.
Hannes Bösch
Geboren: 31. August 1993
Wohnhaft: Lustenau
Beruf: Metzger
Familie: In Partnerschaft
Hobbys: Skifahren, Freundschaften pflegen
Lieblingsspeise: Wurstnudeln