Reinhard Novak bleibt „Urfröhlich“

Heimat / 29.09.2026 • 09:17 Uhr
Nico Bolzon, Reinhard Novak, Franziska Fleisch, Hidlegard und Armin Weber vond er
Nico Bolzon, Reinhard Novak, Franziska Fleisch, Hildegard und Armin Weber von der “Theatergarage Sulz”. Foto: Arno Meusburger

Im Alten Kino Rankweil zeigte der Kabarettist, warum die kleinen und großen Ärgernisse des Lebens mit Humor leichter erträglich sind.

Rankweil “Urfröhlich – weil grantig sein auch nicht glücklicher macht” heißt das neue Soloprogramm des aus der Fernsehserie “Kaisermühlen Blues”, dem Film “Muttertag” und anderen Produktionen bekannten Künstlers Reinhard Novak. Mit seiner im März gestarteten Stand-up-Comedy kam er auf die Bühne des Alten Kinos Rankweil, wo er den Besucher:innen vermittelte, dass man sich das letzte Drittel seines Lebens nicht durch Übellaunigkeit verderben sollte.

Bernd und Sabrina Gmeiner, Thomas und Doris Fuchsberger.
Bernd und Sabrina Gmeiner, Thomas und Doris Fuchsberger. Foto: Arno Meusburger

In eigener Sache, aber auch stellvertretend für uns alle, spürt er der These nach, dass jedes Scheitern fröhlicher schmeckt, wenn man mit einem Lächeln durchs Leben geht. So rief er die Erinnerungen an so ziemlich jedes “Gfrett” wach, mit dem Menschen so konfrontiert sind, um am Ende ein Lied mit dem Refrain “aber schön war es doch” zu singen. Der Text ist von ihm, die Melodie einem Lied von Hildegard Knef (“Für dich soll’s rote Rosen regnen”) entnommen.

Daniela und Christian Wagner, Miriam und Thomas Dür.
Daniela und Christian Wagner, Miriam und Thomas Dür. Foto: Arno Meusburger

Den “Grant”, bzw. die Grantigkeit, bezeichnete er insbesondere in dem schon mehrfach als unfreundlichste Stadt bewerteten Wien als “Merkmal der Unauffälligkeit”. Sollte jemand dennoch in der Öffentlichkeit fröhlich sein, werde er “vom Bürgermeister höchstpersönlich ins Burgenland abgeschoben, zu den Lustigen“. Ein freundlicher Kellner wirke in Wien als so untypisch “wie eine Sachertorte beim Lidl”.

Elke Zanghellini und Bärbel Schober (Firmament, MO-Catering).
Elke Zanghellini und Bärbel Schober (Firmament, Seidl-Catering). Foto: Arno Meusburger

Zwischen weiteren phantasievollen Beschreibungen zwischenmenschlichen Verhaltens – “ein Geräusch, wie wenn ein Sackl Erdäpfel, ah Grundbira, die Kellerstiege hinunterfliegt” – gab es als Bereicherung kurze, zum jeweiligen Thema passende Gesangseinlagen (Kung Fu Fighting, You are the one, Too Sexy). Neben Erlebnissen mit der seit 23 Jahren angetrauten Ehefrau, bei der sich Novak am Ende ausdrücklich für ihr Verständnis und ihre Unterstützung bedankte, kamen solche mit “besten Freunden” zur Sprache, die sich als Spießer oder Nervensägen entpuppen.

Franziska Öhlackerer und Fritz Breuß vor der neu gestalteten, leistungsfähigeren Garderobe.
Franziska Öhlackerer und Fritz Breuß vor der neu gestalteten, leistungsfähigeren Garderobe. Foto: Arno Meusburger

So unterhaltsam wie die entsprechenden, mit Hingabe und Einfallsreichtum beschriebenen Szenen waren die Betrachtungen zum Thema Gesundheit. Wartezimmer sind für Novak ebenso “Orte, in denen die Zeit stirbt” wie Paketabholstationen. Für die Kürzel der von Frau und Tochter in Anspruch genommenen Paketdienste hatte er Bezeichnungen wie “Unser Paket spaziert noch herum”. Mit viel Liebe handelte er auch das Thema “Soziale Medien” ab. AME

Norbert Studer und Günther Tschohl.
Norbert Studer und Günther Tschohl. Foto: Arno Meusburger
Reinhard Novak kennt den Unterschied zwischen Viertel-Telefon und Mobiltelefon.
Reinhard Novak kennt den Unterschied zwischen Viertel-Telefon und Mobiltelefon. Foto: Arno Meusburger
Der Künstler in seinem Element.
Der Künstler in seinem Element. Foto: Arno Meusburger
Von der Ernährung bis zur Erbtante und weit darüber hinaus reichte das Themenspektrum.
Von der Ernährung bis zur Erbtante und weit darüber hinaus reichte das Themenspektrum. Foto: Arno Meusburger