Das Land Vorarlberg bekommt sein eigenes “ChatGPT”

VN / 28.09.2026 • 16:39 Uhr
Das Land Vorarlberg bekommt sein eigenes "ChatGPT"
Michael Lederer, Teammitglied der Amtsstelle Verwaltungsinnovation und Organisationsentwicklung (VIO), und VIO-Leiterin Martina Bechter sind an der Implementierung der „Vorarlberger KI“ (VOKI) beteiligt. VN/Paulitsch; Canva

Wie sicher ist KI in der Landesverwaltung? Das passiert mit sensiblen Daten in der neuen landeseigenen KI-Plattform “VOKI”.

Bregenz Das Land Vorarlberg hat sich sein persönliches “ChatGPT” gebaut – nur datentechnisch sicherer und auf die Bedürfnisse der Mitarbeiter zugeschnitten. Am Mittwoch wird die sogenannte “Vorarlberger KI” (VOKI) offiziell in Betrieb gehen. Laut Martina Bechter, Leiterin der Amtsstelle Verwaltungsinnovation und Organisationsentwicklung (VIO), gibt es Mitarbeiter, die sich darauf freuen, und andere, die noch skeptisch sind.

Das Land Vorarlberg bekommt sein eigenes "ChatGPT"
Michael Lederer, Teil des VIO-Teams, und VIO-Leiterin Martina Bechter.Roland Paulitsch

Vielfältige Anwendung

Die landeseigene Plattform für Künstliche Intelligenz (KI) soll für eine effizientere Verwaltung und weniger bürokratischen Aufwand sorgen. Mitarbeiter können damit Texte erstellen, Dokumente zusammenfassen oder Ideen entwickeln lassen. Es gibt beispielsweise eine Anwendung, bei der Mitarbeiter nachsehen können, wann Arztbesuche anerkannt werden. “Conni – die Sitzungsplanerin” soll hingegen für interne und externe Zwecke hilfreich sein.

Das Land Vorarlberg bekommt sein eigenes "ChatGPT"
Der Aufbau der neuen Landes-KI-Plattform wirkt wie bei ChatGPT. Roland Paulitsch

“Mitarbeiter können sich selbst Assistenten anlegen, die individuell auf sie zugeschnitten sind”, sagt Michael Lederer, der Teil des VIO-Teams ist. Neben dem VIO sind auch Zuständige der Abteilungen Informatik und der Personalentwicklung in das Projekt involviert.

Das Land Vorarlberg bekommt sein eigenes "ChatGPT"
An der neuen “Vorarlberger KI” (VOKI) für die Landesverwaltung wurde seit einem Jahr gearbeitet.Roland Paulitsch

In Zukunft wäre ein Chatbot für Bürger denkbar, also ein digitaler Gesprächsassistent, der Fragen beantwortet. Außerdem, erklärt Michael Lederer, werden Automatisierungen angedacht: “Für die Förderabwicklung könnte zum Beispiel ein automatischer Prozess entwickelt werden, der die Unterlagen prüft, die Daten bei Vollständigkeit ins System einträgt und ein Schreiben erstellt.”

Das Land Vorarlberg bekommt sein eigenes "ChatGPT"
Michael Lederer kümmert sich bei VOKI darum, die Landes-KI sinnvoll in die Abläufe der Landesverwaltung zu integrieren und damit auch um das Zusammenspiel zwischen der neuen Technologie und den Mitarbeitern.Roland Paulitsch

Das ist jedoch noch Zukunftsmusik. Zunächst geht es darum, das neue VOKI möglichst gut in der Landesverwaltung zu verankern. “Unser Wunsch wäre es, dass jeder etwas findet, das ihm den Arbeitsalltag erleichtert”, sagt Bechter. Die Plattform wird vom Landhaus bis hin zu den Bezirkshauptmannschaften und Landesberufsschulen eingesetzt. Rund 2400 Mitarbeiter der Vorarlberger Landesverwaltung werden Zugriff darauf haben.

Das Land Vorarlberg bekommt sein eigenes "ChatGPT"
Martina Bechter hofft, dass VOKI gut von den Mitarbeitern angenommen wird. Roland Paulitsch
Das Land Vorarlberg bekommt sein eigenes "ChatGPT"
Solche Plakate machen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter auf die VOKI aufmerksam. Roland Paulitsch

Sicherheit der Daten

Es gibt Mitarbeiter, die Sorge haben, dass Arbeitsplätze wegfallen werden oder die Daten nicht sicher seien. Personalabbau sei bis jetzt kein Thema. “VOKI soll nicht Menschen ersetzen, sondern ihnen Arbeit abnehmen”, schildert Landeshauptmann Markus Wallner, der im Land für das Ressort Informatik zuständig ist. “Wenn interne Abläufe schneller und einfacher werden, steigt auch die Leistungsfähigkeit der Verwaltung insgesamt.”

Das Land Vorarlberg bekommt sein eigenes "ChatGPT"
Markus Wallner sieht mit der VOKI ein großes Potenzial für die kommenden Jahre.VN

Auch die Befürchtung hinsichtlich der Datensicherheit sei unbegründet. Statt Anwendungen großer Tech-Konzerne wie OpenAI zu nutzen, bezieht das Land Lizenzen der oberösterreichischen Firma headwAI. Außerdem betreibt es einen KI-Server im Rechenzentrum des Landes. Jegliche Daten werden somit innerhalb der eigenen Infrastruktur verarbeitet und nicht an externe KI-Anbieter übermittelt.

Das Land Vorarlberg bekommt sein eigenes "ChatGPT"
Der KI-Server für VOKI befindet sich im Rechenzentrum des Landes. Land Vorarlberg

Es gibt ein internes Regelwerk, das Mitarbeiter bei der KI-Nutzung zu beachten haben. Zum Beispiel ist bislang bei jedem Prozess eine zusätzliche menschliche Kontrolle erforderlich. Die Verantwortung liegt also nach wie vor beim jeweiligen Sachbearbeiter. Sollte diese Nachkontrolle bei künftigen Automatisierungen entfallen, müsste das Ergebnis als KI-generiert gekennzeichnet werden.

Die technische Beschaffung der Plattform kostete rund 85.000 Euro. Während dafür ein eigenes Budget bereitgestellt wurde, wurde die interne Entwicklung bislang aus bestehenden Ressourcen finanziert. Zu den laufenden Betriebskosten gäbe es aktuell keine Zahlen. “Aber die Investition wird sich durch eine höhere Effizienz bestimmt auszahlen”, ist sich Lederer sicher.

Aufgrund Ihrer Datenschutzeinstellungen wird an dieser Stelle kein Inhalt von Iframely angezeigt.

Aufgrund Ihrer Datenschutzeinstellungen wird an dieser Stelle kein Inhalt von Iframely angezeigt.

Aufgrund Ihrer Datenschutzeinstellungen wird an dieser Stelle kein Inhalt von Iframely angezeigt.