TBC-Fall im Bregenzerwald: So streiten sich Grüne und ÖVP

VN / 29.09.2026 • 17:15 Uhr
TBC-Fall im Bregenzerwald: So streiten sich Grüne und ÖVP
Vier Tiere in einem landwirtschaftlichen Betrieb in Bezau mussten wegen des Verdachts auf Rinder-TBC diagnostisch getötet werden.vmh

Grüne fordern bundesweite Kontrolle des TBC-Managements. Gantner sagt: Der Bund ist schon an Bord.

Bregenz An einem mittelgroßen Hof in Bezau zeigte vergangene Woche ein Rind im Zuge einer Verkaufsuntersuchung eine positive Reaktion auf den durchgeführten Hauttest. Das Tier wurde diagnostisch getötet. Die PCR-Untersuchung ergab einen positiven Befund. Drei weitere Tiere zeigten bei der Kontrolle des gesamten Bestands ebenfalls eine Reaktion und wurden diagnostisch getötet. Der Betrieb ist bis auf Weiteres gesperrt.

“Gantner hat Situation nicht im Griff”

Für die Grünen bietet dieser Vorfall einen Anlass, Landwirtschaftslandesrat Christian Gantner (46, ÖVP) zu kritisieren. “Landesrat Gantner hat die Situation offenbar nicht im Griff, es braucht Unterstützung des Bundes, um die Tuberkulose-Seuche wirksam einzudämmen”, fordert die Grüne Landwirtschaftssprecherin Christine Bösch-Vetter (44). Dieses Aufsichtsorgan solle prüfen, ob die gemeinsam festgelegten Maßnahmen zur TBC-Bekämpfung tatsächlich greifen oder ob nachgebessert werden müssen. Bösch-Vetter verlangt trotz Bundes-Kontrolle weiterhin die Kooperation von Land, Bezirkshauptmannschaften und anderen beteiligten Stellen. Der Blick müsse auf das gemeinsame Ziel gerichtet werden. Einen entsprechenden Antrag bringen die Grünen ein.

TBC-Fall im Bregenzerwald: So streiten sich Grüne und ÖVP
Christine Bösch-Vetter, Grüne Landwirtschaftssprecherin im Landtag, hat für Landesrat Gantner kein Lächeln übrig.Maurice Shourot

Bekämpfungsplan

Christian Gantner setzt sich gegen die Kritik zur Wehr. “Es gibt bereits jetzt eine Arbeitsgruppe, bestehend aus Vertretern des Gesundheitsministeriums, den beiden betroffenen Bundesländern Tirol und Vorarlberg sowie der Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit. Fachleute der BOKU und der Veterinärmedizinischen Universität sind zusätzlich als externe Experten beigezogen.” Die aktuelle TBC-Bekämpfung erfolge auf Grundlage eines Bekämpfungsplans dieser Arbeitsgruppe, fügt Gantner an.

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Christian Gantner kontert Bösch-Vetter: Der Bund sei schon längst in den Bekämpfungsplan von TBC miteingebunden. APA

Kritik an Bösch-Vetter kommt auch vom schwarzen Landwirtschaftssprecher Bernhard Feuerstein (42). Er fordert die Grüne zu “mehr Sachlichkeit und Fingerspitzengefühl” auf und wirft ihr eine politische Zuspitzung des Themas vor. Man müsse vor allem auch das Jagdjahr abwarten, um eine endgültige Bilanz zu ziehen, betont Feuerstein. “TBC verschwindet nicht von einem Jahr auf das nächste. Die Erfahrungen im Bekämpfungsgebiet Süd zeigen, dass Seuchenbekämpfung Ausdauer, konsequentes Handeln und eine enge Zusammenarbeit verlangt. Umso wichtiger ist es, den betroffenen Bäuerinnen und Bauern keine unrealistischen Erwartungen zu vermitteln”, betont Feuerstein.