Karrierechancen auf dem See

22 Lehrbetriebe präsentierten sich 950 Jugendlichen.
Bregenz Auf der Messe für die Lehre in Vorarlberg präsentierten sich am Mittwoch 22 regionale Lehrbetriebe auf zwei Schiffen im Bregenzer Hafen rund 950 Jugendlichen. Der Eintritt war frei und für viele Schulklassen ein fester Bestandteil im Fach Berufsorientierung. An Bord nutzten die Schüler die Gelegenheit, direkt mit Betrieben ins Gespräch zu kommen. An zahlreichen Ständen erklärten Lehrlinge ihren Alltag authentisch und auf Augenhöhe, was Berührungsängste schnell abbaute.

Neben den Firmenpräsentationen bot die Messe kleine Geschenke und großen Service: Der digitale Berufsinformationstest sollte helfen, Stärken und Interessen zu filtern. Individuell wurden Bewerbungsmappen gecheckt. Wer wollte, erhielt ein Bewerbungsfoto: Berufsfotograf Dario Fink überreichte 80 Porträts. “Meine Aufgabe ist, ihnen ein Lächeln zu entlocken”, erklärte Fink und munterte mit seiner lockeren Art die Situation auf.

Ein Ziel haben
Zu den Besuchern zählte die Klasse 4c der Mittelschule Wolfurt mit Lehrer Nico Plangger. “Nach dem Schuljahr haben hoffentlich alle Jugendlichen ein Ziel, und es wäre fein, wenn sie auch gleich eine Lehrstelle hätten”, wünschte Nico Plangger und schickte seine 21 Schüler los. Der 13-jährige Kekeli Kajany war allein unterwegs und wusste genau, was er wollte: “Ich interessiere mich für Zahlen und Wirtschaft”, und holte sich Infos am Stand der Hypo Vorarlberg.

Für Doppelmayr informierte David Degenhardt, Lehrling im zweiten Jahr Maschinenbautechnik: “Ich mag meine Lehrstelle, und für mich war diese Stelle die beste Entscheidung”, sagte er und gab bereitwillig Auskunft über den Beruf und den Spaß bei der Arbeit. Fleißig verteilte er Werbe-Tattoos an alle Interessierten.

Bei Mangold sprachen Galina Spoerr und Ronja Emiliana Rusch mit Lehrlingsbeauftragter Monika Glavak über die vielen Möglichkeiten. “Hilfreich, hier die Unterschiede der Lehrberufe genau zu erfahren, und eine gute Möglichkeit, diese Kombination zu wählen”, so Ronja Emiliana Rusch, die noch zwischen Konditor- und Bäckerlehre schwankt.

Am Stand Romberg Bau informierten sich Emilio Beer, Luis Erath, Liam Albel und Lionel Haag von der 3. Klasse der Mittelschule Hörbranz bei Lehrbeauftragter Angelina Feuerstein über ein Praktikum. Begleitet wurden sie von Lehrerin Patricia Winter: “Die Jugendlichen sind mathematisch interessiert und wollen erst mal alles anhören, aber vielleicht sind es auch angehende Ingenieure.” Alle nahmen den Besuch der Messe als Orientierung ernst.

Erstmals mit an Bord war Julian Hrlec, seit vier Jahren ausgelernter Koch und heute Lehrlingsbeauftragter der Stiftung Liebenau. Gemeinsam mit Pflegeteamleiter Gerhard Hofer stand er Rede und Antwort, um Jugendliche für seinen Beruf oder die sozialen und pflegerischen Bereiche zu begeistern. Es galt, junge Talente zu motivieren, und obwohl “heute viel mehr nach der Ausbildung zum Pflegeassistenten gefragt haben”, machte es ihm Freude. HUB



