Back to Basie – ein Abend ganz im Zeichen des Swings im neuen Studasaal

Hochkonzentriert lauschten die Zuhörer dem Konzert der Big Band Bludenz in Dornbirn.
Dornbirn Dornbirns Kulturstadtrat “Valle” Valentin Sottopietra begrüßte die 18 Musiker und das Publikum im neuen Studasaal in Haselstauden – und das nicht ohne Stolz. Denn der Saal durfte an diesem Abend gleich einmal zeigen, was er akustisch “drauf hat”. Die Big Band Union Bludenz kam, abgesehen von Sänger und Solisten, ohne Verstärkung aus. Was aus den Instrumenten kam, war trotzdem alles andere als leise: satte Bläsersätze, knackige Rhythmen und dieser unverwechselbare, lässige Swing. Count Basie selbst hielt wenig von komplizierten Definitionen: Swing sei für ihn ganz einfach Musik, bei der man mit dem Fuß mitwippen könne. Und genau das bewies seine Musik immer wieder – auch dann, wenn das Tempo ganz bewusst zurückgenommen wurde.

Für BBU-Leader Stefan Höfel ist die Bedeutung des Abends schnell erklärt: “Die Musik von Count Basie ist für Big Bands so wie Mozart für klassische Orchester.” Bei der Gestaltung des Programms konzentrierte sich die Band auf die Comeback-Jahre der 1950er, als Count Basie mit seiner Big Band wieder zu den großen Namen des Jazz gehörte und mitunter mehr als 300 Abende im Jahr auf der Bühne stand. Die enorme Spielfrequenz jener Jahre prägte einen Sound, der bis heute als Referenz für Big Bands gilt.

Count Basie – die Referenz für Big Bands
Seit rund zwölf Jahren ist die Big Band Union Bludenz eine fixe Größe in der Vorarlberger Musikszene. Dass die 18 Musiker ihr Handwerk beherrschen, war in jeder Nummer zu hören. Präzise Bläsersätze wechselten mit lässigen Soli, treibende Passagen mit ruhigeren Momenten. Und immer wieder blitzte jene Leichtigkeit auf, die bei aller musikalischen Präzision den eigentlichen Zauber des Swing ausmacht.

Mitgründer und Altsaxofonist Cenk Dogan sorgte zwischendurch für einen Schmunzler. “Eigentlich wollten wir die Dornbirner Messe eröffnen”, erzählte er. Nun wurde es der Studasaal – und der erwies sich als durchaus eleganter Schau- und Hörplatz für diesen musikalischen Abend.

Für zusätzliche Farbe sorgte im zweiten Teil Sänger Bastian Berchtold, der ganz in der Tradition des Sängers Joe Williams, Count Basies legendärem “Number One Son”, stand. Mit “There Will Never Be Another You”, “Every Day I Have the Blues” und weiteren Klassikern brachte Berchtold jene stimmliche Präsenz auf die Bühne, die schon Williams über Jahre zum prägenden Sänger des Count Basie Orchestra gemacht hatte. Seine Stimme gab dem ohnehin abwechslungsreichen Programm eine weitere Facette und fügte sich bestens in den lässigen, swingenden Sound der Big Band Union Bludenz ein.

Das Publikum verfolgte den Abend sehr konzentriert und “mucksmäuschenstill” sitzend – Stefan Höfel swingte mit dem ganzen Körper im Takt der Songs mit.
Gemeinsam mit Bastian Berchtold setzte die Big Band mit “Alright, Okay, You Win” als Zugabe noch einen schwungvollen Schlusspunkt. Ein passender Abschluss für einen Abend, an dem die Musik von Count Basie nicht als Rückblick auf vergangene Zeiten daherkam, sondern quicklebendig, präzise und mit jeder Menge Spielfreude. mso






