“Das hat sich komplett verändert”: Warum man mit der Gartenarbeit nicht bis zum Frühling warten sollte

Viele räumen Gartenschere und Schaufel jetzt weg. Dabei beginnt gerade jetzt für viele Pflanzen die entscheidende Zeit. Mit diesen Tipps blüht der Garten im Frühling wieder so richtig auf.
Rankweil Kaum färben sich im Herbst die Blätter bunt, ist für viele Hobbygärtner die Saison gelaufen. Dabei beginnt gerade jetzt die wichtigste Zeit im Gartenjahr. “Der Herbst ist die beste Pflanzzeit”, sagt Alexander Angeloff, Gärtnermeister und Inhaber der Gärtnerei Angeloff in Rankweil.

Dass heute trotzdem vor allem im Frühjahr zu Gartenschere und Schaufel gegriffen wird, war laut Angeloff nicht immer so. “Früher hat es die Pflanzen meist als Ballenware gegeben, diese hat man immer im Herbst gesetzt. Erst mit den Topfware wurde das Pflanzen fast das ganze Jahr über möglich. Dadurch hat sich die Hauptverkaufszeit in den Frühling verschoben, dann sind natürlich auch alle motiviert. Das hat sich komplett verändert”, sagt Angeloff.

Egal ob Ziersträucher, Hecken, Obstbäume oder Stauden: Gepflanzt werden kann im Herbst laut dem Gärtnermeister fast alles. “Für alle Gehölze ist es der ideale Zeitpunkt.” Durch die zunehmend heißen und trockenen Sommer gewinnt das Pflanzen im Herbst laut Angeloff zusätzlich an Bedeutung. “Bäume und Sträucher können über den Winter Wurzeln bilden und sind im Frühjahr entsprechend vorbereitet. Wird es dann früh warm und trocken, haben sie gegenüber frisch gesetzten Pflanzen einen deutlichen Vorsprung.” Die trockenen Sommer wirken sich aber auch darauf aus, was gepflanzt wird. “In Zukunft wird man sicher vermehrt darauf schauen müssen, klimafitte Bäume und Sträucher zu pflanzen.”

Auch für die Rasenaussaat ist der Herbst laut Angeloff ein guter Zeitpunkt. “Wenn man jetzt sät, hat man im Frühling in der Regel weniger Probleme mit Unkraut wie Hirse.”
Das kann jetzt ins Hochbeet
Im Gemüsebeet ist die Saison ebenfalls noch lange nicht vorbei. Wer nach der Sommerernte wieder Platz hat, kann jetzt das Wintergemüse nachpflanzen. “Geeignet sind vor allem Salate, Spinat und verschiedene Kohlsorten. Diese kann man dann den ganzen Winter ernten”, sagt Angeloff.

Alexander Angeloff empfiehlt, jetzt zur Gartenschere zu greifen, um etwa Stauden im Garten ein wenig zurückzuschneiden. “Das betrifft vor allem Pflanzen, die im Winter durch Schneedruck belastet werden könnten.” Der eigentliche, umfassende Rückschnitt erfolgt im Frühjahr. Auch bei den Rosen kann jetzt leicht zurückgeschnitten werden, so richtig an die Knospen geht es ihnen dann aber erst im Frühjahr.

Kübelpflanzen bleiben am besten so lange wie möglich im Freien. Erst wenn der erste Frost droht, sollten sie ins Winterquartier übersiedeln. “Je länger sie draußen bleiben, desto besser”, sagt Angeloff. Optimal ist ein kühler und heller Standort. Im nächsten Jahr dürfen die Pflanzen dann so früh wie möglich wieder ins Freie.

Und wer jetzt schon an den nächsten Frühling denkt, sollte auch die Blumenzwiebeln nicht vergessen. Sie kommen im Herbst in die Erde und sorgen dafür, dass der Garten nach dem Winter wieder voll aufblüht.

